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Vetschau
Vetschauer Weihnachtsmarkt wieder ein Besuchermagnet

Begeistert waren die Kinder in Vetschau – nicht nur, weil der Weihnachtsmann mit dem Beiwagengespann angeknattert kam.
Begeistert waren die Kinder in Vetschau – nicht nur, weil der Weihnachtsmann mit dem Beiwagengespann angeknattert kam. FOTO: Peter Becker / LR
Vetschau. Umfangreiches Programm mit Stollenanschnitt, Mittelalterstand und Fotowettbewerb. Von Peter Becker

Ein großes Holztor vor dem Schlosspark, das Saxophonquarett „Blattwerk“, ein Gedichte rezitierender Bürgermeister – das sind die bewährten Zutaten für die jährliche Eröffnung des Vetschauer Weihnachtsmarktes.

Birgit Sidon und Jens Feistel stießen das Tor auf, um die Besucher einzulassen. Die ersten, die durchs Tor schritten, waren Ilse und Herbert Tschache aus Calau. „Wir kommen seit Jahren. Den schönsten Weihnachtsmarkt der Region wollen wir uns nicht entgehen lassen“, erzählte Ilse Tschach und hatte schon den ersten Stand mit Weihnachtsdekorationen im Auge, den sie zielstrebig ansteuerte.

Cheforganisatorin Katharina Maier von der Stadtverwaltung Vetschau sagte: „Wir haben 53 Händler mit ihren Ständen vor Ort, der Gewerbeverein gestaltet den Mittelaltermarkt. Organsiert wurde der Markt von der Stadt, der Regionalen Entwicklungsgesellschaft, dem Kulturverein und weiteren Helfern.“

Auf der Bühne zeigten inzwischen die „Rappelkisten“-Kinder ihr Programm, gefolgt von den „Zauberland“-Kindern. Letzteren blieben fast die Münder offenstehen, denn der Weihnachtsmann (Michal Bohne) kam auf einem knallroten Beiwagengespann angeknattert, gesellte sich zu ihnen auf die Bühne und verteilte Geschenke.

Die vierjährige Chemnitzerin Karolin Geipel zeigte ihre Süßigkeitenausbeute ihrer Mama und ihrer Stradower Oma Hildegard Jurisch. „Es ist schön hier, besonders für die Kinder, die aus dem Staunen nicht herauskommen“, sagte diese. Für den Stollenanschnitt kam das eineinhalb Meter lange Backwerk aus Raddusch. Katrin Küster, Inhaberin der Vila Radus, hatte eine Quark-Gewürzstolle mitgebracht. Gemeinsam mit Vetschaus Bürgermeister wurden die Stücke gegen einen Obolus an die Besucher abgegeben. Sämtliche Einnahmen gehen in diesem Jahr an den Förderverein der Kirche Ogrosen.

Im Schloss war reichlich Gelegenheit, sich beim Aufwärmen von den zahlreichen anderen Angeboten in den Etagen zu überzeugen. Hans und Martina Molle aus Lübbenau hatten sich mit Handarbeiten und Holzpantoffeln eingedeckt. „In Vetschau ist es immer schön kuschelig. Das große Tor lädt förmlich zum Betreten des Marktes ein, und zwischendurch kann man sich schön aufwärmen“, erzählte Martina Molle, während beide sich die Fotos vom Stadtwettbewerb ansahen und noch schnell ihre Stimme abgaben, denn mit dem Weihnachtsmarkt endete auch der Zuschauerwettbewerb um das schönste Foto vom Brandenburger Dorf- und Erntefest.

Ganz neu in der Runde der Anbieter war Kathrin Höverkamp. Die Spielzeugmacherin aus dem Erzgebirge wohnt seit wenigen Monaten in Vetschau und präsentierte ihre Kunstwerke, darunter farbenfroh gestaltete Milchkannen. Wem danach immer noch etwas kalt war, war am Mittelalterstand genau richtig. Daniel Michael betätigte den Blasebalg des Schmiedefeuers, nebenbei schaute er nach dem Eintopf, der über dem offenen Feuer brodelte. In der Glut standen Kannen mit Glühwein, der seinem Namen durch diese Zubereitungsart alle Ehre machte.

Entsprechend vorgewärmt betätigten sich Große und Kleine beim mittelalterlichen Galgenkegeln. Die Kugel am Pendel musste möglichst alle Kegel umhauen. Der Vetschauer Kegelsportverein stiftete selbst gebastelte Preise, zur Stärkung gab es Henkers-Tröpfchen für zwei Taler. Schüler der Vetschauer Schule und des Lübbenauer Gymnasiums beteiligten sich mit Kuchen- und Bastelbasaren. Die 10. Klasse der Vetschauer punktete mit ihrem frechen Spruch: „Wir sind fast am Ziel und die Lehrer am Ende – wir sammeln für eine Spende.“

Am Sonntag wechselten sich wieder die Bühnenprogramme ab, in der wendischen Kirche gab es ein Adventskonzert. Zum Abschluss wurden die Gewinner des Publikumspreises bekanntgegeben. Die besten Fotos in der Ausstellung waren demnach die von Heiko Hohmann, Karsten Rasch und Iris Hahm, in dieser Reihenfolge.