| 15:52 Uhr

LR vor Ort
Vetschauer klagen über Lärmbelästigung

Aufmerksam hören Bengt Kanzler, Carsten Strüver, Sven Blümel und Anke Lehmann (v. l.) den Bürgern zu, die wichtige Themen ansprechen.
Aufmerksam hören Bengt Kanzler, Carsten Strüver, Sven Blümel und Anke Lehmann (v. l.) den Bürgern zu, die wichtige Themen ansprechen. FOTO: Rüdiger Hofmann / LR
Vetschau. Situation des Wohnumfelds bei LR vor Ort diskutiert. Einwohner außerdem empört über das Abladen von Sperrmüll. Von Rüdiger Hofmann

Die aktuelle Situation und eine mögliche Qualitätsverbesserung des Wohnumfelds in Vetschau sind am Donnerstagabend im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses der Stadt beim RUNDSCHAU-Forum „LR vor Ort“ thematisiert worden. Als Podiumsgäste geladen waren der Vetschauer Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos), Bauamtsleiter Sven Blümel, Anke Lehmann von der Stadtplanung sowie Carsten Strüver, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Vetschau und zugleich auch der Vetschauer Wohnungsbaugenossenschaft.

Jürgen Henseler ist vor allem wegen des Lärms in der Wilhelm-Pieck-Straße erbost. Dieser sei sowohl auf die umliegende Autobahn 15 als auch auf die Landestraße 54 zurückzuführen. „Ich kann nicht verstehen, wieso auf der Autobahn noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung festgelegt wurde“, so Henseler. Auch die zahlreichen Fahrzeuge von Spreewaldbauer Ricken würden laut Henseler für eine Lärmbelastung sorgen. „Etwa 1000 Wohnungen in der Pieckstraße sind vom Lärm seiner Traktorenarmada betroffen. Diese Flotte darf nicht mehr durch unsere Straße fahren.“

Bengt Kanzler sieht da kaum eine Chance, die Situation zu verbessern. „Wir können seitens der Stadt keine Straßen für den Durchgangsverkehr von Ricken sperren. Würden wir den Verkehr verlagern, sind andere Straßen betroffen und wir müssten beweisen, dass dort dann eine geringere Belastung für die Anwohner auftritt“, so der Bürgermeister. Zu einem Gespräch mit Bauer Ricken zeigt er sich aber dennoch bereit. Und Bauamtsleiter Sven Blümel ergänzt: „Tempolimits bezüglich der Geschwindigkeit auf der Autobahn sind nicht in unserer Hand, wir können da nur beim Land fordern.“

Jürgen Henseler stört der Lärm in der Wilhelm-Pieck-Straße.
Jürgen Henseler stört der Lärm in der Wilhelm-Pieck-Straße. FOTO: Rüdiger Hofmann / LR

Nächster Streitpunkt an dem Abend vor etwa 30 erschienenen Bürgern: Sperrmüll. „Es gibt viele Stellen in der Stadt, an denen unachtsam und illegal Sperrmüll abgelagert wird“, sagt Hans-Jürgen Klöhn. Wenn das Stadtbild stimmen soll, könne das nicht so weiter gehen. „Das ist ein mühsames und wiederkehrendes Problem“, bestätigt Geschäftsführer Carsten Strüver. Vor allem aber sei es schwer, die jeweiligen Verantwortlichen ausfindig zu machen. „Am Ende schmeißen Sie als Bürger den Sperrmüll weg.“ Da müsse sich jeder an die eigene Nase fassen.

Christiane Zimmermann aus der Bertolt-Brecht-Straße beklagt, dass zu wenig für die Jugend getan werde. „Uns fehlt immer noch ein Jugendclub in der Stadt“, so die Bürgerin. Dringlicher ist aber aus ihrer Sicht die Beseitigung der Sturmschäden auf dem Abenteuerspielplatz. Darauf will sich die Stadtspitze auch konzentrieren.

„Generell haben wir Potenzial und Nachholbedarf beim Stadtumbau und der Aufwertung des Wohnumfelds“, sagt Bengt Kanzler. Der Bürgermeister bietet den Bürgern an, sich die Wohnquartiere abschnittsweise anzuschauen und eine Gewichtung vorzunehmen, was an welcher Stelle vorrangig zu machen ist. „Außenanlagen aufwerten heißt aber immer auch Pflegekosten erzeugen“, so das Stadtoberhaupt. Es ließe sich nicht vermeiden, diese dann auf die Mieter umzulegen, so Kanzler.