Alle öffentlichen Bibliotheken sind für jedermann eine zugängliche Informationsquelle. Neben Schulen und Kindereinrichtungen haben Bibliotheken den wichtigen Auftrag, Wissen zu vermitteln. Vor allem Kinder und Jugendliche sind zunehmend einer hohen Informationsflut ausgesetzt. Umso wichtiger ist es geworden, Kinder und Jugendliche zu befähigen, kritisch mit der Vielzahl von Medien umzugehen.
Um Schülern die Freude an Büchern und den Zugang zu Bibliotheken zu erleichtern, wurde im Dezember 2002 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Ministeriuni für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und dem Deutschen Bibliotheksverband geschlossen. Diese Vereinbarung verpflichtet allgemeinbildende Schulen im Rahmen des Unterrichts mindestens die Klassen der Jahrgangsstufen drei, fünf, sieben und neun zu einem Besuch in der städtischen Bibliothek.
Ziel der Vetschauer Stadtbibliothek ist es, mehr Schüler für das Lesen zu gewinnen, langfristig zu motivieren, um kompetente Leserinnen und Leser für ein lebenslanges Lernen zu erziehen. Durch Bibliotheksvorführungen, thematisch-unterrichtsbezogene Veranstaltungen sowie Buchvorstellungen werden Vetschauer Schüler an Literatur und andere Medien herangeführt. Eine unerwartet positive Resonanz auf diese Vereinbarung erfuhren die Bibliothekarinnen in den letzten Wochen. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer nutzten das Veranstaltungsangebot und besuchten mit ihren Klassen die Stadtbibliothek Vetschau, die in diesem Jahr 112 Jahre alt wird und somit mit zu den ältesten Bibliotheken Brandenburgs zählt.
So konnten die Mitarbeiterinnen der Bibliothek bereits 28 Veranstaltungen mit insgesamt 530 Teilnehmern verzeichnen. Vergleicht man Zahlen mit denen des Vorjahres, können sich die Bibliothekarinnen Vetschaus freuen, denn durch diese Vereinbarung und das hohe Interesse der Pädagogen an deren Umsetzung konnten 20 Veranstaltungen mehr durchgeführt werden. Aber auch die neuen Veranstaltungsangebote, die sich an Unterrichtsthemen anlehnen, trugen zu diesem positiven Ergebnis bei. So gelang es den Bibliothekarinnen, aus einer „normalen“ Buchlesung Veranstaltungen, die aus dem gewohnten Rahmen fallen, zu konzipieren und mit viel Spaß durchzuführen.
Ein Bibliotheksbesuch ist schon lange keine langweilige Sache mehr, denn die Kinder werden immer in das Veranstaltungsgeschehen einbezogen. Der Mut zum Experiment hat sich gelohnt, denn bisher lesescheue Kinder und Jugendliche fanden so erstmals oder wieder den Weg zum Buch. Die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek hoffen, dass auch in Zukunft viele Schulklassen, Kindergartengruppen oder auch Eltern mit ihren Kindern den Weg in die Gorkistraße (Gebäude der Kita „Rappelkiste“ ) finden.