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| 14:21 Uhr

Nach Umfrage: Bremer Studenten Tipps für Stadtmarketing
Lübbenau soll Bilder sprechen lassen

 Lübbenau-Besucher sollen künftig noch mehr Naturerlebnis-Bilder zu sehen bekommen.
Lübbenau-Besucher sollen künftig noch mehr Naturerlebnis-Bilder zu sehen bekommen. FOTO: STEVEN SCHWERDTNER
Lübbenau. Bremer Tourismus-Studenten geben Hinweise nach Gästebefragung: Aufnahmen von Kahnfahrten und Naturschönheit sind für Besucher bei der Reisevorbereitung ganz wichtig. Von Daniel Preikschat

Warum besuchen Touristen Lübbenau? Was hat sie neugierig gemacht auf die Spreewaldstadt, was bei ihnen die Vorfreude geweckt auf den Urlaub hier? Diese Fragen haben Tourismus-Studenten der Uni in Bremen im April 100 Lübbenau-Besuchern gestellt. Tenor der Antworten: Es sind schöne, große Bilder, die vor allem Erstbesucher nach Lübbenau locken. Aufnahmen von der einzigartigen Natur, von der Spreewälder Kultur, auch von kulinarischen Genüssen, die Gäste hier erwarten. Und zuerst gesucht werden diese Bilder auf der touristischen Webseite der Stadt.

Die Auswertung der Umfrage bekamen Mitglieder der Lübbenauer Stadtmarketing-AG kürzlich an der Uni Bremen vorgestellt. Schon seit Jahren besuchen Studenten von Felix Herle, dort Professor für Management und Marketing im Tourismus, für mehrere Tage im April die Spreewaldstadt und betrachten kritisch bestimmte Bereiche des touristischen Angebots. Mal geht es ihnen um die Beherbergungsbetriebe, mal um die Kahnfährtouren. Diesmal waren „Digitalstrategien zur Steigerung der Vorfreude und Neugier vor der Reise nach Lübbenau“ ihr Thema.

Die Webseite der Spreewald Touristinformation und ihre inspirierende Wirkung, so das Ergebnis der Bremer, ist das wichtigste Medium für den Lübbenauer Tourismus. Die klare Botschaft müsse daher lauten: Starke emotionale Bilder sollten in Lübbenau noch stärker für die Werbung genutzt werden. Caroline Fürrl, Geschäftsführerin der Spreewald-Touristinformation Lübbenau, sagte in Bremen dazu: „Wir werden unsere Homepage nach und nach anpassen.“ Vorrangig beworben allerdings werden Vereinsmitglieder, sagte sie und lud weitere touristische Einrichtungen dazu ein, Mitglied zu werden.

Andrea Pursche, Mitarbeiterin in der Touristinformation, findet die Bremer Zuarbeit sehr hilfreich. „Wir sind in Lübbenau mitunter betriebsblind.“ Mit dem Blick von außen, sagt sie, haben junge Leute erkannt, dass sich Lübbenau auf sein Kernprodukt konzentrieren und noch mehr als bisher Bilder sprechen lassen sollte.

In Lübbenau wurde das Umfrage-Ergebnis im Anschluss an die Präsentation in Bremen in größerer Runde diskutiert. Spreewelten-Marketingleiter Steven Schwerdtner, aber auch Daniel Schmidgunst von der Spreewald Touristinformation wünschen sich ebenfalls mehr Mitglieder im Verein. Ein Tourismus­ort wie Lübbenau vermarkte sich desto besser, je mehr dabei mitmachen, so Schwerdtner. Konkret könnten beispielsweise auch kleinere Anbieter Gästen Ausflugsempfehlungen geben. Der „Gemeinschaftsgedanke“, hieß es, sollte mehr Verbreitung finden.

Immerhin, sagte Daniel Schmidgunst, mache die Touristinformation weitaus mehr, als nur Häuser mit Übernachtungsgästen zu füllen. So werden Angebote gebündelt präsentiert und gut besuchte Veranstaltungen organisiert. Ohne diese Bemühungen, die oft kaum bemerkt werden, würde Lübbenau nicht so stark nachgefragt, ist sich Schmidgunst sicher.

Seine Kollegin Andrea Pursche ist zudem überzeugt, dass Herausforderungen für die Gastronomie, was vor allem den Personalmangel betrifft, gemeinsam besser gelöst werden können. Beispielsweise arbeite Lübbenau an einem noch besseren Wintertourismusangebot. Möglicherweise könnten künftig mehr Fachkräfte in der Gastronomie ganzjährig beschäftigt werden. Gerade im Dezember sei die Stadt durch die Weihnachtsmärkte mit Kahnfahrten schon jetzt sehr belebt.