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| 01:28 Uhr

Und ewig lockt der „Weinberg“

Vor 20 Jahren hat Bernhard Dase den Pachtvertrag für das Schützenhaus unterschrieben. Vorher stand er 13 Jahre im Dienste der Handelsorganisation (HO) und war mit dem Ambiente im Haus bestens vertraut. Damals hieß es „Kulturhaus Heinrich Heine“.
Vor 20 Jahren hat Bernhard Dase den Pachtvertrag für das Schützenhaus unterschrieben. Vorher stand er 13 Jahre im Dienste der Handelsorganisation (HO) und war mit dem Ambiente im Haus bestens vertraut. Damals hieß es „Kulturhaus Heinrich Heine“. FOTO: Uwe Hegewald / uhd1
Altdöbern. Liebhaber gepflegten Kabaretts, unvergänglicher Rock- und Bluesmusik, kecken Karnevals oder sonstiger Veranstaltungen wissen das Altdöberner Schützenhaus zu schätzen. Die 2800 Einwohner zählende Gemeinde hat sich bewahrt, wonach viele Kommunen der Region suchen – ein Kulturhaus mit geräumigem Saal und Veranstaltungsfülle. Von Uwe Hegewald

Bereits 1845 galt der Altdöberner Weinberg als beliebtes Ausflugsziel. Weinbergpächter Wolff hatte seinerzeit ein Büchsen-Prämienschießen veranstaltet.

Seit 33 Jahren ist Bernhard Dase der (Wein-)Bergdoktor, wenn es darum geht, Menschen mit Kulinarischem, Unterhaltsamem oder Berauschendem von den Schmerzen des Alltags zu heilen. “1978 habe ich hier im Dienste der Handelsorganisation HO angefangen„, erinnert sich der Schützenhauswirt. Ebenso, dass sich just in jenem Jahr auch der Karnevalverein gründete.

Karnevalisten sind treu

Die Faschingsleute haben dem höchstgelegenen Gebäude im Ort und ihrem Gastwirt die Treue gehalten und eine Reihe von Vereinen das Schützenhaus längst zum Stammlokal erkoren. “Frauenchor, Gewerbeverein, Kleintierzüchter, Männergesangsverein, das Skataktiv und der Club Extra„, zählt Bernhard Dase auf. Viele kulturelle Veranstaltungen ließen sich nur im Schulterschluss umsetzen, sagt er und bezieht diese Aussage ebenso auf das einvernehmliche Miteinander mit der Gemeinde, die Eigentümer der Immobilie Schützenhaus ist.

Straßenfeste der Anlieger

Am Dienstag, 1. Februar, jährte sich die Unterzeichnung des Pachtvertrages zum 20. Mal. Als Gemeindevertreter nutzt Bernhard Dase (CDU) jede Gelegenheit, um auf den Stellenwert des kulturellen Zentrums hinzuweisen. Er begrüßt es, wenn Politik und Verwaltung sowohl die Attraktivität des Hauses erkennen, wie auch die Notwendigkeit, zu investieren.

Mitte der 90er-Jahre flossen rund 250 000 DM in die Gestaltung der Außenanlage, die sich einmal zum Festplatz der Gemeinde entwickeln sollte. Was dort möglich ist, beweisen seit zwei Jahren Anrainer des Weinberges, die im einladenden Außenbereich zünftige Straßenfeste feiern.

In das Klagen der Gastwirtsgilde will Bernhard Dase nicht einstimmen. “Zusammenhänge in der Gastronomie sind heute nicht mehr mit denen zu Zeiten meiner Anfangsjahre vergleichbar oder kurz nach der Wende, als Diskoabende mit eingebundener Stripteaseshow einen proppenvollen Saal garantierten„, erklärt der Altdöberner. Heute kommen Leute, die bewährte Gastlichkeit schätzen und nicht zwingend dem Trend nach Bierzeltatmosphäre, Pappbecher und Dixi-Toiletten folgen. Aus einem Umkreis von über 80 Kilometern reisen mittlerweile Gäste zu Rock- und Blueskonzerten an, die ebenso zur Tradition geworden sind wie die jährlich zweimal stattfindenden hochklassigen Skatturniere.

Ans Aufhören verschwendet Bernhard Dase, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, keinen Gedanken. Weder in seinem Geburtsort Lieberose, wo er mit der Vereinsgaststätte der Schützengilde und der Waldbühne ein zweites Standbein besitzt, noch im Altdöberner Schützenhaus ist ein Wirken ohne die Hingabe des Weinberg-Gastronomen, seiner Frau Karin und seines Mitarbeiterteams denkbar.

Zum Thema:

♦ Am Samstag, 12. Februar findet der musikalische Reigen im Schützenhaus seine Fortsetzung. An der Seite von Shawue wird Ex-Scorpions-Gitarrist Uli Jon Roth zu hören sein.
♦ Nach mehreren Karnevalsveranstaltungen gibt sich Lina Wendel am Samstag, 9. April die Ehre. “Leichenschmaus im Frauenhaus„ lautet das Stück der Kabarettistin.
♦ Am Samstag, 16. April ist “Lausitz-Blues„ und am Samstag, 30. April, Ostrocklegende Renft zu Gast