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| 14:43 Uhr

Investition
Zwillingsturm für die Schälmühle

Rund 40 000 Tonnen Getreide sollen im Jahr in der Vetschauer Schälmühle verarbeitet werden. Die dafür nötige Lagerfläche wird erweitert.
Rund 40 000 Tonnen Getreide sollen im Jahr in der Vetschauer Schälmühle verarbeitet werden. Die dafür nötige Lagerfläche wird erweitert. FOTO: Preikschat
Vetschau. Burger Unternehmen investiert in Vetschau 25 Millionen für Silo, Lagerhalle und Sozialtrakt. Von Rüdiger Hofmann

25 Millionen Euro investieren die Gebrüder Kümmel bis 2020 in die Schälmühle in Vetschau. Entstehen sollen ein weiteres Silogebäude, eine Energiezentrale, Lagerhalle und ein Sozialtrakt. Baubeginn ist ab September 2018 vorgesehen. Das Vorhaben ist am Montag im Vetschauer Wirtschaftsausschuss vorgestellt worden.

In der Kümmelmühle verkaufen sich europaweit bisher vor allem glutenfreie Weizenprodukte gut. Nachgefragt wird auch Hafer aus Bioproduktion. Das Konzept, viele Kunden mit eher kleinen Chargen zu beliefern, geht auf. Mehl, Flocken und Graupen würden in höchster Qualität hergestellt, sodass selbst Hersteller von Babynahrung beliefert werden. Allerdings ist das Unternehmen an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, weshalb die Betriebserweiterung notwendig wird.

„Die 57 Mitarbeiter sollen auf 79 erweitert werden“, sagt Geschäftsführer Uwe Kümmel. Das Betriebsareal befindet sich in Vetschau zwischen Stradower Weg und Bahnhofstraße. Neben der bestehenden Siloanlage soll eine zweite gebaut werden. Die neuen Gebäude werden in Richtung der Bahnstrecke errichtet. Das zweite Silo mit 52 Metern Höhe wird zwei Meter größer sein als das bereits bestehende. Beide Silos sollen über eine Förderbrücke miteinander verbunden werden. Mit weiteren Silozellen können dann Getreidelieferungen aus der Region besser angenommen und getrennt gelagert werden. „Umgesetzt werden soll eine geschlossene Annahmesituation in der Anlage“, erläutert Henry Jochintke vom zuständigen Planungsbüro. Die per Lkw angelieferten Getreidemengen würden gewogen und durchlaufen Reinigungsstufen.

„Eine neue Zufahrt für die Lkw ist nicht geplant, wir nutzen vorhandene Straßen“, sagt Uwe Kümmel. Die Sorgen einzelner Abgeordneten im Wirtschaftsausschuss hinsichtlich größerer Lärmbelastung durch die neue Anlage können Kümmel und Jochintke entkräften. „Natürlich gibt es bei dauerhaftem Betrieb monotone Geräusche“, so der Planer. Aber die nachts an geöffnetem Fenster maximal erlaubten 45 Dezibel würde man unterschreiten. Bezüglich der Staubemissionen würde ein Schlauchfilter über Druckluft für Abreinigung sorgen. „Und wie verhält es sich mit der Verschattung?“, fragt Stefan Schön (Bündnis 90 die Grünen). „Dazu haben wir eine Prognose mit einem simulierten Sonnenlauf durchgeführt. Im Ergebnis sind die neu geplanten Gebäude nicht unzulässig“, sagt Jochintke. Generell zeigen sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses offen für das Vorhaben. „Wir als Stadt sind dankbar für diese Investition, die das Familienunternehmen leistet“, sagt Andreas Malik (CDU), Ausschussvorsitzender.

1995 hatten die Gebrüder Kümmel einen ehemaligen Saatgutbetrieb in Vetschau erworben. Nach erfolgreichem Umbau wird seit 2001 in der Schälmühle Gebrüder Kümmel & Co. GmbH neben Getreideflocken eine Vielzahl an Backmischungen, Spezialmehl sowie glutenfreie Ware produziert.