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| 12:56 Uhr

Radtour
Tour de OSL-Rekord nur knapp verfehlt

242 Radler strampelten 43 Kilometer durch den Oberspreewald-Lausitz-Kreis, Start und Ziel war in diesem Jahr die Spreewaldstadt Vetschau.
242 Radler strampelten 43 Kilometer durch den Oberspreewald-Lausitz-Kreis, Start und Ziel war in diesem Jahr die Spreewaldstadt Vetschau. FOTO: Uwe Hegewald
Vetschau/Senftenberg. 242 Radler treten zur 21. Tour de OSL von Vetschau nach Vetschau in die Pedalen. Von Uwe Hegewald

Kaum ein Rekord ist für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Auch nicht der Teilnehmerrekord zur Tour de OSL, die im vergangenen Jahr mit Start und Ziel Senftenberg 270 Starter zählte. „Dass nach dem Jubiläumsjahr wieder annähernd so viele Radfahrer teilnehmen, freut uns natürlich“, sagt Bärbel Weihmann, die am Samstag die doppelten Tour-Tickets verteilt. „Ein Abschnitt behalten die Radler, der andere kommt in den Los-Topf“, so die Sachgebietsleiterin Wirtschaft und Förderung in der Kreisverwaltung. 228 Unerschrockene zählt sie am Start vor der Vetschauer Schlossremise, doch ständig reihen sich neue Ausflügler ein. „Wir mussten noch um gutes Wetter beten und sind deshalb erst an der Wendisch-Deutschen Doppelkirche zugestoßen“, entschuldigt sich ein Quartett.

242 Radler bei der Tour de OSL FOTO: Uwe Hegewald

Ihre Gebete – wenn sie so auch ausgeführt wurden – finden Gehör. Zu bestem Ausflugswetter gesellen sich eine positive Grundstimmung und eine gesunde Portion Neugierde. „Keine Tour gleicht einer der vorangegangenen. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken“, sagt Frank Marciniak aus Senftenberg. Es ist bereits das 12. Mal, dass der 62-Jährige an einer Tour de OSL teilnimmt. Am Samstag bildet er mit Silke Stiller und Harry Hausdorf ein Trio, das um 7.30 Uhr die Fahrräder ans Auto heftet und von der Kreisstadt in die Spreewaldstadt fährt.

„Wir sind nicht nur eine Stadt im Spreewald, sondern auch ein Ort in der die wendisch/sorbische Sprache und Traditionen gepflegt werden“, teilt Bürgermeister Bengt Kanzler in seiner Begrüßung mit. Im Beisein von Waltraud Ramoth (Sorben-Beauftragte in der Stadt und im Landkreis) sowie Anke Gräfe und Sophie Gork vom 2012 gegründeten Verein Tyca (dt. Regenbogen) wird am Eingang zur Schlossremise ein Schild enthüllt, auf dem sich Vetschau zu seinen Wurzeln bekennt: „Wir pflegen immaterielles Kulturerbe – Deutsch-sorbisch/wendische Stadt“ ist auf dem Schild zu lesen.

Landrat Siegurd Heinze schwört die Pedaleure auf die rund 43 Kilometer lange Rundreise von Vetschau nach Vetschau ein: „Schön, dass sie uns auch nach der Jubiläumstour 2017 die Treue halten.“ Viele bekannte Gesichter habe er im Pulk gesehen. Radler aus dem Elbe-Elster-Kreis, aus Bayern oder Baden-Württemberg reihen sich ein und werden von Jens Bergmann angeführt. Zweimal ist der in der Kreisverwaltung für das Ressort Tourismus zuständige Mitarbeiter die Runde abgefahren, zuletzt am Donnerstag zum Anbringen der Wegweiser. „Anliegen ist es immer, auf der Strecke liegende Sehenswürdigkeiten anzusteuern oder Punkte mit interessanten, infrastrukturellen Entwicklungen“, so Jens Bergmann zur Philosophie der Ausfahrt.

Im Fokus der diesjährigen Runde liegen die beiden Kirchen in Vetschau und Kalkwitz sowie der Gräbendorfer See mit seinen touristischen Wahrzeichen und die einstige Kreisstadt Calau. Bürgermeister Werner Suchner empfängt die Radler und gibt denen zu verstehen, dass sie der Stadt des Kalauers, des Witzerundweges und der Museen ruhig öfters einen Besuch abstatten können.

 Torsten Kliche hat für die werbenden Worte seines Stadtoberhauptes keinen Empfang. In einem engen Zeitfenster müssen der Chef des Gasthauses „Zur Oase“ und seine Belegschaft über 200 Ankömmlinge mit Grillwurst, Soljanka und Erfrischungsgetränken versorgen. Entsprechend gestärkt lässt sich auch das letzte Tour-Drittel absolvieren, wo zum Abschluss eine Tombola mit attraktiven Preisen wartet.

Weitere Fotos unter www.lr-online.de/bilder