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Und nächstes Jahr im Fahrsport

Mit ihren Ponys ist Hanna Netzker, hier auf diesem Foto mit Beifahrerin Isabel Bannasch, auf Turnieren flott unterwegs. Im kommenden Jahr will Hanna Netzker mit Diana Kullnick in einer höheren Leistungsklasse starten.
Mit ihren Ponys ist Hanna Netzker, hier auf diesem Foto mit Beifahrerin Isabel Bannasch, auf Turnieren flott unterwegs. Im kommenden Jahr will Hanna Netzker mit Diana Kullnick in einer höheren Leistungsklasse starten. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Calau/Repten. Ponys und Pferde sind die große Leidenschaft von Hanna Netzker. Seit dem achten Lebensjahr verbringt die 16-Jährige jede freie Minute auf dem Pferde- und Ponyhof in Repten (Stadt Vetschau). Nach ersten Turniererfolgen will die Calauerin ab kommendem Jahr im Fahrsport in einer höheren Leistungsklasse antreten. Uwe Hegewald / uhd1

Jetzt erst recht, sagt sich Hanna Netzker: Nach ihrem erfolgreichen Abschneiden in der Leistungsklasse E (Einsteiger) will sie ab kommender Saison in der Klasse A (Anfänger) um Punkte und Pokale fahren. "Wenn alles passt und der Trend anhält, soll es noch höher gehen", blickt sie voraus. Ihr großer Traum: irgendwann einmal mit einer Ponykutsche in den Klassements M (Mittel) oder gar S (Schwer) zu Turnieren fahren. Letztere gestatten sogar die Teilnahme an internationalen Wettbewerben.

Doch wie kam Hanna Netzker überhaupt zum Fahrsport? "Schuld" ist mal wieder Diana "Kulle" Kullnick, Reptener Pferde-Expertin, die ihr Wissen gerne mit Nachwuchskräften teilt. "Bei Ausfahrten auf abgelegenen Waldwegen ließ sie mich immer mal wieder an die Leinen. Die Leidenschaft war geweckt", erzählt die Calauerin. Es folgten erste Turnierteilnahmen und erste Erfolge, wie beim ambitionierten Fahrturnier in Sonnewalde (Elbe-Elster). "In diesem Jahr konnte ich dort mit einem Pony-Zweispänner die kombinierte Prüfung für mich entscheiden", so die zielstrebige Fahrsportlerin.

Bemerkenswert: Mit einem Kegelfahren, der Dressur und dem Hindernis/Geländefahren lag Hanna Netzker in allen drei Disziplinen vorn. Gleichzeitig räumt sie ein, dass vieles ohne Beifahrerin Diana Kullnick, die zudem noch Ponys und Kutsche bereitstellt, nicht erreichbar gewesen wäre. Wie ernst das Duo die bevorstehenden Herausforderungen nimmt, zeigt das "Anheuern" bei Norman Schröder aus Drebkau (Spree-Neiße). Seit Anfang 2016 trainiert der erfolgreiche Fahrsportler, der bereits in der Klasse S platziert war, die beiden Reptener "Hofdamen". Kürzlich haben beide bei ihm das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse 5 abgelegt. 2017 wird Hanna Netzker alles versuchen, um sich für den Brandenburger Jugendkader zu qualifizieren. Der ermöglicht in den Folgejahren an Lehrgängen oder Trainingslagern teilzunehmen, die mitunter gefördert werden.

Etwas Bedenklichkeit hallt in den Worten der 16-Jährigen mit, die derzeit die 11. Klasse des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums besucht. "Meine Eltern haben großes Verständnis für mein Hobby und unterstützen mich, wo sie nur können. Ich möchte deren Hilfsbereitschaft nicht überstrapazieren", so Calauerin bezüglich finanzieller Aufwendungen.

Allein die Anmeldung für die höhere Klasse A, bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, schlägt sich bei einem Pony-Gespann und einer Kutsche mit rund 200 Euro nieder. Hinzu kommen noch Fahrkosten zu Turnieren, die sich mitunter über ein gesamtes Wochenende ausdehnen. "Um Pferde und Ponys an Wettkampforte zu bringen", müssen immer zwei Fahrzeuge mit einem entsprechenden Anhänger gechartert werden", nennt Hanna Netzker ein weiteres Beispiel.

Der Einstieg eines Sponsors käme einem Glücksfall gleich, so die Fahrsportlerin, die nach abgeschlossenem Abitur ein Landwirtschaftsstudium aufnehmen möchte. Sollten sich Gönner finden, die die Entwicklung des Calauer/Reptener Talents fördern wollen, dürften diese mit Gegenleistungen rechnen. So stellt das Team Netzker-Kullnick in Aussicht, auf der Kutsche, dem Transport-Anhänger sowie auf der Kleidung mit den Namen oder Logos der Sponsoren zu werben.