| 02:32 Uhr

Verschwinden in Lübbenau Autos?

Die Kreuzung am Roten Platz in Lübbenau soll einen Kreisverkehr erhalten.
Die Kreuzung am Roten Platz in Lübbenau soll einen Kreisverkehr erhalten. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Die Diebe kamen tagsüber, und sie hinterließen Spuren auf dem Papier: CDU-Fraktionschef Martin Habermann kritisiert die Unterlagen, auf deren Basis für den Bau eines weiteren Kreisverkehrs in Lübbenau gestimmt worden ist – diesmal am Roten Platz. Jan Gloßmann

Es ward ihm wohl eine diebische Freude: Martin Habermann, CDU-Fraktionschef in der Lübbenauer Stadverordnetenversammlung, hat die Pläne für einen Kreisverkehr am Roten Platz akribisch durchgeackert. Und siehe - es verschwinden, so befürchtet er, Autos an dem zentralen Punkt der Neustadt. So wie im Bermuda-Dreieck, ganze Lkw und Busse gar. Habermann hat beispielsweise festgestellt: "Laut Unterlagen kommen 372 Busse oder Lkw an der Kreuzung an, es fahren aber nur 318 wieder weg." Bei den Pkw sei die unerklärliche Differenz noch höher - beim Wegfahren fehlen satte 515, rechnet Habermann den Stadtverordneten vor. Lediglich bei den Zweirädern gebe es ein Plus von 81, und niemand weiß, ob das geschredderte Autos sind. Vielleicht, sinniert der CDU-Mann, gebe es eine schwarze Sphäre, die man touristisch vermarkten könne.

Was wie eine hübsch-humorvolle Geschichte klingt, ist nicht nur in Habermanns Augen durchaus fragwürdig. Nämlich dergestalt: "Sollte hier eine Variante von vorn herein favorisiert werden?" Schließlich geht es um die Entscheidung, am Roten Platz die Kreuzung mit einer Ampel oder aber als Kreisverkehr auszubauen. Darum wurde lange und verbal teils heftig gerungen. Die Ampel gilt als sicherer, aber den Verkehrsfluss bremsend und damit nicht besonderns umweltfreundlich. Der Kreisverkehr vereint diese Vorteile, machte aber vor allem Anwohnern Angst vor dem Überqueren der viel befahrenen Straßen zwischen Einkaufspunkt und Spreewald-Hochhaus. Habermann hat nun in den Unterlagen gefunden, dass die Kreuzung deutlich mehr Konfliktpunkte aufweist als der Kreisverkehr - bei letzterem allerdings fehlen die Fußgänger-Wege, die an der Ampel "sehr wohl aufgenommen wurden". Das erhärte seinen Verdacht. Da es aber mittlerweile nicht einmal seitens des Spreewald-Hochauses Bedenken gebe, könne seine Fraktion mehrheitlich dem Kreisel-Bau zustimmen. Auch aus den anderen Fraktionen gab es dazu keinen Widerspruch (mehr), so dass sich die Stadtverordneten einig waren: Der Rote Platz wird einen Kreisverkehr bekommen, vergleichbar mit dem am Kolosseum.

Allerings erinnerte Habermann nochmals an die Forderung, alle Kreisverkehre in Lübbenau einheitlich zu beschildern. Damit sollen Unsicherheiten zwischen allen Verkehrsteilnehmern beseitigt werden.