"Das Schloss steht auf sicherem Boden", teilte Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) fast am Ende der Sitzung mit. Ein Prüf-Büro aus Cottbus habe den Rittersaal umfangreich untersucht. Risse in den Mauern und ein dringend sanierungsbedürftiger Parkettboden - das seien die wohl größten Probleme. Etwa 100 000 Euro werde die Sanierung kosten. Im kommenden Jahr soll es schon losgehen, spätestens Anfang 2016 fertig sein. Bedenken, das Schloss bewege sich, hätten sich nicht bestätigt. Es steht also fest, das Schloss.

Mit ihrem Beschluss, das Vorkaufsrecht für das Spreewaldbank-Haus am Hospitalplatz nicht wahrzunehmen, haben auch Vetschaus Stadtverordnete eine halbe Stunde zuvor ein Bekenntnis für den Verwaltungs-Standort abgegeben. Von den 14 stimmberechtigten Mitgliedern votierten nur drei dafür, das Haus zu kaufen. Unter ihnen war auch das Stadtoberhaupt. Elf der anwesenden Abgeordneten sind aber gegen den Erwerb. Da eine Miete von knapp 100 000 Euro pro Jahr ungewollt ist, bleibt das Schloss der Vetschauer Verwaltungssitz.

Gleichlautender Tenor: zu viel Risiko. Auch wenn die Spreewaldbank und zwei weitere Mieter noch für zwei Jahre im Gebäude bleiben und so laut Verwaltung genügend Zeit wäre, ein Konzept für die Nachnutzung des Schlosses zu erstellen, entschieden sich die Abgeordneten fraktionsübergreifend gegen das Bank-Haus.

"Wir wissen nicht, ob wir das in zwei Jahren gelöst haben", sagte Andreas Malik (CDU). Das Risiko sei zu hoch, meinte auch Axel Müller (SPD). Ein Erwerb diene nicht der Allgemeinheit. Außerdem arbeite die Verwaltung in einem guten Umfeld, argumentierte Karola Schmidt (Linke).

Die Verwaltung sieht das ein bisschen anders. Das als Verwaltungsgebäude errichtete Bank-Haus sei durchaus geeignet, es sei modern und behindertengerecht. Platz für das gesamte Rathaus inklusive Stadtarchiv sei ausreichend vorhanden. Erworben hätte die Satdt das Gebäude aus liquiden Mitteln oder per Kredit. Mit Notarkosten, Maklergebühren, neuen Parkplätzen und Umbauten hätte die Stadt rund 700 000 Euro aufbringen müssen.

Kommentar: Sicherheit statt Risiko-Kauf

Zum Thema:
Die Spreewaldbank hatte seit 2013 ihr Gebäude für 480 000 Euro zum Verkauf angeboten. Auf der Suche nach einem Käufer war sie auch an die Stadt herangetreten. Die Verwaltung bildete eine Arbeitsgruppe, die ein Für und Wider untersuchte. In dieser Phase sei der Stadt mitgeteilt worden, dass das Haus an einen Berliner Interessenten verkauft wurde. Nur mit einem bis zum 26. Juli wahrgenommenen Vorkaufsrecht hätte das die Stadt noch ändern können.