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| 19:04 Uhr

Kommunalpolitik
Verbale Attacken bei AfD-Stadtgespräch in Lübbenau

Waren am Mittwoch Ansprechpartner für das erste Stadtgespräch in Lübbenau: Sven Schröder, AfD-Landtagsabgeordneter und Kandidat für die Landratswahl im OSL-Kreis, Ortsverbandsvorsitzender Marian von Stürmer und Christoph Berndt vom Verein „Zukunft Heimat“ (v.l.).
Waren am Mittwoch Ansprechpartner für das erste Stadtgespräch in Lübbenau: Sven Schröder, AfD-Landtagsabgeordneter und Kandidat für die Landratswahl im OSL-Kreis, Ortsverbandsvorsitzender Marian von Stürmer und Christoph Berndt vom Verein „Zukunft Heimat“ (v.l.). FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. Zukunft-Heimat-Vorsitzender wettert gegen „Masseneinwanderung“. Versammlungsleiter verweist Zwischenrufer des Saals.

Zum Eklat kam es beim ersten Stadtgespräch des AfD-Ortsverbands Lübbenau am Mittwoch. Nach einer Rede von Christoph Bernd, Vorsitzender des Vereins „Zukunft Heimat“, kam es in der Gaststätte „Zum grünen Strand der Spree“ zum Wortgefecht zwischen Bernd und zwei jungen Besuchern der Veranstaltung. Sie warfen ihm vor, Hass zu schüren, Flüchtlinge zu diffamieren und auszugrenzen. Nach wiederholten Zwischenrufen verwies Versammlungsleiter Marian von Stürmer, Vorsitzender des AfD-Ortsverbands, einen der beiden Besucher des Saals. Dessen Begleiterin ging wenig später.

Wie schon häufig bei Zukunft-Heimat-Demonstrationen in Cottbus und zuvor in Lübbenau hatte Christoph Bernd die deutsche Asylpolitik verbal scharf angegriffen, von „unkontrollierter Masseneinwanderung“ sowie von einer „unseligen Grenzöffnung“ gesprochen. Er entwarf ein Feindbild von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nicht zwischen „dem Fremden“ und „dem Eigenen“ unterscheiden könne und „weg“ müsse.

AfD-Landtagsabgeordneter Sven Schröder, der im April zum Landrat des OSL-Kreises gewählt werden will, nutzte den Vorfall in eigener Sache. „Hasspolemik“, wie sie von den jungen Leuten zu hören gewesen sei, werde von der AfD nie ausgehen. Sollte er Landrat werden, werde er eine „Initiative für freies Denken“ starten. Dass er im Landkreis Potsdam-Mittelmark wohne, wie ein Veranstaltungsbesucher anmerkte, sieht Sven Schröder nicht als Problem für seine Kandidatur. Reise er doch schon jetzt berufsbedingt viel. Gewinne er die Wahl, werde er im OSL-Kreis einen Wohnsitz haben.

Stimmen einbringen sollen Schröder seine Ankündigung, den ländlichen Raum besser zu entwickeln. Dazu soll der öffentliche Personennahverkehr verbessert und der Breitbandausbau vorangetrieben werden. Mit besseren Datenleitungen sei in den Dörfern Telemedizin praktizierbar. Der Tourismus auch im Spreewald brauche ein neues Leitbild. Wie das aussehen soll, führte Schröder aber nicht aus.

Marian von Stürmer kündigte weitere Stadtgespräche jeden zweiten Mittwoch an.