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| 02:32 Uhr

Ulla Schmidt: "Inklusion kein Sparmodell"

Lächeln fürs Gruppenbild: Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird freundlich empfangen in Lübbenau.
Lächeln fürs Gruppenbild: Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wird freundlich empfangen in Lübbenau. FOTO: Jan Augustin
Lübbenau. Menschen mit Behinderungen können und sollen sich auch auf dem ersten Arbeitsmarkt behaupten. Das ist eine Erkenntnis des Arbeitsbesuches der Bundestagsabgeordneten Ulla Schmidt (SPD) in der Awo-Spreewaldwerkstatt in Lübbenau am gestrigen Montag. jag

Die ehemalige Gesundheitsministerin sei "absolute Anhängerin" des inklusiven Gedankens. Auch wenn das Modell anfangs viel Geld koste, sei es später ein Gewinn für die Gesellschaft. Schmidt weiß: "Inklusion ist kein Sparmodell."

Der gleichen Meinung ist Sven Eigenwillig von der Awo-Spreewaldwerkstatt. "Inklusion ist eine gesellschaftliche Aufgabe", sagt der Fachbereichsleiter. Seine Einrichtung habe sich vor gut einem Jahr dem ersten Arbeitsmarkt geöffnet - mit Erfolg. 40 Teilnehmer konnten seit April 2012 Erfahrungen mit externen Praktika sammeln. Die Unternehmen seien anfangs skeptisch gewesen, hatten dann aber genau wie die Teilnehmer positive Erlebnisse.

Aktuell machen aus der Lübbenauer Einrichtung fünf Menschen Praktika im Seniorenheim, in der Kita oder auf dem Friedhof. Das Modell sei gut angelaufen, fest angestellt werden konnte allerdings noch keiner, berichtet Awo-Sozialarbeiter Sven Gülle. "Das benötigt noch Zeit." Außerdem müssten Finanzierungsmodelle geschaffen werden, die eine langfristige Beschäftigung ermöglichen.

In der Expertenrunde mit Mitarbeitern der Einrichtung, Vertretern der Stadt und SPD-Bundestagskandidatin Tina Fischer meldete sich auch Lübbenaus Gästeführerin Monika "Milena" Baumgart zu Wort. Der Stadt und ihren Anwohnern stellte sie ein gutes Zeugnis im Umgang mit behinderten Menschen aus.