Durch die Fremdenverkehrsabgabe und den Kurbeitrag - der ist 2011 um 50 Cent auf 1,50 Euro pro Gast erhöht worden - wurden insgesamt rund 450 000 Euro in das Stadtsäckel gespült. Wie das Stadtoberhaupt versichert, handele es sich hierbei um zweckgebundene Einnahmen, die nicht in den Finanzausgleich eingehen. So werde damit beispielsweise die Spreewald-Touristinformation finanziert. Vor Jahren sei der Sagenbrunnen auf dem Marktplatz errichtet worden, Brücken und Radwege würden mit Teilen der Einnahmen unterhalten. Die Stadt jedoch würde für den Tourismus jährlich ein Mehrfaches von dem ausgeben, was durch die entsprechenden Abgaben eingenommen wird, erklärte Helmut Wenzel.

Sein Vetschauer Amtskollege Bengt Kanzler (parteilos) erkennt den Sinn des Linken-Vorstoßes nicht. "Es gibt schon jetzt die nötigen Grundlagen, um eine solche Abgabe einzufordern", sagt er. Für Vetschau sei eine solche Abgabe in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Er sehe die Förderung des Tourismus in der Stadt als wichtige Aufgabe, aber auch noch zu viele offene Baustellen in diesem Bereich wie das Stadthaus 3.

Für Calau kommt eine Tourismusabgabe gegenwärtig nicht infrage. "Der Tourismus ist ein zartes Pflänzchen, das sich in unserer Stadt erst entwickelt. Dafür wollen wir nicht gleich Geld nehmen", sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Er hoffe vielmehr, dass sich noch mehr Calauer an den gemeinsamen Aktionen beteiligen und Angebote sinnvoll vernetzt werden. Der zweckgebundene Einsatz der Einnahmen sei Grundvoraussetzung, wenn eine Tourismusabgabe erhoben werde, so Suchner. Es dürfe nicht sein, dass die Kommunalaufsicht dann die Verwendung für Pflichtaufgaben fordern könnte.