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| 15:12 Uhr

Infos aus der Jahreshauptversammlung
Radduscher kritisieren konfuse Parksituation

 Während in Raddusch hinter den Kulissen bereits das Festkomitee die 725-Jahr-Feier vorbereitet und der Tourismusverein über wichtige Projekte diskutiert, präsentiert sich der Ort nach außen in ländlicher Idylle – mit den Alpakas von Franziska Ast. Sie unterhält auf dem Gelände der Großeltern eine Farm.    Archivfoto:  Becker
Während in Raddusch hinter den Kulissen bereits das Festkomitee die 725-Jahr-Feier vorbereitet und der Tourismusverein über wichtige Projekte diskutiert, präsentiert sich der Ort nach außen in ländlicher Idylle – mit den Alpakas von Franziska Ast. Sie unterhält auf dem Gelände der Großeltern eine Farm. Archivfoto:  Becker FOTO: Peter Becker
Raddusch. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Tourismusvereins Raddusch und Umgebung werden Neuheiten und wichtige Projekte für 2019 angesprochen. Zugleich wird über das Parkverbot in der Radduscher Dorfstraße heiß diskutiert. Von Rüdiger Hofmann

Mitglieder des Tourismusvereins Raddusch und Umgebung haben auf der jüngsten Jahreshauptversammlung die derzeitige Parksituation im Ort scharf kritisiert. Seit ein paar Wochen stehen auf der Dorfstraße Parkverbotsschilder. Sie wurden nun in dieser Woche plötzlich abgedeckt. Im Gegenzug tauchten auf der gegenüberliegenden Straßenseite Schilder auf mit einem kuriosen Hinweis: Parkverbot ab dem 25. Februar, 7h.

„Diese Schilder sind aufgestellt worden, weil dort die Telekom aktuell Leitungsarbeiten im Zuge des Breitbandausbaus durchführt“, erklärt Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Sie stünden  nur befristet.

 Die Schilder auf der anderen Dorfstraßenseite sind derzeit abgedeckt.
Die Schilder auf der anderen Dorfstraßenseite sind derzeit abgedeckt. FOTO: Hofmann Rüdiger

„Was die andere Straßenseite anbelangt, so ist das Parken auf Gehwegen grundsätzlich verboten“, sagt die Stadtspitze. Was nun durch die neuen Schilder – die für die Zeit der Telekombaumaßnahmen abgedeckt sind – ausgesagt werden soll. Eine Straßenbreite von 5,50 Metern müsse laut Straßenverkehrsamt gewährleistet werden. Bevor die neuen vier Verbotsschilder aufgestellt wurden, habe das Amt dort nur halbherzig „durchgegriffen“ und Parkmöglichkeiten offengelassen. „Teilweise stellten dann Anwohner ihre Autos nicht auf ihre jeweiligen Grundstücke, sondern draußen an der Straße ab“, sagt Kanzler.

Doch wo nun parken, wenn es an vielen Stellen verboten ist? Was gedenkt die Stadt zu tun, um sich auf ein hohes auswärtiges Fahrzeugaufkommen einzustellen, das wohl zu erwarten ist beim Hafenfest in Raddusch im Mai, vor allem aber zur 725-Jahr-Feier im August? „Hierzu werden wir uns noch ein gesondertes Parkkonzept überlegen“, sichert das Stadtoberhaupt zu. Einzelne Straßenabschnitte könnten dann ausschließlich zum Parken dienen, nicht aber für den gewöhnlichen Durchgangsverkehr. Mitglieder des Tourismusvereins schlagen auch markierte Parkbereiche vor. „In jedem Fall müssen schnell alternative Lösungen zum Parken gefunden werden, wenn möglich, bis zum Saisonbeginn“, heißt es unter den Mitgliedern. „Wir werden uns mit einem Forderungskatalog an die Stadt wenden“, fasst der Vereinsvorsitzende Peter Becker zusammen.

Es wurde aber nicht nur Kritik geübt. Der Verein mit seinen aktuell 34 Mitgliedern stellte seinen Jahresbericht vor und informierte über Neuheiten und wichtige Projekte. Als besonders positiv wird der neue Internetauftritt (www.raddusch-spreewald.de) gewertet. Die verbesserte Ortseingangsgestaltung steht weiterhin auf der Agenda, „hier sind wir 2018 überhaupt nicht weitergekommen“, so Becker. Ziel ist es nach wie vor, einen „großen, einzigartigen, provozierenden und gut einsehbaren Hingucker“ zu schaffen.

 Kurios: Auf einer Straßenseite tauchen diese Schilder auf.    Fotos: Hofmann
Kurios: Auf einer Straßenseite tauchen diese Schilder auf. Fotos: Hofmann FOTO: Hofmann Rüdiger

Zudem soll die Geistertour als Wanderung und in Kooperation mit den Kahnfährleuten fortgesetzt werden. „Im April will sich der Verein dann mit eigenem Stand auf der Messe am Berliner Ostbahnhof präsentieren“, sagt Undine Ast, zuständig für den Marketingplan.

Auch beim Projekt „Essbares Dorf“ will man Fortschritte machen. Hierbei fertigen Radduscher Bürger gemeinsam mit der Spreeakademie Hochbeete an, die in der Ortslage aufgestellt werden. Urlauber können sich dann mit Gemüse, Kräutern oder Blumen versorgen oder auf angebauten Bänken verweilen. Die Idee geht so weit, dass dort auch Handys aufgeladen oder Fahrräder aufgepumpt werden können. Die Energie käme von einem Solarpanel.

Außerdem stehen auf dem Jahresplan des Tourismusvereins: die Dorfplatzgestaltung, die Weiterentwicklung der Kunstscheune und die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Kunstverein. Zudem sollen der Zugang zum Hafen und die Beleuchtung des Skulpturenwegs verbessert werden. Und natürlich ist die Mitwirkung des Vereins bei der Vorbereitung der 725-Jahr-Feier ganz oben auf der Prioritätenliste zu finden. Ein Festkomitee ist bereits einberufen.