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Viel erreicht auf "ewiger Baustelle"

Viel Applaus erntete Modedesignerin Sarah Gwiszcz (2.v.l.), die sich für diesen tief verneigt. 2007 hatte sie am Lübbenauer Gymnasium Abitur abgelegt.
Viel Applaus erntete Modedesignerin Sarah Gwiszcz (2.v.l.), die sich für diesen tief verneigt. 2007 hatte sie am Lübbenauer Gymnasium Abitur abgelegt. FOTO: U. Hegewald/uhd1
Lübbenau. Mit einer Festveranstaltung für geladene Gäste und einem offenen Absolvententreffen sind am Samstag die Feierlichkeiten anlässlich "25 Jahre Gymnasium Lübbenau" über die Bühne gegangen. Über die komplett neu errichtete Bühne in der lichtdurchfluteten Aula, die ihren ersten großen Belastungstest zu bestehen hatte. Uwe Hegewald / uhd1

Nachsitzen hieß es für die Gäste der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Gymnasiums. Seit 1995 trägt es den Namen des Lübbenauer Ehrenbürgers Paul Fahlisch und wird daher kurz PFG genannt. Wie den Redebeiträgen der zwei früheren Schulleiter und des jetzigen zu entnehmen war, glich die Bildungseinrichtung auch irgendwie einer ewigen Baustelle.

"Obwohl das Geld 1992 so knapp war wie heute, ist viel in das Schulgebäude investiert worden. Immerhin hatte das Haus als Erich-Weinert-Oberschule zu diesem Zeitpunkt schon 31 Lebensjahre auf dem Buckel", erinnert sich Erik Dietze. Die ersten 15 Jahre war er Schulleiter des Gymnasiums, der ersten Bildungseinrichtung des Landkreises mit einem selbstständigen Förderverein. Am geschichts trächtigen 13. August (Mauerbau) erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau. Erik Dietze ließ nicht unerwähnt, dass zwischen dem Beschluss des Neubaus und dem Tag, als das Gebäude seiner Bestimmung übergeben wurde, fünf Jahre ins Land strichen. Auch sei er verbittert darüber, dass das Land Brandenburg bei Leistungstests den Ländern Sachsen und Thüringen allzu oft hinterherlaufe. "Häufig landen wir im hinteren Drittel, obwohl unsere Pädagogen eine ebenso starke Arbeit leisten wie anderswo. Das ärgert mich", so der ehemalige Schulleiter.

Dessen Nachfolger, Matthias Nevoigt "regierte" von 2005 bis 2015 am PFG, das ihm freudige, spektakuläre und schöne Erlebnisse bescherte. "Zu den freudigen Momenten zählten die Augenblicke, wenn Eltern oder Großeltern auf uns zukamen und dem Kollegium eine solide Arbeit attestierten", betonte er. Zu den spektakulärsten Fällen zählte der Fund einer gefährlichen Substanz im Chemielabor und dessen stillschweigende, nächtliche Übergabe an professionelle Einsatzkräfte.

Auch habe Matthias Nevoigt nicht vergessen, wie sich die RUNDSCHAU "genüsslich auf die Vorkommnisse am qualmenden Gehweg vor dem Schulgebäude stürzte". Es war die Zeit der Umsetzung des Rauchverbots an Schulen, das 18-Jährige Gymnasiasten bewog, zum Ausüben ihres Lasters vors Eingangstor zu pilgern. "Das schönste Erlebnis war aber, als ich Matthias Lösche das Schulleiteramt übergeben durfte und wusste: Alles ist gut und vieles wird noch viel besser."

Was bauliche Belange anbetrifft, sind diese Prophezeiungen bereits eingetreten. Nach zwei Jahren Bauzeit und Investitionen von 5,6 Millionen Euro können die Schüler seit diesem Schuljahr in einem der modernsten Bildungseinrichtungen lernen. Noch einmal würdigte Matthias Lösche die "konstruktive Zusammenarbeit mit den Planern und Bauleuten".

Architekt Fred Jasinski bestätigte die Kooperation der Baumeister - ob am oder auch im Hause, wo sich Pädagogen mit dem Vermitteln von Lernstoff als Architekten der Zukunft erweisen. Als Erinnerung an die zurückliegenden Bauarbeiten überreichte Jasinski der Schule eine im Fundament entdeckte Bierflasche anno 1956.