Die Wogen haben sich gerade geglättet, da steht das Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Vetschau auf der Tagesordnung der nächsten Wirtschaftsausschuss-Sitzung. In diesem Zusammenhang wird erneut die Umsiedlung des Rewe-Marktes von der Thälmannstraße zum Kulturhausplatz zu diskutieren sein.

Die Zustimmung des Hauptausschusses vor zwei Jahren, die von den CDU-Mitgliedern mitgetragen wurde, hatte dazu geführt, dass der stadtbekannte Händler Thomas Petzold seine Parteizugehörigkeit und die Mitgliedschaft im Gewerbeverein kündigte. Erneut über einen Umzug des Supermarktes nachzudenken, sei jedoch vonnöten, erklärt Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). Ende 2013 laufe für Rewe der Vertrag in der Thälmannstraße aus. Bis Ende dieses Jahres, so das Stadtoberhaupt, sei eine Entscheidung darüber zu erwarten, ob der Markt in Vetschau bleibt oder nicht. Einfluss darauf werde das letzte Wort der Vetschauer Stadtverordnten haben.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept in der neuen Fassung vom 20. Juli dieses Jahres sieht als einzigen Altstadt-Ersatz-Standort eben diesen Kulturhausplatz vor. Vorteile: Es wäre ein "nachhaltiger Standort", weil durch die Nähe zur Landesstraße nach Burg mit mehr Kunden zu rechnen sei. Der Standort würde erheblich aufgewertet. Aber: Wird der alte Standort aufgegeben, entsteht ein neuer Problemfall. Empfohlen wird, rechtzeitig die Nachnutzung zu klären. Mit einer Ansiedlung am alten Kulturhaus würde sich außerdem die Verkaufsfläche in Vetschau erhöhen, denn der jetzige Standort genießt Bestandsschutz und ein Weiterbetrieb eines Supermarktes wäre möglich. Sollten sich die Stadtverordneten für eine Verlagerung des Handelsstandortes entscheiden, wird als Alternative angeregt, den Gebäudekomplex an der Thälmannstraße zurückzubauen und die Fläche für Wohnungen oder das Gebäude als Indoor-Freizeitplatz zu nutzen. Denn die Verkaufsfläche in der Stadt liegt dem Konzept zufolge heute bereits bei 14 308 Quadratmetern. Das entspricht einer Verkaufsfläche pro Einwohner von 1,64 Quadratmetern. Damit entspreche Vetschau noch dem Schnitt der ostdeutschen Bundesländer. Eine Flächenerweiterung aber würde vor allem den kleinen Anbietern im Stadtzentrum Probleme bereiten.

Die neue Fassung des Konzepts macht darauf aufmerksam, dass sich mit dem Handelsstandort Kulturausplatz der innerstädtische Einzelhandel weiter vom Stadtzentrum entfernen würde. Empfohlen wird daher, auf attraktive Verbindungen zur Bahnhof- und zur Pieckstraße zu achten. Wäre die alte Feuerwehr am Hospitalplatz ein mit Leben erfüllter Hingucker, könnte sie eine geschickte Verbindung zwischen Kulturhausplatz, Cottbuser Straße und Marktplatz sein. Das Backsteingebäude mit Schlauchturm gehört der Stadt und wird heute vom Gewerbeverein als Lagerhalle genutzt.

Der Vetschauer Wirtschaftsausschuss berät am Montag, 6. August, 18.30 Uhr, im Bürgerhaus an der Bebelstraße.