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| 18:06 Uhr

Junge Forscher im Biosphärenreservat
Umweltpraktikanten lernen im Spreewald „Prinzip Nil“ kennen

 Umweltpraktikantin Nanna Bier mit Michael Petschick (l.) vom Biosphärenreservat Spreewald und Commerzbank-Filialleiter Andro Linke auf der Zeitz-Wiese.
Umweltpraktikantin Nanna Bier mit Michael Petschick (l.) vom Biosphärenreservat Spreewald und Commerzbank-Filialleiter Andro Linke auf der Zeitz-Wiese. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Zwei Studentinnen dürfen dank Commerzbank-Finanzierung im Biosphärenreservat wissenschaftlich arbeiten und entdecken dabei Erstaunliches. Von Daniel Preikschat

Wasserschlagwiese? – Ja, er habe richtig verstanden. Die ganze Wiese stehe den Winter über komplett unter Wasser. Mit leichter Strömung zieht das Wasser durch die Gräser. Das ermögliche Fischauftrieb, außerdem dünge das nährstoffreiche Wasser die Wiese. Durch das Anlegen von Zirren verteilt sich das Nass regelmäßig. – Und was sind nun wieder Zirren? – Lang gestreckte Senken. – Und wie werden die angelegt. – Schreitbagger drücken sie mit ihren Mulden in die Wiese.

Wortwechsel wie diese entstehen, wenn sich der stellvertretende Leiter des Biosphärenreservats und der Direktor der Commerzbank-Filiale in Lübben in spreewaldtypischer Natur begegnen. So geschehen vorige Woche, als Banker Andro Linke und Naturschützer Michael Pet­schick bei einem Pressetermin die acht Hektar große Zeitz-Wiese im Nordosten von Lehde aufsuchten. Mit aufs üppige Grün spazierten Commerzbank-Prokuristin Heike Ziegenbalg und Nanna Bier aus Berlin, die im dritten Semester Landschaftsnutzung und Naturschutz in Eberswalde studiert. Öffentlichkeitswirksam übergab ihr Andro Linke einen schicken Rucksack.

Wichtiger für Nanna Bier ist die finanzielle Unterstützung durch die Commerzbank. Sie zahlt der jungen Frau aus Berlin für ihren dreimonatigen Aufenthalt bei der Biosphäre ein Praktikantenentgelt sowie die Unterkunft. Ebenfalls in dieser Weise unterstützt wird Sophia Launert, die in Frankfurt (Main) Physische Geographie studiert und in Lübbenau einen Lehrpfad zur geologischen Entstehung des Spreewalds konzipiert.

Nanna Bier indes haben es die Feuchtwiesen im Spreewald angetan, insbesondere die beiden Wasserschlagwiesen in Lehde. „Periodisches Kleinstgewässer“ heißen sie in der Wissenschaftlersprache. Man könnte auch vom „Prinzip Nil“ sprechen, so Petschick. Vergleichbar mit der Nilschwemme treten auch die Fließe in Lehde über die Ufer, machen Boden fruchtbar und hinterlassen ein artenreiches Biotop, wie allein das vielstimmige Gezirpe der Insekten erkennen lasse. Im Spreewald allerdings, erklärt der stellvertretende Leiter des Biosphärenreservats, müssen dazu die Wehre entsprechend eingestellt werden.

Aufgabe Nanna Biers ist es nun, Maßnahmen zum Erhalt der Feuchtwiesen in ihrer Wirksamkeit zu dokumentieren. Maßnahmen wie etwa das Anlegen der Senken oder die Mahd. Dokumentiert werden von ihr zudem Vegetation und Fischarten, die Ergebnisse verglichen mit denen aus den Vorjahren. So ließen sich Entwicklungen erkennen. Derzeit, in der Phase der Bestandsaufnahme, arbeite sie viel mit Excel-Tabellen, sagt die 21-Jährige.

Man müsse dankbar sein für die Unterstützung, sagt Michael Pet­schick auch an die Adresse der Commerzbank. Die Bewirtschaftung der Wiesen lohne heute ja kaum noch, dennoch seien sie von größtem Wert für Naturschutz und Tourismus. Daher müsse man in sie investieren. Zeit, Mühe, Geld. Petschick erwähnte hier die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald, die unter anderem mit der Wiesenaktie finanzielle Mittel erwirtschaftet. Man sei aber auch stark abhängig von Spenden. Zum Beispiel habe die Stiftung Feuchtgebiete 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. Doch auch kleinere Beträge helfen, wie sie etwa durch die Heuschober-Spendendosen reinkommen.

Hier wurde Andro Linke gleich hellhörig. Mit Pressesprecherin Heike Ziegenbalg war er sich einig, dass diese Mini-Heuschober auch in Commerzbank-Filialen einen guten Platz hätten.