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| 19:44 Uhr

Kommunale Baumaßnahme
Lkw sorgen für lange Bauzeiten am Kreisel

 Die jetzige Verkehrsführung am Roten Platz in Lübbenau sorgt durch Teilsperrungen bei Autofahrern für Verwirrung. Abbieger von der Robert-Koch-Straße in die Straße des Friedens können derzeit sofort links abbiegen (siehe roter Pkw) und fahren damit quasi entgegen der üblichen Kreisverkehrsführung.
Die jetzige Verkehrsführung am Roten Platz in Lübbenau sorgt durch Teilsperrungen bei Autofahrern für Verwirrung. Abbieger von der Robert-Koch-Straße in die Straße des Friedens können derzeit sofort links abbiegen (siehe roter Pkw) und fahren damit quasi entgegen der üblichen Kreisverkehrsführung. FOTO: Hofmann Rüdiger
Lübbenau. Der Kreisverkehr am Roten Platz in Lübbenau war eigentlich fertig, jetzt wird wieder gebaut. Schwerlaster nutzten ihn als Abkürzung, es gab Schäden. Sperrungen sorgen nun für Unmut. Von Rüdiger Hofmann

Er ist einer der Lübbenauer Kreuzungsbereiche mit dem höchsten Verkehrsaufkommen: Der Kreisverkehr am Roten Platz – Nadelöhr am Spreewaldhaus, Zugang und Zufahrt zur Neustadt, Umschlagplatz am Rewe-Markt. Seit einigen Tagen sorgt die dortige Verkehrsführung bei Lübbenauern und auswärtigen Gästen für Verwirrung. Wechselnde Sperrungen im Bereich Straße der Jugend / Straße des Friedens oder Straße des Friedens / Robert-Koch-Straße lassen eine komplette Durchfahrt derzeit nicht zu. Drei Ampeln wurden eingerichtet und Umleitungsschilder aufgestellt.

„Die Fahrbahnrandbereiche des Kreisverkehrsplatzes müssen in einer höheren Belastungsklasse ausgebaut werden“, nennt Stadtsprecherin Mandy Kunze den Grund der Teilsperrungen. Dies sei erforderlich geworden, da große Lkw aufgrund der noch bestehenden Einschränkungen im Abschnitt vis-a-vis vermehrt die Randbereiche der Fahrbahn überfahren und so die Gefahr für Beschädigungen bestehen. „Wir nehmen jetzt einen verstärkten Ausbau des Unterbodens vor“, so Kunze weiter. Die Stadt übernimmt als Baulastträger auch die Kosten, die sich durch die Maßnahme ergeben.

 Damit solche Manöver am Kreisverkehr nicht mehr passieren, erfolgt ein verstärkter Ausbau des Unterbodens in einer höheren Belastungsklasse.
Damit solche Manöver am Kreisverkehr nicht mehr passieren, erfolgt ein verstärkter Ausbau des Unterbodens in einer höheren Belastungsklasse. FOTO: Hofmann Rüdiger

Im Interesse des öffentlichen Verkehrs wurde der Kreisverkehr am Roten Platz eigentlich bereits im Dezember 2018 freigegeben. „Wohlwissend war die Stadt darüber, dass die Markierungsarbeiten erst im Nachhinein, bei wärmeren Temperaturen, ausgeführt und somit Teilsperrungen notwendig werden“, teilt das Bauamt mit. Nun nutze man die Sperrungen, um die Fahrbahnrandbereiche auszubauen.

Auf die Frage, ob der Kreisverkehr grundsätzlich von der Breite her zu schmal geplant wurde – zumindest für Schwerlaster, antwortet die Stadt: „Der Kreisverkehr entspricht dem Regelwerk. Dennoch kann man erkennen, dass es nicht jedem Kraftfahrer gelingt, die Kurven sauber zu befahren.“ Seit vielen Jahren werde bereits an der L 49 eine Umlenkung des Schwerlastverkehrs vorgenommen. „Durch den vermehrten Einsatz von Navigationsgeräten kommt es aber immer wieder zu Streckenabweichungen, die auf kürzerem Weg durch die Neustadt und somit über den Kreisverkehrsplatz führen.“ Dem Kraftfahrer werde durch Hinweiszeichen empfohlen, den Kreisel vollständig zu umrunden, um so gesichert aus dem Kreisel zu fahren. Später sollen Lkw durch Verkehrszeichen von der Geschwister-Scholl-Straße über die Friedrich-Engels-Straße in die Straße des Friedens geführt werden.

Ein grundsätzliches Durchfahrtsverbot für Lkw kann nicht angeordnet werden, „weil es sich um Hauptverkehrsstraßen handelt“, so die Stadt. Handelseinrichtungen müssten regelmäßig mit Ware beliefert werden. „Bei der Straße des Friedens handelt es sich um eine Hauptverkehrsstraße und bei der Straße der Jugend um eine Haupterschließungsstraße“, teilt die Stadt mit. Beide Straßen haben die Funktion, den örtlichen Ziel- und Quellverkehr aufzunehmen und ihn an das übrige Straßennetz weiterzuleiten. „Nach Paragraf 14 des Brandenburgischen Straßengesetzes ist der Gebrauch der öffentlichen Straße jedermann im Rahmen der Widmung und der verkehrsrechtlichen Vorschriften gestattet.“

Durch die Sperrungen und Ampelschaltungen staut sich der Verkehr jetzt allerdings zeitweilig vor allem Richtung Kolosseum und auf der Robert-Koch-Straße rund einhundert Meter. Verkehrsteilnehmer wie Detlef Grätz sind irritiert. „Ich wusste anfangs nicht, warten die nun wegen mir oder wegen der Ampel, als ich die Straße überqueren wollte.“ Grätz bewegt sich nahezu täglich mit dem Rollstuhl dort entlang. Er bemängelt außerdem die Unebenheiten im Bereich des Roten Platzes, hofft aber noch auf Ausbesserungen.

Schaltet eine der Ampeln auf Grün, kann der Kreisel befahren werden. Allerdings, und das ist neu, in beide Richtungen. „Das ist absolut chaotisch“, sagt Matthias Krüger. „Beim erstmaligen Stehen an der Ampel wusste ich gar nicht, was überhaupt los ist. Und beim Befahren des Kreisels habe ich nicht erkennen können, wie man jetzt plötzlich fahren darf“, so der Lübbenauer. Zumal sich die Situation fast täglich ändere. Die Umleitungsschilder haben ihn eher verwirrt. Zur Klärung: Der aus der Robert-Koch-Straße in den südlichen Arm der Straße des Friedens Fahrende kann den Platz gleich linksseitig (ohne Umrundung!) und ohne mit Gegenverkehr rechnen zu müssen, befahren.

„Im Interesse des öffentlichen Verkehrs haben wir uns entschieden, keine Vollsperrung des Kreisverkehrsplatzes anzuordnen, sondern über die Ampelregelungen das Befahren zu ermöglichen“, so die Stadt. Die Fertigstellung des Kreisverkehrsplatzes einschließlich des nördlichen Armes der Straße des Friedens ist bis Ende Juli geplant.