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| 17:34 Uhr

Besuch aus Potsdam war hochwillkommen
Viel Lob für die Ministerin

Sogar Bläsermusik bekam Britta Ernst (Mitte) bei ihrem Rundgang durch das Schulzentrum zu hören.
Sogar Bläsermusik bekam Britta Ernst (Mitte) bei ihrem Rundgang durch das Schulzentrum zu hören. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Vetschau. Britta Ernst wurde in Vetschau ein herzlicher Empfang bereitet. Nicht ohne Grund.

Niklas Schuppan ließ Britta Ernst nicht aus den Augen, fand immer wieder gute Perspektiven und schoss Foto um Foto von dem Gast aus Potsdam. Fotoreporter möchte er mal werden, sagt der 14-jährige Schüler der Oberschule in Vetschau selbstbewusst. Schon sein Opa sei das mal gewesen. Und so war die Bildungsministerin, wie sie im Schlepptau von Schulleiter Steffen Bretschneider in Vetschau den gesamten großen Gebäudekomplex durchmaß, für ihn ein dankbares Fotomotiv. Auf der website der Schule werden die Aufnahmen zu sehen sein, sagt Niklas.

Apropos dankbar. Lob und Anerkennung sprachen Britta Ernst (SPD) fast alle aus, die gestern bei ihrem Besuch im Albert-Schweitzer-Schulzentrum dabei waren. Schulleiter Steffen Bretschneider genauso wie Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos), Landrat Siegurd Heinze (parteilos) genauso wie die CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier und der Vetschauer Grünen-Abgeordnete Winfried Böhmer.

Kein Wunder. Schließlich hatte sich das Bildungsministerium erst kürzlich gegen eine neue Gesamtschule in Kolkwitz entschieden – und damit auch in Vetschau für Erleichterung gesorgt. Denn aus dem Raum Kolkwitz, genauer: aus den Ortsteilen Krieschow und Eichow, kommen immerhin etwa 20 Prozent der Vetschauer Schüler.

Diese Entscheidung, sagte Britta Ernst nach Rundgang und Mittagessen in der Schule, sei ihr und ihren Kollegen nicht so schwer gefallen. „Wir wollen keine Schulstandorte gefährden“, sagte sie. Aus Sicht des Ministeriums hätte aber eine Gesamtschule in Kolkwitz für die Standorte Burg und Vetschau Gefährdungspotential gehabt. Vor allem aber wäre ein Schulbetrieb in Kolkwitz nicht vereinbar gewesen damit, im Cottbuser Stadtteil Schmellwitz eine neue Oberschule einzurichten. „Eine neue Schule, die nicht funktioniert, bringt mehr Schaden als Nutzen“, sagte die Ministerin und sprach damit den Vetschauern aus dem Herzen. Zwar hat der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow bereits angekündigt, für das nächste Schuljahr 2019/20 werde die Kolkwitzer Schule erneut beantragt. Dennoch zeigte sich Britta Ernst zuversichtlich, dass man in Kolkwitz und auch im Spree-Neiße-Kreistag noch in sich gehe.

Landrat Heinze hofft das auch. Denn nichts wäre schlimmer, sagte er, als irgendwann wieder über Schulschließungen reden zu müssen. Die Schulstandorte seien stabil in der Region. In dieser Situation sollte genau überlegt werden, ob wirklich eine neue weitere Schule etabliert werden soll.

Roswitha Schier erinnerte an das Opfer, das die Vetschauer 2006 gebracht haben, als das Gymnasium schließen musste. Im Gegenzug sollte hier die Oberschule gut entwickelt und langfristig gesichert werden, hieß es damals. Daher sei nun auch der geplante Neubau fällig.

Wie er aussehen und welchen Zweck er erfüllen soll, brachte Schulleiter Bretschneider dem Besuch aus Potsdam nahe. Unter anderen sollen Grund- und Oberschüler in freundlicher Atmosphäre in Ruhe Mittag essen und sich aufhalten können. Für den Musikverein sind Räumlichkeiten vorgesehen, eine Aula, die sich für Kulturveranstaltungen eignet und eine Bibliothek. Nicht nur das Schulzentrum könne man so enorm aufwerten und noch attraktiver machen, ergänzte Bürgermeister Kanzler. Alle Vetschauer könnten den durchdacht ins vorhandene Gebäudeensemble eingepassten und gut erreichbaren Ort der Kultur nutzen.

Der Haken: Der Neubau kostet 3,1 Millionen Euro. Eine Förderquote von 40 oder auch 50 Prozent reiche da nicht aus, das Projekt finanziell gestemmt zu bekommen, sagte Bengt Kanzler. Als bedürftige Kommune, die in den Genuss günstiger Fördersätze kommt, dürfte Vetschau nicht gelten. Daher setze man nun die Hoffnungen auf die dritte Förderperiode des Stadtumbaus. In seiner Bewerbung werde Vetschau den Neubau daher gebührend berücksichtigen. Es sei gut, wenn Potsdam frühzeitig wisse, was die Vetschauer wollen, sagte Kanzler. Sicher auch in der Hoffnung, dass die Ministerin die Botschaft gehört hat und mit nach Potsdam nimmt.

Britta Ernst gefällt der Vetschauer Entwurf zumindest schon mal, wie sie sagt. Sie sei zudem „froh“ über Schulzentren wie in Vetschau.