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| 17:06 Uhr

Lokale Wirtschaft
Vermieter wertet Wohnumfeld auf

Die Brachfläche an der Kreuzung Pieckstraße/Gagarinstraße wird in diesem Jahr ansehnlicher gestaltet.
Die Brachfläche an der Kreuzung Pieckstraße/Gagarinstraße wird in diesem Jahr ansehnlicher gestaltet. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Vetschau. Die Vetschauer Wohnbaugesellschaft beschränkt sich darüber hinaus weiterhin vor allem auf die Instandhaltung.

Der Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Vetschau (WGV) bleibt realistisch. Die großen Investitionen kann sich das Unternehmen auch in diesem Jahr nicht leisten, sagt Karsten Strüver. Das zur Verfügung stehende Budget wird erneut vor allem für die Instandhaltung benötig. Rund 600 000 Euro, die in die Reparatur oder die Erneuerung unter anderem von Dächern, Treppenhäusern, Fenstern, Türen, Heizungen oder Leitungen investiert werden. Ebenfalls mit diesem Geld zu finanzieren, sind die Renovierungen von Wohnungen nach Auszügen.

Die WGV, so Karsten Strüver, konnte in den vergangenen Jahren zwar keine Aufsehen erregenden Bauprojekte umsetzen. Es sei denn, man betrachtet den Einbau von Aufzügen in die fünf Sechsgeschosser in der Kraftwerkstraße als solche. Dafür jedoch stehe das Unternehmen wirtschaftlich immer solider da. Der Vermieter von knapp 1200 Wohnungen konnte jährlich eine Million Euro an Schulden tilgen, eine Liquiditätsreserve aufbauen und zuletzt sogar Gewinn an die Stadt Vetschau, den Hauptgesellschafter des Unternehmens, abführen. Der Schuldendienst werde den Großvermieter aber auch in den kommenden Jahren noch fordern. Ursachen dafür sind laut Strüver die Altschulden und die hohen Kosten für die Sanierung oder zumindest Teilsanierung des kompletten WGV-Wohnungsbestands in den Achtziger Jahren.

Was den Leerstand von derzeit 15 Prozent angeht, gibt sich der WGV-Chef gleichfalls keinen Illusionen hin: „Den werden wir voraussichtlich künftig nicht wesentlich reduzieren könne.“ Bevölkerungsprognosen und die Zahl von Wohnungen der WGV, die aufgrund von Sterbefällen jährlich neu vermietet werden müssen, ließen keine andere Schlussfolgerung zu. Von einem weiteren Zuzug von anerkannten Flüchtlingen geht der Geschäftsführer nicht aus. Derzeit seien 50 bis 60 Wohnungen vor allem an Syrer vermietet. Sie seien recht gut integriert und scheinen sich wohl zu fühlen. Dennoch werden wahrscheinlich nicht alle von ihnen in Vetschau bleiben.

Kurzum: Karsten Strüver sieht das Ziel eher darin, den Leerstand nicht größer werden zu lassen. Weiterer Rückbau werde unvermeidlich sein. Welche Wohnblöcke das betrifft, ließe sich heute aber noch nicht sagen. Weitere Stellschraube, attraktiv zu bleiben, sind natürlich die Mieten. Mit durchschnittlich 4,50 Euro pro Quadratmeter könne in Vetschau vergleichsweise günstig Wohnraum angeboten werden. Das soll auch so bleiben, sagt Strüver.

Einen Teil dazu beitragen, die Mieter zu binden, soll aber auch ein schöneres Wohnumfeld. Im vergangenen Jahr habe man sich im Aufsichtsrat der Vetschauer Wohnbaugesellschaft darauf geeinigt, hierfür  in den kommenden Jahren mehr zu tun, so Karsten Strüver. 50 000 Euro jährlich werden dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr wird die nach Rückbauten entstandene Brachfläche an der viel befahrenen Kreuzung Juri-Gagarin-Straße/Wilhelm-Pieck-Straße aufgewertet, kündigt der Geschäftsführer an.

Wie es in den kommenden Jahren weiter geht? Das, so Strüver, stehe noch nicht fest. Infrage kommende Flächen werden im Aufsichtsrat diskutiert. Mitreden können sollen hier aber auch die Mieter.