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Tipi-Stadt für die Kleinen vom „Sonnenkäfer“

Vetschau.. Mehr los als sonst ist noch heute in der Vetschauer Kindertagesstätte „Sonnenkäfer“ in der Straße des Friedens. Nicht nur, weil schönes Wetter ist und alle Mädchen und Jungen draußen toben. Gymnasiasten aus dem Carl-Anwandter-Gymnasium in Calau haben hier eine Tipi-Stadt aufgebaut, die sie gemeinsam mit den Kleinen aus der Kita bemalten. Vier Projekttage, die allen wunderbar viel Spaß machten, auch dem einzigen männlichen Projektanten. Von Hannelore Kuschy

Diese Projektwoche in der Vetschauer Kita „Sonnenkäfer“ ist wieder einmal ein Beispiel dafür, wie etwas klappen kann, wenn alle mit dem Herzen dabei sind: Eltern, Erzieherinnen, Sponsoren, die Akteure selbst und natürlich die Kleinsten in der Runde. Zustande kam das Zweiergespann Carl-Anwandter-Gymnasium und die Vetschauer Kita im vergangenen Jahr. Beide waren mit einem Umweltpreis ausgezeichnet worden und lernten sich während der festlichen Veranstaltung kennen.
Das sollte sich nun in diesem Sommer auszahlen. „Für uns sind sie ein wirklicher Gewinn“ , freut sich Kita-Leiterin Christa Janzon. Im naturbelassenen Gelände am Haus bauten die Mädels und der eine junge Mann vier Tipis auf. Den rot-braunen Stoff überließ Spreewald Planen Vetschau der Einrichtung, das helle Materiel waren mal die alten Sonnenschirme der Kita. Und was man daraus machen kann, ist erstaunlich. Mit der praktischen Handwerker-Erfahrung eines Andrè König, der zwischen den zehn jungen Damen Hahn im Korbe war, bauten sie die kleinen Indianerzelte mit viel Phantasie zusammen – aus Holz übrigens, das Familie Konzack aus Koßwig aus dem eigenen Wald geschlagen hatte.
Gestern noch standen fesche kleine Künstlerinnen in Malerkleidung an den Tipis und bemalten sie mit Fingerfarben und Stiften nach Herzenslust. „Über den Sommer bleiben die Zelte natürlich stehen, im Winter werden wir die Stoffe einlagern, damit sie nicht verwittern“ , erzählt die Leiterin mit einem freundlichen Blick auf ihre jungen Talente.
Hinten, im Schatten älterer Bäume, legten die Gymnasiasten einen Sinnesweg für die Steppkes an. Wie es sich für eine Natur-Kita gehört, natürlich mit Naturmaterialien, die sie mit den Kindern im Wald gesammelt hatten: Moos, Rinde, Holz, Zapfen. „Wenn die Kinder hier drüber laufen, lernen sie die Unterschiede aller Materialien kennen, fühlen und erleben sie die Natur auf besondere Weise“ , erzählt Anne Freitag, eine der begeisterten Praktikantinnen.
Alle elf aber stellten noch mehr auf die Beine, zum Beispiel Männlein aus Holz. Beim Gehämmre und beim Nageln gestern entstanden die witzigsten Figuren, an denen die Kinder schon beim Hinschauen viel Spaß hatten. Drinnen im Haus kann man eine Raupe entdecken, die einige Mädchen aus Tontöpfen zusammenbauten. Daran soll gezeigt werden, wie sich Schmetterlinge entwickeln, die ja bekannterweise aus Raupen entstehen. Holzplatten in ganz unterschiedlichen Formen und bunt bemalt, sollen die Kleinen den Rollerweg beschreiben – „ein kleiner Gurkenweg“ , meint Christa Janzon, die sich bei allen Gymnasiasten herzlich bedankt, bei: Anne Freitag, Carolin Sündermann, Claudia Schulz, Patricia Horst, Reni Walter, Andrè König, Maria Rauhut, Juliane Tobies, Susanne Wendland, Ulrike Schneider, Mandy Müller und Steffi Gottschling. Lehrerin Gesine Böhmer zeigt sich auch sichtlich zufrieden darüber, dass ihre Bio-Gruppe bei den Kleinen so beliebt war. Frühmorgens haben schon immer einige der Kleinen auf die Gymnasiasten gewartet, um mit ihnen zu spielen oder ihnen zuzusehen.