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Vetschau sucht Bauflächen

Vor allem im Innenstadtbereich möchte die Stadt Vetschau künftig mehr Wohnstandort entwickeln.
Vor allem im Innenstadtbereich möchte die Stadt Vetschau künftig mehr Wohnstandort entwickeln. FOTO: Stadt Vetschau
Vetschau. Architekt Werner Hillmann vom Planungsbüro MKS hat das in Frankfurt/Main beobachtet: Wenn ein neuer großer Flughafen in Betrieb geht, dann nimmt der Wohnungsmarkt in Städten der Umgebung eine "immense Entwicklung". Gerade dann, wenn diese Städte an der Autobahn liegen. Daniel Preikschat

Insofern, machte er kürzlich den Stadtverordneten im Wirtschaftsausschuss Mut, könne Vetschau sich einiges erwarten von der Eröffnung des BER. Wichtige Voraussetzung dafür sei aber, rechtzeitig ausreichend Wohnstandorte auf kommunalem Grund zu entwickeln.

Von der Stadt Vetschau beauftragt, hat man sich bei MKS die Flächen an zehn Straßen näher angesehen. Als geradezu prädestiniert für den Wohnungsbau stellten sich dabei Grundstücke an der Pestalozzi- und an der Gagarinstraße heraus. Hier könne man sich auch einen anspruchsvollen Mietwohnungsbau vorstellen, so Hillmann. Wohnhäuser-Potenzial sieht der Architekt auch in der Jahnstraße in Bahnhofsnähe. Wobei zu prüfen wäre, ob der Sportplatz nicht anders entwickelt werden kann.

In der Pieckstraße sei der Bau von Wohnhäusern vorstellbar, wo jetzt noch für den Abriss vorgesehene Wohnblöcke stehen. Zwar seien die Förderbedingungen hier nicht attraktiv. Jedoch könnten die Keller vom Rückbau verschont bleiben und die neuen Wohnhäuser aufgesetzt werden. Das spare wiederum Geld.

In der Gagarinstraße hält Hillmann den Eigenheimbau für schwierig. Die Häuser würden zwischen Mehrgeschossern eingezwängt stehen. Ähnliches gelte für die Fläche zwischen dem Fitnessstudio und dem Ärztehaus in der Kraftwerkstraße. Mit Blick auf die Marxstraße frage sich, ob es dort einen Lebensmittelmarkt geben soll. In der Schönebegker Straße musste MKS feststellen, dass dort neue Wohnhäuser nur schwer zu erschließen sind.

Hillmann betonte, dass MKS nur eine Betrachtung angestellt habe und noch nichts festgezurrt sei. Im Gegenteil seien sicher noch viele Gespräche zu führen mit Grundstückseigentümern und der Wohnungsbaugesellschaft. Fakt sei jedoch, dass Wohneigentum von Familien immer stärker nachgefragt werde. Und für eine Kommune wie Vetschau sei es allemal besser, Bauflächen oder Wohnungen selbst anbieten zu können, als auf private Eigentümer angewiesen zu sein.

Der Ausschussvorsitzende Andreas Malik (CDU) erkundigte sich bei Bauamtsleiter Sven Blümel, wie bei der Flächensuche und -entwicklung weiter verfahren werde. Mietwohnungsbau, sagte der Bauamtsleiter, sei in Vetschau nicht geplant. Flächen für den Eigenheimbau suche man im Rathaus eher im Innenstadtbereich. Die Auswahl für Interessenten sei derzeit nicht groß. Rückmeldungen von Bürgern und aus den Fraktionen wären hilfreich, hier weiter voranzukommen.

Zum Thema:
Auch in Lübbenau kann die Stadt Interessenten kaum noch Flächen für den Eigenheimbau anbieten. In der Vetschauer Nachbarstadt werden derzeit sieben Flächen daraufhin untersucht, ob dort Baugrundstücke erschlossen werden können. Unter anderem an der Dammstraße, an der Paul-Fahlisch-Straße und an der Karl-Marx-Straße. Zum Teil wird dabei ein Bauen in zweiter Reihe geprüft. Ein konkreter Planungsbeginn steht derzeit in Lübbenau nicht in Aussicht.