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| 14:46 Uhr

Vetschau will Schulzentrum für alle

Im Vetschauer Schulzentrum könnte in nächster Zukunft ein Mehrzweckgebäude mit Multifunktionsraum und Bibliothek gebaut werden.
Im Vetschauer Schulzentrum könnte in nächster Zukunft ein Mehrzweckgebäude mit Multifunktionsraum und Bibliothek gebaut werden. FOTO: hk
Vetschau. Die Aufregung unter Vetschauer Abgeordneten scheint sich langsam zu legen. Auch wenn Einwohner wie Roswita Bugner ein neues Mehrzweckgebäude für rund drei Millionen Euro im Schulzentrum für unnötig und viel zu teuer halten, deutet sich unter den Volksvertretern allmählich ein Ja zu diesem Vorhaben an. Hannelore Kuschy

Aus dem Sozialausschuss jedenfalls kamen vier von fünf Stimmen dazu. Bis zur endgültigen Entscheidung der Stadtverordneten am 13. Juli geben der Wirtschaftsausschuss am 29. Mai und der Hauptausschuss am 29. Juni ihre Empfehlungen.

Unabhängig von der Entscheidung über eine Gesamtschule in Kolkwitz will Vetschau sein Schulzentrum durch dieses Mehrzweckgebäude mit einem Multifunktionsraum, Musikschule und Bibliothek weiterentwickeln. Die Gesamtkosten werden auf 3,1 Millionen Euro geschätzt. Allerdings würde ein Bau abhängig gemacht von Fördermitteln "in ausreichender Höhe". Das hieße laut Fachbereichsleiter Sven Blümel, dass eine Zwei-Drittel-Förderung aus dem Stadtumbau-Programm infrage käme, sodass Vetschau selbst mit einer Million Euro dabei wäre. Um einen Antrag stellen zu können, sei eine Genehmigungsplanung für den Bau aufzustellen.

Gefahr, nicht ausreichend gefördert zu werden, könne man nur mit einer abgespeckten Variante, also ohne Bibliothek und Musikschulräume, laufen. Denn das städtebauliche Ziel würde damit nicht erreicht, so der Fachbereichsleiter. Angestrebt werde stattdessen, dass durch den Umzug der Bibliothek von der Gorkistraße und der Musikschule vom Kirchplatz dorthin ein Effekt für die gesamte Neustadt entstehe.

Das um 1900 als Schulhaus gebaute Haus der Musik am Kirchplatz bietet die Stadt bereits zum Kauf an - mit der Auflage für den Käufer, einen Mietvertrag mit dem Musikverein mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren zu übernehmen. Das Haus der Kita "Rappelkiste", in dem sich jetzt auch die Bibliothek befindet, müsse bestehen bleiben, denn wegen der zu erwartenden Kinder sei die Kapazität noch zu erhöhen, sagt die stellvertretende Fachbereichsleiterin Marita Beesk.

Ulrich Reuter (SPD) hätte zwar gern eine abgespeckte Variante auf dem Tisch gehabt, sieht aber einen Sinn in der favorisierten. In den meisten Fraktionen wird das Thema nach wie vor diskutiert. So auch bei der Linken. Susan Götze als deren Vertreterin im Sozialausschuss findet den angestrebten Bau eines Mehrzweckgebäudes "super". "Auch wir würden den Beschluss in groben Zügen mittragen", erklärt der Bündnisgrüne Stefan Schön. Die WGO in Person von Heike Liesk stimmt zu. Gunther Schmidt (CDU) schließlich: "Alles, was mit Bildung zu tun hat, sollte in das Schulzentrum als Familienbildungszentrum integriert werden." Schulleiter Steffen Bretschneider dürfte das gefreut haben, denn ab dem neuen Schuljahr gäbe es Rahmenpläne, die eine verstärkte Zusammenarbeit mit Bibliotheken einforderten. "Wir sollten jetzt die Möglichkeit wahrnehmen, auch im Interesse der Bibliothek."