Für die Stadtverordnete Kathrin Schreier (CDU) geht das so eigentlich nicht mehr. Bundesweit werden angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen die Schutzmaßnahmen verschärft und das Homeoffice ausgeweitet – und im Lübbenauer Rathaus treffen sich weiterhin Stadtverordnete, Verwaltungsmitarbeiter und Lübbenauer Bürger zu öffentlichen Sitzungen. Das müsse auch digital funktionieren, mahnte die Abgeordnete an und erinnerte an eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung.
Der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schamberg wies jedoch hin auf die nach wie vor geltende kommunale Notlagenverordnung laut der Präsenzveranstaltungen unter gewissen Bedingungen erlaubt sind. Diese Bedingungen – beispielsweise ausreichend große Räumlichkeiten – könnten im Rathaus erfüllt werden. Zudem sei digital auch die Gesprächsführung schwierig und das Herstellen von Öffentlichkeit. Auch brauche es seine Zeit, die entsprechende Technik einzurichten. Ist man damit fertig, werde sie möglicherweise gar nicht mehr benötigt.

Digitale Diskussion würden an Qualität verlieren

Auch Carola Krahl (SPD) sprach sich gegen die Digitalisierung aus. Diskussionen würden an Qualität verlieren. Die Stadt tue zudem bereits viel, um Infektionsschutz zu gewährleisten. Beispielsweise sei kürzlich von den Stadtverordneten beschlossen worden, während der Sitzungen auch am Platz Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Nur zum Sprechen und Trinken darf er jeweils kurz abgenommen werden.