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Vetschauer Mühlenfließ fast wie neu

Ein Teil des fünften Abschnitts des renaturierten Vetschauer Mühlenfließes zwischen Stradow und Burg.
Ein Teil des fünften Abschnitts des renaturierten Vetschauer Mühlenfließes zwischen Stradow und Burg. FOTO: Kuschy
Vetschau. Für rund 700 000 Euro ist der fünfte Abschnitt des Vetschauer Mühlenfließes renaturiert worden. Der Altlauf soll als Fließgewässer aktiviert werden. Der Neulauf sichert künftig die Ableitung von Hochwässern und ausreichende Wasserstände im Einzugsgebiet der Stradower Teiche. Hannelore Kuschy

Bis auf den Abschnitt zwischen Einmündung Naundorfer Grenzfließ und Einmündung Südumfluter ist das Vetschauer Mühlenfließ komplett renaturiert. Der Wasser- und Bodenverband "Oberland Calau" hat vom Sommer 2014 bis zum März dieses Jahres für eine Verbesserung des Wasserrückhaltes im Neulauf des Vetschauer Mühlenfließes zwischen der Einmündung Naundorfer Grenzfließ bis zur Wegebrücke Wiesenteich Stradow gesorgt. Wie Geschäftsführer Rainer Schloddarick sagt, haben Bund und Land dafür rund 700 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Das Vetschauer Mühlenfließ - einst Helfer bei der Entwässerung des Tagebaus - war über Jahre zu einem vermoderten Standgewässer verkommen, in dem keine Tiere mehr eine Überlebenschance hatten. Strömungsliebende Tiere gebe es dort nicht mehr, erklärt Rainer Schloddarick. Lediglich an den südlichen Zuflüssen haben sich Kleinstlebewesen angesiedelt, die sich in den Tagebau-Folgeseen entwickeln.

So ist es das Ziel der Renaturierung, den Altlauf des Vetschauer Mühlenfließes für die Zukunft als Fließgewässer zu aktivieren und es so wieder herzustellen. Der jetzt abgeschlossene Abschnitt ist etwa 2,6 Kilometer lang. Die Arbeiten waren äußerst umfangreich. Auf etwa vier Kilometern waren das Baufeld zu beräumen und Gehölze zu pflegen. Stütz- und Sohlschwellen waren herzustellen, um die Wasserstände in beiden Läufen zu sichern. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern wurden etwa 5800 Kubikmeter Nassschlamm hochgefördert, der später auf angrenzenden Ackerflächen verwertet wurde. Tausende Kubikmeter Kiessand mussten eingebaut werden für die Sohlanhebung des Neu- und des Altlaufs beziehungsweise um im Altlauf ein naturnahes Querprofil herzustellen. Insgesamt werden zum Abschluss aller Arbeiten rund elf Kilometer Fließ renaturiert sein. Auf 3,5 Kilometern verlaufen das alte Fließ und der Neulauf parallel. Der Neulauf ist etwa 1987/88 angelegt worden. Er wird künftig Hochwässer ableiten und dafür sorgen, dass im Einzugsgebiet der Stradower Teiche ausreichende Wasserstände herrschen.

Im Jahr 2007 hatte der Wasser- und Bodenverband mit der Renaturierung des Fließes im Vetschauer Schlosspark begonnen. Die Fläche erstreckte sich von der jetzigen L 49 bis zur ehemaligen Valtemühle. Schlosspark und Teich waren in jenem Jahr für mehr als 300 000 Euro saniert worden. Am Wehr des Mühlenfließes nahe der Valtemühle hatte der Wasser- und Bodenverband einen Fischpass errichtet, der vor allem den hiesigen Fischen und Kleinlebewesen zugute kommt. Sie können das Wehr bei der Nordstraße und den damit verbundenen Wasserspiegelunterschied so in mehreren Staustufen überwinden.

"Das Positive an der Geschichte ist, dass unsere Arbeiten zur Renaturierung des Vetschauer Mühlenfließes und der Kampf der LMBV gegen die Verockerung der Spreewaldzuflüsse ineinander greifen", sagt der Verbandsgeschäftsführer.

Die vor zwei Jahren wieder aktivierte Grubenwasserreinigungsanlage wird durch den Wasser- und Bodenverband betrieben und hält einen Großteil der Eisenfracht zurück. Das Vetschauer Mühlenfließ, so der Bergbausanierer LMBV seinerzeit, weise seit der kompletten Einbindung des Neulaufs unterhalb der Anlage deshalb unkritische Konzen trationen auf.