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Verrückt: Feuerwehrmann seilt sich von Kirchturm ab

Hunderte Gäste verfolgten die Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Calau zusammen mit der ATC Alpintechnik Cottbus GmbH. Den Höhepunkt bildete das Abseilen von Manuel Zech, Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Mallenchen, sowie Ben Kerschek von der ATC. Besonnenes und respektvolles Handeln am historischen Gotteshaus bekamen die 28 teilnehmenden Calauer Feuerwehrleute und vier Alpintechniker auch von Pfarrerin Kathrin Schubert attestiert.
Hunderte Gäste verfolgten die Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Calau zusammen mit der ATC Alpintechnik Cottbus GmbH. Den Höhepunkt bildete das Abseilen von Manuel Zech, Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Mallenchen, sowie Ben Kerschek von der ATC. Besonnenes und respektvolles Handeln am historischen Gotteshaus bekamen die 28 teilnehmenden Calauer Feuerwehrleute und vier Alpintechniker auch von Pfarrerin Kathrin Schubert attestiert. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Die Freiwillige Feuerwehr Calau hat bei der traditionellen Frühjahrsübung einen fiktiven Kirchenbrand gelöscht. Den spektakulärsten Moment bildete das Abseilen eines kühnen Feuerwehrmannes aus 37 Metern Höhe. U. Hegewald/uhd1

Mehr als 250 Schaulustige wollten sich das Spektakel am Calauer Gotteshaus nicht entgehen lassen. Rauch aus dem Schornstein der Sakristei, den Fenstern der Glockenstube und Sirenengeheul kündigten den Einsatz am höchsten Punkt der Stadt Calau an.

In voller Montur zwängen sich Atemschutzgeräteträger durch den engen Treppenaufgang. Vom Korb des Hubretters richten Feuerwehrleute den Wasserstrahl aufs Kirchenhausdach. Um eine verletzte Person von der Aussichtsplattform zu evakuieren, fehlen dem Hubretter mehr als sieben Meter. Aus Cottbus eilt Hilfe herbei. "Wir holen den Mann dort runter", versichert Alf Naumann, Geschäftsführer der ATC Alpintechnik Cottbus GmbH.

Herausforderung in luftiger Höhe

Zwischenzeitlich übernimmt mit Christian Walter ein ausgebildeter Rettungsassistent die Erstversorgung des Hilfebedürftigen. Manuel Zech ist in die Rolle des Verunglückten geschlüpft. Der Ortswehrführer der Feuerwehr Mallenchen liebt Herausforderungen in luftiger Höhe: "Hat Spaß gemacht", resümiert der Abenteurer, der kürzlich einen Fallschirmsprung aus 4000 Metern Höhe absolviert hat und sich auch mit House-Running auskennt. "Bei der Trendsportart laufen Teilnehmer mit Spezialgurten und dem Gesicht nach unten Häuserfassaden hinunter", erzählt Zech.

Was die Zuschauer während der spektakulären Aktion am Calauer Kirchturm nicht sehen oder nachvollziehen können, bekommen sie von Einsatz-Moderator Fred-Hagen Karzenburg erklärt. Das Resümee zieht am Ende Michael Wegner. Im März schloss er an der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt seine Zugführerausbildung ab, um nun bei der Kirchturm-Einsatzübung seine Feuertaufe als Einsatzleiter zu bestehen: "Prinzipiell darf man zufrieden sein. Das Ziel ist erreicht, die Person gerettet, der Brand gelöscht", so Wegner. "Ein paar Flüchtigkeitsfehler haben sich eingeschlichen. Um diese aber bei akuten Einsätzen zu vermeiden, trainieren wir schließlich die Abläufe", sagt er.

Bei Tropical auf dem Dome

Als "reibungslos und kollegial" charakterisiert er das Zusammenwirken der 28 Calauer Feuerwehrleute mit dem Quartett der Cottbuser Alpintechniker. Die sind international im Geschäft, auf Olympiastadion- oder Schwimmbaddächern aktiv und regelmäßig bei Wartungsarbeiten an der Außenhülle von Tropical Island auszumachen. "Mindestens einmal pro Jahr trainieren wir an Außenfassaden. Das müssen wir den Behörden auch nachweisen", erklärt Ben Kerschek, der "Retter" an der Seite des Mallenchener Feuerwehrmannes Manuel Zech.

Zum Thema:
Frühjahrsübungen haben bei der Calauer Feuerwehr eine lange Tradition. Dazu zählten fiktive Verkehrsunfälle auf belebten Kreuzungen, Personenrettungen vom Rathausdach, aus einer Praxis des Ärztehauses oder aus einem gläsernen Schacht. Vergangenes Jahr fiel die Übung aufgrund der überregionalen Großeinsatzübung am entgleisten Reisezugwaggon aus. Bei den Übungen sind Zuschauer willkommen.