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| 17:05 Uhr

Vetschau
Vetschau soll Image aufpolieren

Den Griebenowpark kennen und nutzen fast nur Vetschauer. In der Spreewaldrandstadt möchte man seine Attraktionen besser vermarkten.
Den Griebenowpark kennen und nutzen fast nur Vetschauer. In der Spreewaldrandstadt möchte man seine Attraktionen besser vermarkten. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Vetschau. Bürger wollen besseres Marketing in Stadtumbaustrategie berücksichtigt wissen.

So ganz schlecht kann es nicht bestellt sein mit der Identifikation der Vetschauer mit ihrer Stadt. Mehr als 60 gute Hinweise und Ideen sind bei einer Bürgerbeteiligung in den vergangenen Wochen zusammengekommen. Planer der Stadtverwaltung und der sie unterstützenden Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) haben die Anregungen samt Anmerkungen am Montag im Wirtschaftsausschuss zur Diskussion gestellt. Entscheidende Frage dabei: Was davon lässt sich zum Nutzen der Stadt mit Fördermitteln aus dem Stadtumbauprogramm sinnvollerweise realisieren?

In der Sitzung gingen Christoph Albrecht von der DSK und Bauamtsleiter Sven Blümel die lange Liste der Bürgerhinweise nochmals durch. Im Schnelldurchlauf wurde dabei das  große Potential der Stadt, aber auch der ebenso große Verbesserungsbedarf deutlich. Aus Sicht der Vetschauer mangelt es unter anderem an modernen und altersgerechten Wohnungen, an barrierefreien Hauseingängen und gestalteten Grünflächen. Mehr Service wünschen sie sich von Verwaltung, Touristinfo und in Geschäften, eine bessere Beschilderung und Vermarktung der vielen Sehenswürdigkeiten in der Stadt, einen belebteren Markt. Der Lärm beutelt die Bewohner, der von Autobahn, Bahn und Landstraße ausgeht. Bahnhof und Post sollte die Stadt erwerben und nachnutzen, den Griebenowpark gestalten und aufwerten, etwa durch eine Trimm-dich-Strecke.

Einiges von dem, worauf die Vetschauer hinweisen, müsse jedoch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) berücksichtigt werden, sagte Christoph Albrecht vom DSK. Anderes, ergänzte Bauamtsleiter Blümel, stoße nicht auf Gegenliebe beim Fördermittelgeber. Im zuständigen Ministerium in Potsdam will man vor allem den Innenbereich gestärkt wissen, die Altstadt, weniger die Außenbereiche der Stadt. Immerhin zehn Millionen Euro Stadtumbau-Fördermittel will die Stadt Vetschau beantragen. Wofür das Stadtumbaukonzept samt darin eingearbeiteter Bürgerbeteiligung Grundlage ist.

Den Bedarf, das Image der Stadt aufzupolieren, sehen auch Abgeordnete und sachkundige Bürger, wie sich in der anschließenden Diskussion zeigte. Werner Buchan (SPD), Winfried Böhmer (Grüne) und Martin Minde vermissen ein strategisches Vorgehen, um Vetschau als Wohnstadt mit guter Wirtschafts- und Tourismusförderung zu etablieren. Wohingegen Christoph Albrecht die Stadt hier „auf einem guten Weg“ sieht. Sven Blümel räumte ein. „Wir müssen uns noch besser vermarkten.“ Viel Vorzeigenswertes würden nur die Vetschauer selbst kennen.

Das Thema Stadtmarketing sollte daher in der Stadtumbaustrategie großen Stellenwert haben, war man sich im Ausschuss einig. Ebenso wie der Bahnhof, von dem aus eine bessere Wegebeziehung in die Altstadt hergestellt werden könnte. Der Rück-
bau von weiteren rund 450 Wohneinheiten in Vetschau bis 2030, mit den Wohnungsunternehmen bereits vereinbart, soll ebenfalls in dem Konzept fixiert werden wie die Aufwertung des Marktplatzes und des Griebenowparks. Im Zuge der Bürgerbeteiligung zur Sprache kam außerdem ein Sportpark oder ein Sportzenrum. Entstehen könnte es am Jahnsportplatz, wo Turnhalle, Tennisplätze und Infrastruktur bereits vorhanden sind. Eine „klasse Idee“, befand Martin Minde. Sven Blümel sieht hier allerdings noch viel Gesprächs- und Abstimmungsbedarf – vor allem mit Blau-Weiß Vetschau.