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| 19:02 Uhr

Umwelthilfe
Vetschau schafft Platz für Bienen

 Mit Schülern am Schulzentrum Dr. Albert Schweitzer in Vetschau hat Stefan Schön vom Nabu (l.) den neuen Lebensraum für Insekten schon mal ausgeschildert.
Mit Schülern am Schulzentrum Dr. Albert Schweitzer in Vetschau hat Stefan Schön vom Nabu (l.) den neuen Lebensraum für Insekten schon mal ausgeschildert. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Am Schulzentrum und auf Flächen der Wohnungsunternehmen entstehen Wildblumenwiesen. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, das Überleben gefährdeter Insektenarten zu sichern. Von Daniel Preikschat

Das Schulzentrum Dr. Albert Schweitzer in Vetschau bekommt demnächst nicht nur ein neues Mehrzweckgebäude für 3,5 Millionen Euro. Auf einem etwa 800 Quadratmeter großen Grünstreifen am Grundschulgebäude wird Lebensraum für gefährdete Insekten entstehen. Das künftige Experimentierfeld für Schüler wurde am Freitag schon mal ausgeschildert. Beim Fest anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Schulzentrums haben Stefan Schön vom Nabu-Regionalverband Calau und mehrere Schüler einen Robinienstamm mit Erklärtafel ins Erdreich versenkt.

In Absprache mit der Schulleitung, so der Vetschauer Tierarzt und Grünen-Stadtverordnete, soll etwa die Hälfte des Areals sich selbst überlassen werden. Die andere Hälfte dürfen die Schüler bepflanzen und pflegen. Das Wachstum beobachtend, könne auf anschauliche Weise Wissen vermittelt werden über die Pflanzen- und Tierwelt. „Das wird bestimmt spannend zu sehen, was sich hier so alles entwickelt“, sagt Schön. Er ist sich sicher, dass auch die Lehrer ganz froh sind, wenn sie ihren Unterricht praxisnäher gestalten und mit den Schülern auch mal rausgehen können.

 Neues Insektenhotel auf einer Grünfläche im Vetschauer Wohngebiet.
Neues Insektenhotel auf einer Grünfläche im Vetschauer Wohngebiet. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Der Nabu erobert damit außerdem eine weitere Grünfläche für sein Projekt „Lebensraum für Insekten“. Denn die bedrohten Blütenbestäuber können mit ordentlich kurz geschorenen Grünflächen nichts anfangen, wie auch auf der Erklärtafel zu lesen steht. Vielmehr benötigen sie blühendes Grün mit verschiedenartigen einheimischen Pflanzen, die den Standort- und Bodenansprüchen genügen. Entsprechend soll die Pflanzenauswahl für die Grünfläche ausfallen, erklärt Stefan Schön.

Doch nicht nur am Schulzentrum, auch auf Flächen von Wohnungsbaugesellschaft (WGV) und Wohnungsgenossenschaft (VGW) in Vetschau werden in einem Gemeinschaftsprojekt Wildblumenwiesen angelegt. Bienen, Hummeln und Wespen dürften verstärkt Heinrich-Heine-Straße und Bertolt-Brecht-Straße anfliegen, wo das Grün für sie aufbereitet und entsprechende Samenmischungen ausgebracht wurden. Bunt blühende Wildblumen sollen alsbald in die Höhe schießen. Je nach Witterung sollten in den nächsten Wochen erste Blumen bereits blühen.

Wie Carsten Strüver, Geschäftsführer beider Wohnungsunternehmen weiter erläutert, habe Siegfried Thomas vom Privaten Institut für Umwelt und Landwirtschaft das nötige Fachwissen beigesteuert. Die Wiesen sollen nur ein bis zwei Mal im Jahr gemäht werden, Insekten und Kleinlebewesen dort ausreichend Nahrung finden. Auch zwei Insektenhotels wurden für sie auf den Wiesen erbaut. „Vermietung für Insekten kostenlos“, so Carsten Strüver.

Auch der Wohnungsvermieter reagiert damit auf die dramatisch schlechter gewordenen Lebensbedingungen für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Fliegen. Natürlich sollen aber die entstehenden Blumenwiesen auch einen Beitrag leisten, das Wohnumfeld aufzuwerten, sagt Carsten Strüver. Wie auch am Schulzentrum wurden Infotafeln aufgestellt, von denen eine leider bereits beschädigt wurde, so Strüver. Er und seine Mitarbeiter glauben trotzdem, dass die Vetschauer beim Schutz und Erhalt einer lebenswerten Umwelt mithelfen wollen.