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| 18:39 Uhr

Sagenhafte Tour
Malima erzählt aus dem Märchenschatz

 Mit verschmitztem Blick schaut Malima alias Stefanie Jungwirth aus dem Dachfenster ihres Hauses im Vetschauer Ortsteil Missen. In ihren Gedanken schwirren bereits die nächsten Märchen und Sagen. Sonntag wartet eine große Premiere auf die Erzählerin.
Mit verschmitztem Blick schaut Malima alias Stefanie Jungwirth aus dem Dachfenster ihres Hauses im Vetschauer Ortsteil Missen. In ihren Gedanken schwirren bereits die nächsten Märchen und Sagen. Sonntag wartet eine große Premiere auf die Erzählerin. FOTO: Philipp Brendel
Missen/Calau. Stefanie Jungwirth hat Jahre in Hamburg gelebt und ist in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie arbeitet als Erzieherin und zugleich als Märchenerzählerin. Am Sonntag startet sie als Malima ihre erste Sagentour durch die Calauer Schweiz. Von Philipp Brendel

Blumenverziertes Haar, ein rot-grün wallendes Kleid, das an mittelalterliche Zeiten erinnert, und die frech zugespitzten roten Zipfelschuhe: Wer Stefanie Jungwirth, auch bekannt unter dem Künstlernamen Malima bekannt, begegnet, erkennt auf Anhieb, dass die Märchenfee vollkommen in ihrem Element aufgeht – in der unendlich wunderbaren Welt der Märchen und Sagen.

Ob Natur- oder Baummärchen, Märchen für die Seele oder fabelhafte Geschichten aus aller Welt – Malima hat in ihrem Märchenkoffer für jeden Geschmack etwas dabei. Märchen können unglaublich vielfältig sein: Sie wecken die verschiedensten Gefühle wie Liebe, Glück und Freude, aber auch Trauer, Angst und Zorn.

Dabei erklärt Malima, dass sie keine Märchenerzählerin im traditionellem Sinne ist: „Ich trage meine Märchen nicht nur frei vor, sondern ich lebe diese Märchen auch.“ Auch wenn sie viele regionale Sagen in ihr Repertoire einfließen lässt, so greift sie immer wieder auch auf Märchen und Sagen aus aller Welt zurück: „Die Welt ist ein wahrer Märchenschatz.“

 Mit dem Märchenkoffer auf zur Wanderung. Das Geheimnis um den Inhalt des Koffers wird Malima während ihrer ersten Sagentour lüften.
Mit dem Märchenkoffer auf zur Wanderung. Das Geheimnis um den Inhalt des Koffers wird Malima während ihrer ersten Sagentour lüften. FOTO: Philipp Brendel

Seit einer im Jahr 2011 abgeschlossenen Ausbildung zur Märchenerzählerin begeistert sie ihre Zuhörer mit ganzer Leidenschaft. Ihre Kinder seien damals so stolz auf ihre Mama und die Ausbildung gewesen, dass sie ihr auch zum passenden Künstlernamen verhalfen: „Ma-li-ma“ setzt sich zusammen aus den Wörtern Mama – Liebe – Mama.

Malima begeistert Jung und Alt, Groß wie Klein bei Geburtstagen, auf Frauenmärchenabenden und in Seniorenkreisen. Auch die Märchennacht in Altdöbern hat sie mit ihrem Märchenschatz schon verzaubern können. Sie freut sich ebenso auf Märchenbegeisterte aus Kitas und Schulen. Außerdem wird geplant, zukünftig auch Entspannungswanderungen durch die Calauer Schweiz mit erholsamen Entspannungsübungen und dazu passenden Märchen anzubieten. „Märchen hören und erzählen, kann zutiefst glücklich machen. Sie sind voller Symbole und Gleichnisse“, sagt sie.

Dabei wäre ihrer jetzigen Lausitzer Heimat diese zauberhafte Märchenfee fast entgangen, denn Malima hatte es erst in die weite Welt verschlagen: Ursprünglich stammt Stefanie Jungwirth aus der Nähe von Finsterwalde, genoss aber ebenso Aufenthalte bei ihren Großeltern in der Calauer Gegend. Hier entdeckte sie ihre Vorliebe für die regionale Sagen- und Märchenwelt.

Später verschlägt es die gelernte Erzieherin mit ihrem Ehemann berufsbedingt nach Hamburg, weit in den Norden. Doch die Sehnsucht nach der Heimatluft wiegt schließlich stärker, so dass es sie im Jahr 2016 nach einer Zusatzausbildung als als Entspannungstrainerin und Märchentherapeutin in die brandenburgische Heimat nach Missen zurückzieht. „Es war ein großes Glück für uns, zurückkehren zu dürfen. Unser Herz ist hier zu Hause. Unsere Kinder können sich frei und kreativ entwickeln – in Hamburg wäre das so nicht möglich gewesen.“ Heute ist Stefanie Jungwirth halbtags Erzieherin in einer Kita.

Neuerdings bietet Malima etwas ganz Sagenhaftes an: Interessierte können sich auf eine fantasievolle Reise mit ihr rundum dem Sagenpfad bei Calau begeben. Die Reise geht zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie den Silberberg mit Aussicht nach Calau und der Calauer Schweiz sowie zur Goldbornquelle.

Für jeden, der sich mit auf die Reise begebe, könne die Wanderung zu einer wunderbaren Erinnerung werden, so Malima: „Märchen können Türen zu eigenen Lebenserkenntnissen öffnen. Wer sich auf eine solche Reise mitnehmen lässt, vergisst schnell den hektischen Alltag.“

Am Sonntag, dem 14. Juli, um 14 Uhr, startet ihre erste Sagentour. Startpunkt für die etwa zweistündige und circa 4,5 Kilometer lange Premiere ist der Parkplatz am Wanderweg in Werchow. Interessierte aller Altersgruppen können sich der lebendigen Märchentour gern noch anschließen.