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Schulplanung
Umzug der Jenaplanschule immer wahrscheinlicher

Das Oberstufenzentrum in Lübbenau.
Das Oberstufenzentrum in Lübbenau. FOTO: Jan Augustin
Lübbenau. Drei von vier Lübbenauer Schulen befürworten eine entsprechende Planungsvariante.

In der Jenaplanschule müssen sich Schüler und Lehrer wohl mit einem Umzug in das Oberstufenzentrum (OSZ) in der Neustadt anfreunden. Nachdem die Lübbenauer Stadtverwaltung den Umzug in einer Analyse bereits als die vorteilhafteste Variante für die weitere Schulentwicklungsplanung vorgestellt hat, spricht sich dafür nun auch die Mehrheit der Schulkonferenzen aus. Tenor der Stellungnahmen von den Grundschulen „Traugott Hirschberger“ und „Werner Seelenbinder“ sowie auch von der Oberschule „Ehm Welk“:  Der Umzug der Jenaplanschule ins OSZ bringe einige Vorteile mit sich. Nachteile indes sieht man keine.

Als wesentlicher Vorzug gesehen wird gerade in den beiden Grundschulen die Möglichkeit, durch den Jenaplanschule-Umzug in Lübbenau die Zügigkeit des Unterrichts umzustellen. Heißt: Die Hirschberger-Grundschule könnte als Nachnutzer des direkt angrenzenden größeren Jenaplanhauses dort zwei Klassen pro Jahrgangsstufe unterrichten statt wie bisher nur eine Klasse. Im derzeit noch genutzten kleineren Gebäude in der Poststraße wäre nach einem Teilrückbau nur noch der Hort der Schule unterzubringen.

Mehr Platz und mehr Klassen für die Hirschberger-Grundschule in der Altstadt hätte für die Seelenbinder-Grundschule in der Neustadt den Vorzug, sich gesund schrumpfen zu können. Nur noch zwei statt drei Klassen pro Jahrgangsstufe wären dort erforderlich – das würde bedeuten, nicht mehr länger hart an der Grenze der räumlichen Kapazitäten lehren und lernen zu müssen. Zuletzt wurde, um die Situation in der Otto-Grotewohl-Straße zu entspannen, der Essenraum in einen Container direkt vor der Schule verlagert.

In der betroffenen Jenaplanschule selbst hingegen hält man von dem Umzug ins OSZ nichts. Keinerlei Vorteile wurden in der Stellungnahme genannt, jedoch einige Nachteile: Der neue Schulstandort am Rande der Neustadt sei „unattraktiv bezüglich der Verkehrslage“. Außerdem wird auf eine Statistik verwiesen, laut der für die Hirschberger-Grundschule eine Klasse pro Jahrgangsstufe ausreichend sei. Ein Unterricht mit zwei Klassen pro Jahrgangsstufe im Jenaplanhaus bedeute zudem weniger Fläche pro Schüler. Weiter verweist man in der Jenaplanschule auf die auch schon von der Stadtverwaltung genannten Nachteile des Umzugs: Er würde zum einen viel Zeit in Anspruch nehmen, zum anderen blieben im großen OSZ-Gebäude Raumkapazitäten ungenutzt.

Statt eines Umzugs favorisieren Lehrer und Eltern der Grundschule mit dem besonderen pädagogischen Profil und einem Schüler-Einzugsbereich über die Grenzen Lübbenaus hinaus die zweite von der Stadt angebotene Variante: Die Hirschberger-Grundschule wird saniert und die Seelenbinder-Grundschule bekommt ein neues Hortgebäude. An der Zügigkeit des Unterrichts würde sich so an allen drei Grundschulen nichts ändern. Keine Umzüge wären nötig. Die Stadt müsste nicht das OSZ vom Landkreis erwerben.

Trotz dieses Plädoyers für den Erhalt aller Schulen am jetzigen Standort verschließt sich die Jenaplanschule nicht grundsätzlich einem Umzug ins OSZ. Lässt er sich nicht vermeiden, wollen Vertreter von Schulkonferenz und Förderverein allerdings unbedingt in die Planung eingebunden werden. Das neue Schulgebäude müsse entsprechend dem pädagogischen Konzept der Bildungseinrichtung umgebaut und ausgestattet werden. Erst danach ließe sich der Schul- und Kita-Betrieb am neuen Standort aufnehmen.

Im Rathaus hat man  die Stellungnahmen auf die Internetseite gestellt unter www.luebbenau-spreewald.de/Kommunalpolitik/Ratsinformationssystem. Am 14. November befasst man sich im Bildungsausschuss mit dem heiklen Thema und will eine Beschlussempfehlung geben – für die Stadtverordnetenversammlung am 6. Dezember. Dort soll die Entscheidung fallen.