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| 18:10 Uhr

Brandserie
Mülltonnen-Brandstifter macht Vetschauer Wohngebiet unsicher

 Die brennenden Müllcontainer halten die Feuerwehrleute in Vetschau seit Wochen auf trab.
Die brennenden Müllcontainer halten die Feuerwehrleute in Vetschau seit Wochen auf trab. FOTO: Holger Neumann
Vetschau. Seit Juni fackelt ein Serientäter regelmäßig Abfallbehälter ab und steckt auch Keller an. Die Kripo versucht, dem gefährlichen Treiben ein Ende zu bereiten. Von Daniel Preikschat

Der Vetschauer Stadtwehrführer ist es langsam leid. Sieben Mal nun schon zwischen Ende Juni und Anfang August mussten Holger Neumann und seine Feuerwehrleute mitten in der Nacht raus aus dem Bett, um im Wohngebiet brennende Mülltonnen abzulöschen. Mal ging es in die Pestalozzistraße, mal in die Gagarinstraße. Zuletzt brannten am 1. und am 3. August zweimal Kunststoffbehälter, jeweils in der Pieckstraße. Zweimal brannte es auch im Keller.

Löscheinsätze zermürbend

Die Löscheinsätze an sich dauern zwar nicht lange, so der Vetschauer, aber zwei Stunden Schlaf gehen mindestens verloren. Das sei auf Dauer zermürbend. Dabei könne man noch froh sein, dass es bisher bei nicht allzu hohen Sachschäden geblieben ist. Wenn aus dem Keller Brandgase das Treppenhaus hoch steigen, wird es gefährlich, weiß Neumann aus Erfahrung. Dann muss sofort evakuiert werden, weil Menschen ernsthaft verletzt werden können.

Der Stadtwehrführer hat keinen Zweifel, dass es sich um Brandstiftung handelt. Die Kriminalpolizei sei dran, so eine Polizeisprecherin in Cottbus, fassen jedoch konnte man den oder die Täter noch nicht. Wahrscheinlich muss dabei auch „Kommissar Zufall“ helfen, sagt Holger Neumann. Er könne nur an die Vetschauer, die in dem Wohngebiet leben, appellieren, aufmerksam zu sein und Hinweise zu geben.

Vetschauer Bürger beunruhigt

Derweil verbreite die Brandserie unter den Mietern große Unruhe, sagt Carsten Strüver, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Vetschau (WGV). Die Menschen fürchten nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um ihr Hab und Gut im Keller. Nur wer eine Hausratsversicherung hat, musste Strüver schon häufiger erklären, bekomme aber einen möglichen Schaden auch ersetzt.

Bei dem Brand in der Pieckstraße entstand der WGV ein Schaden von mehr als 10 000 Euro, den die Versicherung jedoch beglichen habe. Bei einem der Mülltonnenbrände sei auch eine Hausfassade beschädigt worden, betroffen gewesen sei jedoch ein privater Hauseigentümer. Die abgefackelten Mülltonnen indes müsse der Kommunale Abfallentsorgungsverband Niederlausitz entsorgen lassen und ersetzen, so Strüver.

Immer wieder brennen Mülltonnen in der Lausitz

Zu Mülltonnenbränden kommt es in der Region immer mal wieder. In Senftenberg konnte die Polizei im Mai dieses Jahres zwei heute 14-Jährige überführen, die vergangenes Jahr im Stadtgebiet Mülltonnen angesteckt haben und der Polizei vorher bereits bekannt waren. In Cottbus sprangen Anfang März diesen Jahres ebenfalls nachts Flammen von angesteckten Mülltonnen über auf einen Carport. 13 Autos wurden zum Teil schwer beschädigt, es entstand Sachschaden in Höhe von einer Viertelmillion Euro.

Mehrere Pkw in Cottbuser Breitscheid-Straße in Flammen FOTO: Michael Helbig

Rauch- und Hitzeentwicklung machen Mülltonnenbrände gefährlich

Extreme Rauch- und Hitzeentwicklung machten Mülltonnenbrände so gefährlich, hieß es damals auch von der Berufsfeuerwehr in Cottbus. Mülltonnen stehen stets in der Nähe von Wohnhäusern, der gefährliche Rauch könne über angekippte Fenster in die Wohnungen ziehen und Bewohner nachts überraschen.

Eigentlich sollten schon die drohenden Strafen von Brandstiftung abhalten. Sie gilt als gemeingefährliche Straftat und kann mit Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren geahndet werden.