Während vielerorts die Konfirmationen auf den Herbst oder das nächste Jahr verschoben wurden, entschieden sich in Altdöbern die evangelische Kirchengemeinde und zwei Familien für das traditionelle Datum.
In einem festlichen Gottesdienst wurden Wilhelm Kock und Constantin Schefter am Pfingstsonntag von Pfarrerin Astrid Schlüter konfirmiert.

Familien und Kirchengemeinde finden trotz Corona gemeinsame Wege

Die beiden 14-Jährigen aus Altdöbern haben sich schon lange auf die Konfirmation gefreut und mit ihren Familien das Fest geplant. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde hat man Wege gefunden, trotz Corona-Einschränkungen zu feiern. Zu Gruppen in Familien unter Wahrung der geforderten Abstände kamen Verwandte, Paten, Freunde und Gemeindemitglieder am Sonntagnachmittag in der festlich geschmückten Kirche zusammen.
„Auf geht’s! Ihr seid nun gestärkt im Leben als Christen. In diesem Gottesdienst bekräftigt nicht nur Ihr Euren Glauben, sondern Ihr sollt auch bekräftigt werden“, machte Pfarrerin Schlüter in ihrer lockeren und fröhlichen Predigt den Jugendlichen in diesen schwierigen Zeiten Mut. Die Konfirmation sei so etwas wie ein Doppelpunkt. Danach ginge es erst richtig los. Und wie in der Bibel über das Pfingstgeschehen überliefert, mögen sie auch heute einen Hauch des Heiligen Geistes spüren. Mit dem sich anschließenden Segen durch Handauflegen machte Pfarrerin Schlüter den Zuspruch persönlich.
Die besten Wünsche, verbunden mit der Hoffnung, dass die Jugendlichen sich weiter in der Gemeinde wohl fühlen, überbrachte Michael Schulz als Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Musikalische Grüße erreichten die Konfirmanden unter anderem mit dem Stück „Memory Dreams“ von Gottfried Peschel an der Orgel und Gabriel Scherf am Saxofon.

Konfirmation von drei Mädchen erst im Herbst

Wilhelm und Constantin haben gemeinsam mit Isabel aus Missen sowie Jessica und Vanessa aus Ranzow knapp zwei Jahre Konfirmandenunterricht bei Pfarrerin Schlüter hinter sich, mit Inhalten des christlichen Glaubens, mit fröhlichen und schwierigen Zeiten. Sie haben sich mit sich selbst auseinandergesetzt, Fragen des Lebens gestellt und Antworten gesucht. Ihr Wissen stellten sie kürzlich in einer Prüfung und bei einem Vorstellungsgottesdienst unter Beweis. Dass sie nun nicht gemeinsam konfirmiert werden können, bedauern Constantin und Wilhelm etwas. „Wir haben so lange auf die Konfirmation hingearbeitet. Für mich war heute einfach der richtige Tag“, sagt Constantin nach dem Gottesdienst. Auch Mutter Silvana Schefter bekräftigt: „Die Kinder sind einfach so weit. Sie haben den Unterricht beendet und sollen nun auch konfirmiert werden. Dank der aktuellen Regelung sind nun die Einschränkungen für die Familienfeier geringer. Wir freuen uns über die Entscheidung, auch wenn ein gemeinsamer Gottesdienst schöner gewesen wäre“.
Genauso sieht es Familie Kock: „Wir hätten uns aber nicht vorstellen können, länger zu warten.“ Schließlich seien beide Jungs gemeinsam getauft worden. Es sei also nur schlüssig gewesen, dass sie auch ihre Konfirmation gemeinsam feiern. Für die die drei Mädchen wird es einen Konfirmationstermin im Herbst geben.
Bei der Konfirmation dürfen die Jugendlichen zum ersten Mal am Abendmahl teilhaben. Die Austeilung von Brot und Wein in Coron-Zeiten stellt viele Gemeinden vor große Herausforderungen. In Altdöbern gibt es die Oblaten deshalb per Pinzette. Auf das Trinken aus dem Kelch wurde verzichtet.

Konfirmation


Die Konfirmation ist ein feierlicher Segnungsgottesdienst, in dem sich junge Menschen zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Die Konfirmanden bekräftigen damit ihre Aufnahme in die christliche Gemeinde, die zuvor mit der Taufe, meist im Säuglingsalter, geschehen ist. Im Alter von 14 Jahren sind die Jugendlichen religionsmündig und erhalten damit alle Rechte innerhalb der evangelischen Kirche.