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Vattenfall verkauft Vetschauer Tochter

Für die 200 Mitarbeiter der Vetschauer Europe Power-Consult soll der Verkauf keine Veränderungen mit sich bringen.
Für die 200 Mitarbeiter der Vetschauer Europe Power-Consult soll der Verkauf keine Veränderungen mit sich bringen. FOTO: Jan Augustin
Vetschau. Der Energieriese Vattenfall führt seinen Konsolidierungskurs auch in Vetschau fort und verkauft seine Tochter Europe Power-Consult. Angst um ihre Arbeitsplätze müssen die rund 200 Beschäftigten offenbar nicht haben. Der Münchener Investor Palero will die Ingenieursgesellschaft mit den gewachsenen Strukturen erhalten. Jan Augustin

Nur das "Vattenfall" aus dem Firmennamen wird verschwinden. Der Rest der in Vetschau ansässigen Ingenieursgesellschaft Vattenfall Europe Power-Consult (VPC) soll erhalten bleiben. Das versicherte der Unternehmenssprecher des Münchener Kapitalgebers, Felix Frohn-Bernau, auf RUNDSCHAU-Anfrage. Selbst das "V" in der Abkürzung soll stehen bleiben.

Weder an der Zahl der Mitarbeiter werde geschraubt - rund 200 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Vetschau. Noch werde es Änderungen bei den Tarifgehältern geben. "Wir lassen die Struktur so, wie sie ist", betont Frohn-Bernau. Auch an der Unternehmensstrategie solle nichts geändert werden. In Vetschau habe sein Unternehmen eine "tolle Mannschaft" kennengelernt.

Die VPC-Gruppe ist auf Ingenieurs- und Labordienstleistungen im gesamten Kraftwerks- und Energiebereich spezialisiert und erbringt ihre Leistungen für den schwedischen Staatskonzern Vattenfall als auch für Dritte. "Wir sehen in diesem Sektor eine Chance, trotz der Veränderungen", begründet Frohn-Bernau die Investition. VPC sei profitabel und wachse. Über den Verkaufspreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Die Transaktion soll bis zum Ende des Monats abgeschlossen sein. Vattenfall setze mit dem Verkauf sein "Konsolidierungsprogramm als Reaktion auf die schwierigen Marktbedingungen in der Energiebranche konsequent fort", erklärt Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka. "Unser Ziel ist es, den VPC-Mitarbeitern dabei höchste an Sicherheit zu bieten und der VPC zu ermöglichen, mit einem neuen Gesellschafter in den nächsten Jahren Wachstumschancen zu nutzen."

Palero hat sich auf die Käufe von Konzernteilen spezialisiert. Neben seinem Kapital - deshalb der englische Begriff "Private Equity Investor" - bringe Palero sein internationales Netzwerk und Erfahrung in die Beteiligung mit ein.

Zum Thema:
Laut Vattenfall arbeiten bei VPC insgesamt 535 Menschen an den Standorten Vetschau, Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg, Spremberg und Jänschwalde. Neben der VPC wird auch die VPC East in Belgrad und die Lausitzer Analytik GmbH in Spremberg veräußert. Der Jahresumsatz liegt bei rund 60 Millionen Euro. Der Jahresabschlussbericht von 2012 weist ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von etwa 4,3 Millionen Euro aus.