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Wohnungswirtschaft
Vermieter investiert für Senioren

Unter anderem unternimmt das rührige Seniorenteam der GWG auch gern kleinere Reisen. Der Vermieter unterstützt die Aktivitäten der Gruppe mit einem Jahresbudget und stellt Räume zur Verfügung.
Unter anderem unternimmt das rührige Seniorenteam der GWG auch gern kleinere Reisen. Der Vermieter unterstützt die Aktivitäten der Gruppe mit einem Jahresbudget und stellt Räume zur Verfügung. FOTO: Gemeinschaftliche Wohnungsbaugen
Lübbenau. Die Wohnungsbaugenossenschaft in Lübbenau will seinen älteren Mietern noch mehr bieten.

Wohnhäuser lässt die die Gemeinschaftliche Wohnungsbaugenossenschaft der Spreewaldstadt Lübbenau eG (GWG) seit Jahren nicht mehr bauen. Fahrradhäuser dagegen sehr wohl. Derzeit wird bereits die 14. dieser schmucken kleinen Behausungen in der Franz-Liszt-Straße 13-18 errichtet. Da man Fahrradhäuser auch bei der Wohnungsbaugesellschaft Spreewald mbH (WiS) zu schätzen weiß, prägen sie mittlerweile das Bild der Neustadt ein wenig mit.

Zumindest die Genossenschaft, das wurde am Montag bei der Vertreterversammlung verkündet, wird auch im Jahr 2018 weitere holzverkleidete Häuschen errichten. Wie viele von ihnen, wann und wo – das sei noch zu prüfen. Gerade die älteren GWG-Mitglieder, sagt der Vorstandsassistent Paul Schlorf, melden Bedarf dafür an. Im Alter falle es schwer, Fahrräder in den Keller zu tragen und wieder hoch. Zumal viele von ihnen Elektroantrieb haben und entsprechend viel wiegen.

Wie der Vorstand den Genossenschaftlern weiter erläuterte, dürfen gerade die älteren Mieter im neuen Jahr aber mit noch mehr Erleichterungen rechnen. Der Einbau weiterer innenliegender Personenaufzüge sei beschlossene Sache, Darüber hinaus werden Eingangspodeste gesetzt und Leitungsstränge saniert. Instand hält die GWG auch Fenster, Treppenhäuser und Wechselsprechanlagen. Insgesamt rund 1,5 Millionen Euro will der Großvermieter ausgeben, so viel Geld wie auch in den vergangenen Jahren.

Um dem weiter steigenden Durchschnittsalter der Mieter Rechnung zu tragen, will die Genossenschaft nun außerdem Neuland betreten. Im neuen Jahr soll eine Dreizimmerwohnung mit altersgerechten technischen Assistenzsystemen ausgestattet werden. Derzeit prüfe man noch mit einem Partnerunternehmen, was an digitaler Technik eingebaut werden soll. Der Markt, so Paul Schlorf, gebe mittlerweile viel her.

In der GWG-Seniorenwohnung der Zukunft könnte standardmäßig beispielsweise die Klingel lauter sein, der Herd und andere Haushaltsgeräte sich automatisch selbst abschalten, die Jalousien per Fernbedienung runtergelassen werden. Schon jetzt haben seniorengerechte GWG-Wohnungen ebenerdige Duschen, Badewannen mit Tür, breite Türen und Haltegriffe. Ältere Menschen, so das Ziel, sollen möglichst lange ihre eigene Wohnung nutzen können, so Schlorf. Durch neue Technologien intelligent vernetzte Wohnungen könnten zudem für mehr Sicherheit sorgen. Diese älteren Menschen sollen auch darüber mit entscheiden, welche der neuen Techniken die Genossenschaft in neue Seniorenwohnungen installieren wird. Paul Schlorf: „Dafür richten wir die Musterwohnung ein, die alle besichtigen können.“

Klar sei auch, dass 2018 das Seniorenteam der GWG weiter unterstützt wird, so der Vorstandsassistent. Rund 60 Veranstaltungen für bis zu 1000 Teilnehmer bietet das Team Jahr für Jahr an. Unter anderem Plauderstunden und Buchlesungen, Tanznachmittage, Radtouren und Kurzreisen mit dem Bus wird es auch im kommenden Jahr wieder geben, ist sich Schlorf sicher. Mit einem Jahresbudget und Raumangeboten werde dieses genossenschaftliche Leben unterstützt.

Die Investitionen für 2018 kann sich die GWG leisten, wie Vorstand Andreas Rißka am Montag bei der Vertreterversammlung ausführte. Die Wohnungen seien konstant zu 97 Prozent vermietet, das Unternehmen stehe wirtschaftlich solide da. So konnte der Umsatz im Geschäftsjahr 2016 gegenüber 2015 um rund 120 000 Euro gesteigert, der Jahresüberschuss um 100 000 Euro erhöht werden. Gegenüber Kreditinstituten hat die GWG ihre Verbindlichkeiten um eine Millionen Euro gesenkt, so Rißka weiter. Kein Wunder, dass am Ende der Verbandsversammlung die Stimmung gut war beim Buffett.

Das Fahrradhaus in der August-Bebel-Straße in Lübbenau.
Das Fahrradhaus in der August-Bebel-Straße in Lübbenau. FOTO: Preikschat / LR