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| 16:03 Uhr

Reaktionen nach verheerendem Raubtier-Angriff
„Tschüss, kleiner Frackträger!“

Ein Pinguin zum Anfassen war er gewesen. Flocke hat den Badegästen viel Spaß gemacht und war auch Fußballspiel-Orakel.
Ein Pinguin zum Anfassen war er gewesen. Flocke hat den Badegästen viel Spaß gemacht und war auch Fußballspiel-Orakel. FOTO: STEVEN SCHWERDTNER
Lübbenau. Große Anteilnahme und viele Beileidsbekundungen nach Tod von Spreewelten-Pinguinen. Von Daniel Preikschat

Erst nach ihrem Ableben wird so richtig deutlich, was für Publikumslieblinge die vier Spreewelten-Pinguine waren. Über 1000 Reaktionen gab es innerhalb weniger Tage in den sozialen Medien auf die Nachricht der Spreewelten über den Verlust von Daisy, Flocke, Kitty Tupf und Papageno nach einem Raubtier-Angriff.

Dabei hatten viele der über 200 zum Teil längeren Kommentare den Charakter von Kondolenzschreiben. Von einem „tragischen Verlust“ war unter anderem die Rede, von einer „Katastrophe“. Wie denn ein Raubtier in das Gehege habe eindringen können, wurde gefragt. Und der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass das Sicherheitsproblem bald gelöst werden kann. Besonders den beiden Tierpflegerinnen wünschten die Facebook-Nutzer Kraft. „Bleibt tapfer“, hieß es etwa.

Die mit Abstand größte Anteilnahme bekam Flocke. Der zahmste Pinguin war auch der auffälligste. Ihn hatten die meisten Badbesucher schon mal gesehen oder sogar gestreichelt. Auch in den Medien war er am präsentesten. Allein wegen seiner Orakel-Funktion bei WM und EM. Das „Wappentier“ der Spreewelten sei Flocke gewesen, wird in den sozialen Medien mitgeteilt. Ohne ihn, steht in einem der Kommentare, seien die Spreewelten nicht mehr, was sie einmal waren. Und in einem anderen: „Schade, dass ich Flocke nicht mehr kennenlernen durfte.“ Sogar ein Denkmal für ihn schlägt man vor. Darauf könnte stehen, was wiederum auf Facebook zu lesen ist: „Tschüss, kleiner Frackträger!“

Ein Denkmal wird es für Flocke und die anderen getöteten Pinguine nicht geben. Immerhin aber, heißt es von den Spreewelten, werden die toten Pinguine auf dem Gelände des Bads ihre letzte Ruhestätte finden. Bestattet werden sie nicht öffentlich. Obwohl: Schaut man auf die vielen Reaktionen im Internet, es würden wahrscheinlich genügend Trauergäste kommen. Bei den Spreewelten, ja sogar in der Lübbenauer RUNDSCHAU-Redaktion, die Pate von einem der noch lebenden Pinguine ist, kam sogar eine Trauer-Postkarte an, in der ein Lübbenauer seine Anteilnahme bekundet. Es heißt darin auch: „Es mag Menschen geben, die diese Form des Beileids albern finden.“ Doch wer selbst Tiere habe, schätze, was sie einem zurückgeben. Kritische Äußerungen zur Haltung von Pinguinen in einem Erlebnisbad gibt es nach dem Vorfall allerdings auch, wenn auch nur wenige. Tenor: Ein Bad sei kein Zoo, „Wettschwimmen“ mit Pinguinen zur Belustigung zu veranstalten, „lachhaft“. Am besten wäre es, Pinguine überhaupt nicht einzusperren.

Derweil steht mittlerweile fest, dass ein großer Fuchs, die Pinguine in der Nacht von Sonntag auf Montag getötet hat. Das beweisen Wildkamera-Aufnahmen, so die Spreewelten. Sie zeigen, dass das Raubtier in den vergangenen Nächten erneut mehrfach unter einem Wildtierzaun hindurch auf das Spreeweltenbad-Außengelände gelangen konnte. Die verbliebenen 18 Pinguine sind seit dem Vorfall nachts jedoch im Innenbereich ihres Geheges sicher untergebracht. Mithilfe eines Jägers soll der Fuchs in einer Lebendfalle gefangen werden. Eine Sondergenehmigung, das Tier erlegen zu dürfen, sei beantragt worden.