ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:41 Uhr

Demokratie-Projekte
Tolerantes-Brandenburg-Team in Lübbenau

Das Team Tolerantes Brandenburg hat im Gleis 3-Kulturzentrum und im Paul-Fahlisch-Gymnasium Gespräche geführt.
Das Team Tolerantes Brandenburg hat im Gleis 3-Kulturzentrum und im Paul-Fahlisch-Gymnasium Gespräche geführt. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Bürgerinitiative und „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ berichten – und üben Kritik.

Die Projektidee ist schon mal gut und der Titel auch. Einen „Chat der Welten“ wollen Schüler des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums einrichten, sich mit Schülern auf der Südhalbkugel austauschen. Weiter vorankommen will man aber auch beim Stolpersteine-Projekt. Es gibt noch viel Recherchebedarf, was die Nichte der Lübbenauer Jüdin Beatrice Ledermann angeht, die von den Nazis in den Freitod getrieben wurde. Das, und noch einiges mehr, hat das neugierige Besucher-Team vom Toleranten Brandenburg im Gespräch mit Schülern und Lehrern erfahren.

Die Besucher sind selbst noch jung, studieren, absolvieren ihr freiwilliges soziales Jahr oder sind im Landesschülerrat aktiv. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg, die ihrerseits Mobile Beratungsteams, den Verein Opferperspektive und die RAA (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie) mit Landesmitteln unterstützt, sind sie durch Brandenburg getourt. 30 Stationen in zwei Wochen, die Spreewaldstadt war am Freitag dran.

Wobei die Besucher erst zu Gast im Gleis 3-Kulturzentrum waren. Rathaus-Mitarbeiterin Elisabeth Jente gab dort mit einem Foto-Vortrag einen Überblick darüber, was die Bürgerinitiative „Buntes Lübbenau“ in den vergangenen Jahren unternommen hat, um beispielsweise Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern. Aber auch Erstwähler hat die Bürgerinitiative mobilisiert, mit einem demonstrativen Döneressen gegen die NPD protestiert oder Toleranzfeste gefeiert. „Die Lübbenauer Zivilgesellschaft“, so der Eindruck, den die Potsdamer gewonnen haben, „hat stets kreative Wege gefunden, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus zu wehren.“

Allerdings wurde auch Kritik geäußert, heißt es vom Besucher-Team. Das Gefühl, dass sich politische Akteure immer mehr aus dem ländlichen Raum zurückziehen, sei allgegenwärtig, so Edeltraud Lessing, ehemalige Lehrerin und Verantwortliche für Toleranzprojekte. Fördermittel und Gelder dafür seien knapp. Um die Akteure vor Ort zu stärken, müsse mehr getan werden.