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| 15:09 Uhr

Stadtpolitik
Vetschauer Tourismus auf Prüfstand

Vetschau. Abgeordnete diskutieren über künftige Projekte, abgeschlossene Aktivitäten und neue Ideen. Von Rüdiger Hofmann

Vier Jahre ist es inzwischen her, dass die Stadt Vetschau ein Tourismuskonzept bis 2020 beschlossen und verabschiedet hat. Ein wesentlicher Teil davon ist der sogenannte Maßnahmenkatalog. Im Rahmen der Erarbeitung des Tourismuskonzeptes wurden verschiedene Projekte vorgeschlagen, teils abgearbeitet, teils in Planung. „Es ist an der Zeit, den Bearbeitungsstand abzurufen“, sagte Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) während der jüngsten Tourismusausschusssitzung. Die RUNDSCHAU gibt einen Überblick über einige wichtige Maßnahmen.

„Die Umfeldgestaltung der Radduscher Slawenburg ist nun abgeschlossen. Die Kosten für den B-Plan belaufen sich auf rund 30 000 Euro“, sagt Franziska Riemann von der Regionalen Entwicklungsgesellschaft Vetschau GmbH. Auf eine Zeitreise durch 12 000 Jahre Geschichte können sich Besucher der Dauerausstellung „Archäologie in der Niederlausitz“ vor Ort begeben. Noch in diesem Jahr werden im Innenhof der Burg zwei Speichergebäude originalgetreu errichtet, von denen eins begehbar sein wird. Außerdem wird eine Burgbaustelle nachgebaut. Sie veranschaulicht, wie die Slawen einst die Wallanlage errichtet haben. Im Außenbereich lädt ein Schautafelpfad ein. Beide Areale der Burg – innen wie außen – werden auch wieder mit Veranstaltungen Tausende Besucher in die Region locken. An der Einbindung der Slawenburg in das Projekt „Zentrale archäologische Orte“ wird derzeit gearbeitet.

2018 soll zudem ein eigens gebildeter Marketingbeirat die touristischen Pläne für Vetschau und Umgebung bündeln und Unterstützung bei der Umsetzung der Projekte geben. „Die Projektgruppe mit touristischen Leistungsträgern soll dann etwa im 4-Wochen-Rhythmus tagen“, sagt Riemann.

Auch am Gräbendorfer See geht es voran: Ein neuer B-Plan befindet sich in der Auslegung, eine ursprüngliche Kostenschätzung beläuft sich auf 2,9 Millionen Euro – worunter die Erschließung des Areals, die Etablierung eines Feriendorfes, die Vermarktung und das Ankurbeln der hiesigen Wirtschaft sowie das Hervorheben der Wasservielfalt in Hinblick auf die schwimmenden Häuser (von bis zu 20 ist die Rede) fallen. Die Stadt Vetschau profitiere dann von der jährlichen Pacht und den Steuereinnahmen.

Offen ist derzeit die Entwicklung des Vetschauer Bahnhofes. Die Stadt wünsche sich im besten Fall eine Pension und Informationsstätte. Die Sanierung des Sommerbades in Verantwortung der Stadt Vetschau steht auch auf der Agenda – würde bei einer denkmalgerechten Sanierung aber bis zu 1,9 Millionen Euro Kosten verursachen. Außerdem sollen attraktive Radwege zwischen dem Spreewald, Vetschau und dem Seenland geschaffen und ausgewiesen werden. „Hier empfiehlt sich abschnittsweise ein Neubau“, sagt Franziska Riemann.

Noch nicht abgeschlossen sind unter anderem die Ertüchtigung des Parkes in Ogrosen, eine Radwegeverbindung zwischen Suschow und Naundorf sowie die Belebung des Stradower Ortskerns. Denkbar sei hier ein Fischlehrpfad.

Fortlaufend sollen weitere WLAN-Hot-Spots an den zentralen und kulturhistorischen Stätten von Vetschau geschaffen werden. Auch die Erstellung eines Imageflyers mit allen Sehenswürdigkeiten für Gäste der Region rückt mittelfristig in den Fokus.