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Verwaltung auf dem Prüfstand

Das Calauer Rathaus. Hinter der Fassade soll einiges passieren und die Arbeit effizienter organisiert werden.
Das Calauer Rathaus. Hinter der Fassade soll einiges passieren und die Arbeit effizienter organisiert werden. FOTO: Hannelore Kuschy
Calau. Der Streit um ein zunächst nur gekürzt an die Stadtverordneten weiter gereichtes Gutachten über die Organisation der Calauer Stadtverwaltung scheint beigelegt zu sein. Diesen Eindruck zumindest vermittelte die jüngste Sitzung der Stadtverordneten. Daniel Preikschat

Zum Hintergrund: Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) hatte im Herbst nur einen Teil des Papiers einer Dresdner Beratungsgesellschaft an die Stadtverordneten weitergeleitet. Wenn die Stellen namentlich genannter Mitarbeiter beschrieben und bewertet werden, gehöre das nicht in die Öffentlichkeit, argumentierte Suchner damals. Durch die Diskussion im Anschluss ließ sich der Bürgermeister aber dazu bewegen, den Stadtverordneten fast die komplette Auswertung der Studie mit geschwärzten Namen zukommen zu lassen.

Überhaupt erst in Auftrag gegeben wurde die Untersuchung, um Arbeitsabläufe zu optimieren, nachdem 2011 und 2012 Personal reduziert worden war. Auch gab es Hinweise auf Verbesserungsbedarf in puncto Bürgerfreundlichkeit, Qualifizierung der Mitarbeiter sowie deren Aufgabenzuordnung. Die Dresdner haben das in ihrer Analyse teilweise bestätigt und Empfehlungen abgeleitet. So sollte das Rathauspersonal um 2,5 Vollzeitstellen aufgestockt werden. Was in nächster Zeit angesichts der Haushaltslage der Stadt kaum umsetzbar ist, so Suchner.

An einigen Stellschrauben jedoch wird nun aufgrund der Hinweise gedreht. Durch Ringtausch innerhalb der Verwaltung kann Mitarbeiterkompetenz gezielter genutzt werden. Konkret ist nun eine Stelle in der Kämmerei ausgeschrieben, was durch einen Ringtausch aufgrund eines Rentenantritts möglich wurde. Im April konnte die Verwaltung zudem eine frei gewordene Stelle mit einer studierten Personalmanagerin besetzen, die an dem neuen Personalentwicklungskonzept mitarbeitet.

Erstmals seit einigen Jahren stellt die Stadt zum 1. September einen Azubi in der Fachrichtung Verwaltungsfachangestellte ein. Eine geeignete junge Dame, die gerade Abitur gemacht hat, sei schon gefunden, so Werner Suchner.

Weiter geplant: Langzeitkranken wird nach ihrer Rückkehr eine Eingliederungshilfe angeboten. In freiwilligen Gesprächen soll geklärt werden, ob die Arbeit mit ein Grund für die Erkrankung gewesen sein könnte und hier möglicherweise Abhilfe geschaffen werden kann. In regelmäßigen Abständen soll es zudem Teamtage geben für die Rathausmannschaft.

Geprüft wird nun auch, ob die Verwaltung Aufgaben an Vereine oder andere Institutionen übertragen kann. Ein gutes Beispiel sei die Tourismusinformation, die von der WBC (Wohn- und Baugesellschaft Calau) gemanagt wird. Ebenfalls überprüft werden weitere interkommunale Kooperationen. Gutes Beispiel hierfür wiederum, so Suchner, ist die Zusammenarbeit der Standesämter von Calau und Altdöbern. Jeder Schritt, betonte der Bürgermeister, werde mit dem Personalrat abgestimmt.

Die Stadtverordneten meldeten in der Sitzung keinen weiteren Diskussionsbedarf an. Knut Jende (CDU) erbat halbjährlich einen Arbeitsbericht. Gerechnet wird außerdem am Jahresende mit dem Personalentwicklungskonzept.