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| 02:32 Uhr

Vetschauer sagen ihre Meinung - Windräder sorgen für Ärger

Endlosstreit. Der Winkel auf dem Vetschauer Markt sorgt nach wie vor für Unmut.
Endlosstreit. Der Winkel auf dem Vetschauer Markt sorgt nach wie vor für Unmut. FOTO: rhl1
Vetschau/Tornitz. Die Einwohner der Stadt Vetschau halten mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Bei einer Meinungsumfrage, während des Frühlingsfestes, formulierten sie Kritik und untersetzten diese bisweilen mit Forderungen. Uwe Hegewald/uhd1

Ins Leben gerufen wurde die Meinungsumfrage vom Verein der Freiwilligen Feuerwehr Tornitz/Briesen und der dortigen Bürgerinitiative (BI) die sich gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen (WKA) vor ihren Haustüren stemmt.

"Vetschau war einmal. Warum hat man sich alles entgehen lassen. Was ist aus der Kleinstadt geworden", hat eine besorgte Bürgerin/Bürger aufs Notizblatt geschrieben und in die Box geworfen. Ferner bemängelt die Person das Fehlen geselliger Feste, wie die einst beliebten Trachten-, Schützen-, Feuerwehr- oder Turnfeste und die derzeitige Marktplatzsituation. Dass die historische Altstadt zunehmend an Charme verliert, machen andere Vetschauer gleich an mehreren Punkten fest: Leerstehende Geschäfte, Händlerschwund, verwaistes Hotel, wenig gefällige Bepflanzung und der noch immer als "Störfaktor" wahrgenommene Winkel. "Der Auftritt auf dem Frühlingsfest war eine gelungene Aktion", resümiert Silke Köhler von der BI Windkraft Tornitz/Briesen die Premiere.

Erstmals hatten sich bei einem Vetschauer Frühlingsfest der Feuerwehrverein und die BI einen Stand reservieren lassen und dort auf die Problematik vor den Toren der Spreewaldstadt aufmerksam gemacht. "In den Gesprächen haben wir unter anderem auch erfahren, dass die in der Stadt ausgelegten Unterschriftensammlungen sehr gut wahrgenommen wurden. Des Weiteren ist es uns gelungen, auf dem Frühlingsfest viele Unterschriften gegen die Windkraftanlagen zu sammeln, so dass wir heute eine große Unterschriftensammlung von Windparkgegnern besitzen", zieht Silke Köhler eine positive Bilanz - wenn auch verhalten: Obwohl sich die Standbesucher in den Gesprächen gegen den Wildwuchs von Windrädern aussprachen, sei Verhaltenheit spürbar gewesen. Die Einwohner aus Tornitz und Briesen haben dafür auch eine Erklärung: Wer nicht direkt betroffen ist, zeigt weniger Aktivität. "Somit bleiben wir eine kleine Gruppe, die mit hohem Kraftaufwand weitermacht", bemerkt Silke Köhler.

Dass die "kleine Gruppe" bisweilen einen doppelten Kraftaufwand betreiben muss, zeigt sich an den Auseinadersetzungen mit der benachbarten Schweinemastanlage. Keiner der Anwohner könne es nachvollziehen, dass die geplanten WKA ausgerechnet in einem Waldstück errichtet werden sollen, der eigentlich als Immissionsschutzwald zur Schweinemastanlage dienen soll. Inzwischen haben die Initiatoren der Bürgerbefragung alle Notizzettel an Bürgermeister Bengt Kanzler weitergereicht. Er könne aus diesen wichtige Schlüsse für die Stadtentwicklung ziehen, bekräftigen die Absender.

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