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| 02:32 Uhr

Verwaltung in Calau wird zur Kita

Noch sind Bibliothek und Bauamt in dem Anbau in der Straße der Jugend 24 untergebracht. Schon bald sollen hier Kleinkinder betreut werden.
Noch sind Bibliothek und Bauamt in dem Anbau in der Straße der Jugend 24 untergebracht. Schon bald sollen hier Kleinkinder betreut werden. FOTO: dpr
Calau. "Stadt Calau, Bauamt" steht auf der Tür des Bibliotheksanbaus in der Straße der Jugend 24. Darunter sind die Öffnungszeiten zu lesen. Daniel Preikschat

Bis März nächsten Jahres dürfte diese Aufschrift verschwunden sein. Denn dann sollen im Erdgeschoss des Gebäudes Krippenkinder von Erziehern ins Leben begleitet werden. Es wäre bereits die zweite Kita-Erweiterung in der Stadt innerhalb kurzer Zeit. Denn erst seit diesem Jahr nutzt die Kita "Kunterbunt" Räume im "Haus der Begegnung" als Außenstelle.

Wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung informierte, muss die Stadt auf einen weiter steigenden Krippenplatzbedarf erneut schnell reagieren. Konkret fehlen 18 Plätze, die im Erdgeschoss des Gebäudes in der Straße der Jugend vergleichsweise unkompliziert eingerichtet werden können, so der Bürgermeister.

Da der Umbau schnell gehen muss, erbat Suchner von den Stadtverordneten grünes Licht, um zügig die Planungsleistung ausschreiben zu können. Mit Kosten von 180 000 Euro dafür rechnet man im Rathaus. Die Hälfte der Summe müsste per Nachtrag noch in den Haushalt für dieses Jahr aufgenommen werden. Die zweite Hälfte ginge in den Haushalt für 2018 ein. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich 1,2 Millionen Euro. In einer Sondersitzung im August möchte Suchner den Auftrag für die Planung des Umbaus vergeben. Schon im März 2018 soll das Objekt bezugsfertig sein für die Kita.

Der Bürgermeister bekam die Zustimmung der Stadtverordneten - aber erst nach kritischen Nachfragen vor allem aus der CDU-Fraktion. Matthias Kurth wollte wissen, ob eine Neubau-Variante geprüft worden sei. Dafür, entgegnete Margitta Görs vom Bauamt, müsste erst ein Standort im Eigentum der Stadt gesucht werden, der die Voraussetzungen erfüllt. Das Objekt in der Straße der Jugend verfüge über umzäunte Außenanlagen und Parkplätze. Eine Sanierung des Gebäudes sei ohnehin fällig gewesen.

Rene Riewa und Gerd Kasprick mahnten eine vorausschauendere Kitaplanung an. Die Stadt, sagte dazu Werner Suchner, könne nicht Krippenplätze auf Vorrat schaffen. Prognosen über die Bevölkerungszahlentwicklung ließen nicht auf einen so großen Bedarf schließen. Knut Jende indes interessierte die Finanzierung des Projekts. Hier verweis die Verwaltung auf 400 000Euro Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer. Um Fördermittel bemühe man sich.

Für das im Haus untergebrachte Bibliotheksarchiv finde sich ein anderer Platz, hieß es auf Nachfrage von André Bareinz (SPD). Sechs im Obergeschoss arbeitende Kollegen aus dem Bauamt könnten problemlos umziehen. Alle Fragen könnten aber noch nicht im Detail beantwortet werden, so Margitta Görs: "Wir stehen am Anfang."

Zum Thema:
In der Stadt Calau sind aktuell nur drei Krippenplätze im Haus der Begegnung und einer in der Kita Kunterbunt offen, heißt es von der Verwaltung. In der Regel seien die Kinder ein Jahr, wenn sie in Calau für die Krippe angemeldet werden. Anspruch auf einen Kitaplatz haben Eltern seit 2013. Als Gründe für die starke Nachfrage werden neben dem Geburtenplus die gesunkene Arbeitslosenquote und mehr Zuzüge genannt.