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| 16:38 Uhr

Suche läuft auf Hochtouren
Vermisste Person im Lichtenauer See

Die Feuerwehr Lübbenau hat am Donnerstagnachmittag mit vereinten Einsatzkräften und einem Taucher nach einer vermissten Person im Lichtenauer See gesucht. Bisher erfolglos.
Die Feuerwehr Lübbenau hat am Donnerstagnachmittag mit vereinten Einsatzkräften und einem Taucher nach einer vermissten Person im Lichtenauer See gesucht. Bisher erfolglos. FOTO: Feuerwehr Lübbenau
Lübbenau. Seit Donnerstag wird nach einer vermissten Person bei Lübbenau-Kittlitz im Lichtenauer See gesucht. Ein Mann soll mit seinem Boot untergegangen sein. Von Rüdiger Hofmann

Die Hinweisschilder „Lebensgefahr – Betreten verboten“ und „Sperrbereich“ sind am Lichtenauer See bei Lübbenau-Kittlitz eigentlich nicht zu übersehen. Und dennoch hat sich dort am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr ein tragischer Unfall ereignet.

Wie die Polizei mitteilt, haben Zeugen beobachtet, wie ein Mann  in dem gesperrten Tagebaurestloch des Lichtenauer Sees mit einem aufblasbaren Schlauchboot unterging. Eine Zeugin sei ins Wasser gesprungen und habe vergeblich versucht, den Mann zu retten. Es handele sich um einen 26-jährigen Mann aus Afghanistan, der in Lübbenau lebte. Er sei Nichtschwimmer.

Die Suche nach dem Mann hat gegen 16.30 Uhr begonnen und wurde gegen 19 Uhr abgebrochen. „Die alarmierte Feuerwehr konnte trotz Einsatz eines Tauchers sowie einer Drohne der Johanniter Unfall-Hilfe und einer Vielzahl von Kameraden, Polizei und Rettungskräften die Person nicht finden“, sagt der Lübbenauer Ortswehrführer André Schulze.

Am Freitag wurden dann Taucher der Polizei und nochmals die Flugdrohne eingesetzt. Bislang ebenfalls erfolglos. „Die Suche wird in den kommenden Tagen mit dem Einsatz von Sonartechnik und Polizeitauchern solange fortgesetzt, bis die vermisste Person gefunden wird“, so Schulze. Die Koordinierung übernimmt die Wasserschutzpolizei Königs Wusterhausen. Auch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Flächeneigentümer fährt jeden Tag zum See, um zu unterstützen. Mit hohen Überlebenschancen rechnet der Ortswehrführer allerdings nicht. „30 Minuten unter Wasser ohne Luftzufuhr reichen meist schon aus, um so etwas nicht zu überleben.“

Kurios: Angeblich hätten am Freitagvormittag Verwandte des vermutlich Ertrunkenen die Einsatzkräfte der Johanniter körperlich bedrängt. „Das erleben wir in letzter Zeit leider immer häufiger, dass Rettungsmaßnahmen blockiert werden“, sagt Schulze.

Der gesperrte Tagebau-See bei Lübbenau sei an einigen Stellen zwischen 30 und 40 Metern tief und es bestehe Rutschungsgefahr, sagte ein Polizeisprecher. Ob der Vermisste die Hinweisschilder nicht lesen konnte oder er sich darüber hinweggesetzt hat, ist unklar. Zeugen hätten auch beobachtet, dass das Schlauchboot nicht mehr den neuesten Eindruck machte.

Mehrere Hinweisschilder weisen am See ausdrücklich auf ein Sperrgebiet hin, wo das Betreten verboten ist.
Mehrere Hinweisschilder weisen am See ausdrücklich auf ein Sperrgebiet hin, wo das Betreten verboten ist. FOTO: Rüdiger Hofmann
Die Suche wird nun jeden Tag fortgesetzt, bis der Vermisste gefunden wird.
Die Suche wird nun jeden Tag fortgesetzt, bis der Vermisste gefunden wird. FOTO: Feuerwehr Lübbenau