“Wir haben uns für einen Kachelofen entschieden und den Schritt noch keinen einzigen Tag bereut„, sagt Bernhard Kaufmann. Der Vetschauer schwört auf die behagliche Wärme, die herkömmliche Heizkörper nur schwer erreichen. “Gewichen ist ein offener Kamin, der zu geselligen Anlässen angeheizt und immer schön anzusehen war, jedoch wenig effektiv arbeitete„, so der Spreewälder.

Während der zurückliegenden Kälteperiode konnte die Familie mit ihrer Neuanschaffung die komplette untere Etage beheizen und temperieren. “Zudem speichern Keramikkacheln die Wärme bis in die Morgenstunden. Ein Aspekt, durch den wir uns Einsparungen von bis zu 30 Prozent der bisherigen Heizkosten erhoffen„, betont Bernhard Kaufmann.

Kamin- und Ofenbauer wie Jens Lehmann aus Missen bestätigen einen ungebrochenen Trend zum Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. “In den zwölf Jahren, die ich in dieser Branche unternehmerisch tätig bin, verzeichne ich eine jährlich steigende Tendenz, insbesondere bei Modellen mit integrierter Warmwasseraufbereitung„, berichtet der Ofenexperte. Als vorteilhaft erweise sich, wenn Häuser der Interessenten bereits über einen Schornstein verfügen oder Bauwillige bereits bei ihrer Hausbauplanung die Errichtung eines Schornsteins ins Kalkül zögen, sagt er. Ofenbauer weisen ferner darauf hin, dass beim Verbrennen nur so viel Kohlendioxid abgegeben wird, wie das junge Holz während seines Wachstums geschluckt hat. “Die Kohlendioxid-Bilanz ist beim Verbrennen von naturbelassenem und lufttrockenem Holz durchaus ausgeglichen„, bemerkt Jens Lehmann. Er hat in der Altdöberner Sandgrubenstraße das ehemalige Feuerwehrdepot zum Ofen- und Kamin-Beratungszentrum umfunktioniert.

Ein Rückbesinnen auf Holzfeuerungen verspüren auch die hiesigen Forstleute. “Die Brennholznachfrage ist in den zurückliegenden Jahren enorm angestiegen„, sagt Diplom-Forstingenieur Olaf Niepraschk. Der Oberförster vom Landesbetrieb Forst Brandenburg nennt gleich mehrere Gründe: “die technische Weiterentwicklung von Kaminen und Öfen, der Holzreichtum in der Region, die Alternative zu Öl und Gas und die umweltverträglichen Aspekte.„

Bedenken, wonach die Lausitzer Wälder verheizt werden könnten, teilen Experten indes nicht. Für ein gesundes Wachstum müssten Wälder regelmäßig durchforstet werden. Das dabei gewonnene Holz bildet zusammen mit dem durch Schneelast oder Stürme anfallenden Bruchholz das Gros des kostengünstigen Heizmaterials. Vor der Entscheidung, sich einen Ofen/Kamin zuzulegen, sollten sich Interessenten jedoch darüber im Klaren sein, dass das Beheizen gegenüber Gas, Öl, Strom oder Erdwärme etwas mehr Arbeit erfordert. “Es ist aber eine abwechslungsreiche Tätigkeit und die behagliche Wärme entschädigt für die vorherigen kleinen Mühen„, sagt Bernhard Kaufmann. Uwe Hegewald/uhd1