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| 15:22 Uhr

Bildungspolitik
Vetschau mit Potsdam zufrieden

Haltestelle vor dem Vetschauer Schulzentrum Dr.-Albert-Schweitzer. Einige Oberschüler kommen auch aus dem Raum Kolkwitz.
Haltestelle vor dem Vetschauer Schulzentrum Dr.-Albert-Schweitzer. Einige Oberschüler kommen auch aus dem Raum Kolkwitz. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Vetschau. Schulleiter hat mit dem Nein aus dem Ministerium für eine Gesamtschule Kolkwitz gerechnet.

In der Vetschauer Grund- und Oberschule kann Schulleiter Steffen Bretschneider vorerst beruhigt sein. Wurde doch im Potsdamer Bildungsministerium das Kolkwitzer Vorhaben, eine Gesamtschule zum Schuljahr 2018/2019 einzurichten, abgelehnt. Mängel und Widersprüche in der Begründung des Bedarfs sieht Staatssekretär Thomas Drescher. Die Folgen für andere Standorte seien nicht ausreichend abgewogen und dargestellt. Schließlich, hieß es weiter, könnten in so kurzer Zeit die nötigen Vorbereitung nicht mit der nötigen Sorgfalt getroffen werden.

Das dazugehörige Schreiben stieß bei Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) bitter auf. „Tief enttäuscht und geschockt“ sei er. Im Kreistag hatten die Abgeordneten im Dezember mehrheitlich noch für das 20 Millionen Euro-Schulprojekt gestimmt. Doch schon Bürgermeister im Spree-Neiße-Kreis und der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) äußerten klar ihre Ablehnung und ihr Unverständnis.

So auch Steffen Bretschneider. Für ihn sei das rote Licht aus Potsdam gar nicht mal unbedingt ein Grund zur Freude: „Ich habe aber auch keine andere Entscheidung erwartet.“ Schließlich sei das zweigliedrige Schulsystem mit Oberschulen und Gymnasien seit 13 Jahren bildungspolitischer Wille im Land Brandenburg. Zudem hätte die Schule in Kolkwitz Nachbareinrichtungen vor allem in Cottbus in ihrem Bestand gefährdet. Die Vetschauer Oberschule wäre zumindest mit betroffen gewesen Jeder fünfte Schüler immerhin komme aus dem Raum Kolkwitz, zum Beispiel aus Krieschow und Eichow, in die Vetschauer Oberschule.

Steffen Bretschneider hofft, dass man im Spree-Neiße-Kreistag und in Kolkwitz bei der Schulplanung seine Lehren zieht und künftig nicht nur an sich denkt. Eine Kommune dürfe hier nicht so egoistisch sein. Die Schullandschaft in der ganzen Region gelte es zu betrachten. Man müsse, sagt der Schulleiter, am Thema dran bleiben und in Richtung Potsdam deutlich machen, dass Gesamtschulen auch in der Lausitz nicht gewollt sind. „Es wäre gut, wenn sich der Landtag auch noch Mal mit dem Thema befasst und aus gegebenem Anlass der bildungspolitische Wille nochmals bekräftigt wird.“ Das Potsdamer Bildungsministerium immerhin habe sich schon ein Mal als ein „verlässlicher Partner“ erwiesen. So viel Lob müsse sein, so Steffen Bretschneider.

Indessen erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die Kolkwitzer ihren Plan für eine Gesamtschule nach der Absage aus Potsdam fallen lassen. Wie Bürgermeister Fritz Handrow gegenüber der RUNDSCHAU klar gemacht hat, soll es für das Schuljahr 2019/20 einen neuen Anlauf für die Gesamtschule geben. Für ihn steht fest: „Mit den Kindern aus Drebkau und Kolkwitz können wir die Gesamtschule mit vier siebenten Klassen beginnen.“ Diese Kinder seien „jahrelang nur Füllkörper für andere Schulen“ gewesen, „um dort Lücken zu schließen.“ So könne man mit der Jugend nicht umgehen.