ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Vetschau will Kredit aufnehmen

Der Landesrechnungshof hat wieder einige Steuergeldverschwendungen entlarvt.
Der Landesrechnungshof hat wieder einige Steuergeldverschwendungen entlarvt. FOTO: Daniel Reinhardt (dpa)
Vetschau. Vetschaus Haushalt für 2017 ist ausgeglichen – und beschlossen. Mit Blick auf die finanzielle Situation in den nächsten vier Jahren sagt Kämmerin Marita Merting: "Ich bin zuversichtlich, aber wir müssen mit den Finanzen achtsam umgehen, auch wenn wir gutes Geld günstig angelegt haben." Hannelore Kuschy

In Vetschau soll sich in diesem Jahr einiges tun. Wie Kämmerin Marita Merting ankündigt, will Vetschau rund 2,4 Millionen Euro investieren. Die aber schüttelt die Stadt nicht mal so aus dem Ärmel. Deshalb soll ein Kredit in Höhe von rund 645 000 Euro aufgenommen werden. "Das ist für uns ganz einfach wirtschaftlicher", sagt die Kämmerin und erklärt: "Da von dem derzeitigen Kassenbestand von rund fünf Millionen Euro rund drei Millionen zu sehr guten Konditionen fest angelegt sind und mehr als zwei Millionen Euro angespart wurden, um Darlehen zu tilgen, wäre bei den aktuellen Konditionen für Investitionskredite die Auflösung bestehender Geldanlagen nicht ratsam." Vetschau hat zwar seit Jahresende 2016 einen beschlossenen Haushalt, muss aber die Genehmigung für den Kredit durch die Kommunalaufsicht abwarten. "Wir rechnen noch im Januar mit einem Bescheid vom Kreis", so Marita Merting.

Erst dann kann sich in Vetschau viel bewegen. Beispielsweise sollen 616 000 Euro für Vorhaben innerhalb des Stadtumbau-Ost-Programms ausgegeben werden. Die Kämmerin nennt die Erneuerung einer Brücke im Vetschauer Schlosspark, Arbeiten am Dach der Kita "Rappelkiste" und Ausgaben fürs Schulzentrum. 541 700 Euro fließen in Gemeindestraßen. Darunter fallen der Ausbau der Jahnstraße, der Bau einer Brücke auf dem Radduscher Libellenweg und auch die ersten 50 000 Euro für den Kreiselbau an der Calauer Kreuzung.

Der Umbau eines alten Stalls zum Mehrzweckgebäude in Laasow ist abhängig von einer Fördermittelgabe, steht aber bereits mit knapp 500 000 Euro im 2017er Plan. "Wir rechnen mit einer Förderung in Höhe von 356 000 Euro", sagt Marita Merting. Und auch das Dorfgemeinschaftshaus für Ogrosen sei nicht komplett vom Tisch. Einigten sich die Abgeordneten schnell, wären Ausgaben dafür durch die bereits 2016 erteilte Ermächtigung möglich. Denn Geld dafür sei im vorigen Jahr bereitgestellt worden und werde nach 2017 übertragen, so die Fachfrau.

Doch Vetschau will nicht nur Geld ausgeben. Die Stadt rechnet in diesem Jahr mit 5,2 Millionen Euro aus Steuern und ähnlichen Abgaben. 1,4 Millionen Euro würden Gewerbesteuern ausmachen. Erwartet würden zudem 3,9 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen - bedeutend mehr als 2016. Für die Kindertagesstätten gebe es Personalkosten-Zuschüsse in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Der gesamte Personalaufwand für die 146 städtischen Mitarbeiter beträgt nach Angaben der Kämmerin 6,3 Millionen Euro - neben der Kreisumlage von mehr als vier Millionen Euro der größte Haushaltsbrocken. Dennoch sei für dieses Jahr keine Anhebung von Steuern oder Gebühren vorgesehen. Um die Haushaltssituation weiter zu verbessern, haben die Abgeordneten einen Maßnahmekatalog beschlossen, nach dem auch in diesem Jahr weiter gearbeitet werden soll.

Zum Thema:
In Vetschau mit seinen zehn Ortsteilen leben aktuell rund 8400 Einwohner. Im Jahr 1991 waren es noch ungefähr 11 200. Von Jahr zu Jahr sind es weniger Vetschauer geworden. Ortsteile wurden attraktiver und konnten sich teils sogar über Zuzüge freuen. Dazu gehören Suschow, Laasow, Koßwig, Repten und auch Raddusch. 2015 war rund ein Drittel aller Gesamt-Vetschauer war 61 Jahre und älter. Mehr als 60 Prozent der Vetschauer Einwohner sind älter als 40 Jahre. Ziel ist es deshalb, den Stadtumbau in Vetschau so zu gestalten, dass auf lange Sicht eine zwar kleinere, dafür aber attraktivere Stadt entsteht, in der es sich zu leben, zu arbeiten und zu investieren lohnt.