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Teilabriss schafft Platz für neue Kita

In den 1920er-Jahren wurde in Boblitz die Jugendherberge errichtet. Die beiden erst später hinzugekommenen Seitengebäude sollen nun wieder abgerissen werden, ein flacher Kita-Neubau rechtsseitig am Altbau anschließen.
In den 1920er-Jahren wurde in Boblitz die Jugendherberge errichtet. Die beiden erst später hinzugekommenen Seitengebäude sollen nun wieder abgerissen werden, ein flacher Kita-Neubau rechtsseitig am Altbau anschließen. FOTO: Preikschat/Montage. Janetzko/lr
Boblitz. Planer, Stadtverwaltung und künftige Nutzer sind sich einig: In Boblitz soll das ehemalige Kinderheim teilweise abgerissen, sodann ein eingeschossiger Kita-Neubau mit dem wieder freigestellten historischen Gebäude verbunden werden. An Ideen für die Nutzung des Altbaus mangelt es nicht. Daniel Preikschat

So etwas wie freudige Aufbruchsstimmung war am Mittwoch in der Bunten Bühne spürbar. Verbreitet wurde diese Stimmung vor allem von den Erzieherinnen der Kita Boblitz sowie auch Bewohnern des Ortsteils, die zahlreich gekommen waren. Immerhin ging es in der Sitzung des Sozialausschusses um nichts weniger als eine entscheidende Weichenstellung für den Neubau der Boblitzer Kita. Sie soll dort gebaut oder eingerichtet werden, wo das große ehemalige Kinderheim nun schon seit Jahren leersteht.

Drei Varianten, sagte Kerstin Schäfer vom Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadt, habe das Planungsbüro MKS nunmehr vorgelegt: vollständige Nutzung des Bestandsgebäudes; Teilabriss und einseitiger Neubau; Komplettabriss und Neubau.

Kerstin Schäfer und Rainer Schamberg von der Stadtverwaltung sprachen sich klar für Variante zwei aus. Ebenso der beauftragte Architekt Werner Hillmann von MKS. Mit Argumenten, die jeder im Saal gut nachvollziehen konnte: Bei der Teilabrisslösung bliebe der historisch wertvolle und ortsbildprägende Mittelteil erhalten und wäre wieder freigestellt. Im Erdgeschoss könnten Küche und Essenraum für die Kita-Kinder eingerichtet werden, im Obergeschoss der Gemeinde Räume zur Nutzung überlassen werden.

"Charmant" und "nett"

Der Anbau rechts- und linksseitig müsste laut Variante zwei abgerissen werden. Der kleinere Anbau, in dem früher der Hausmeister gewohnt hat, würde dem Kita-Neubau Platz machen. Der ebenerdige Eingeschosser wäre barrierearm und könnte nach den Bedürfnissen eines modernen Kitabetriebs gestaltet werden, hieß es. Zwei, drei Stufen freilich, räumte Architekt Hillmann ein, müssten die Kinder schon steigen, um in den Essenraum im historischen Nachbarhaus zu gelangen. Hier sei ein Lift vorgesehen.

"Charmant" und "nett" wäre diese Kombination aus Altbau und neuer Kita, findet Architekt Hillmann. Überdies auch nicht teurer als die Komplettabriss-Lösung. Rund 1,6 Millionen Euro würden die Kosten betragen. Fördermittel aus dem Leader-Programm für den Erhalt dörflicher Strukturen dürften zu bekommen sein. Der Spielplatz für die Kita-Kinder, ergänzte der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schamberg, könnte dort eingerichtet werden, wo das historische Gebäude und der neue Anbau einen Knick bilden. Platz für einen weiteren öffentlichen Spielplatz biete das sehr große Grundstück mehr als genug. Auf die weitere mögliche Gestaltung und Nutzung des Areals wollte Schamberg nicht eingehen. Wichtig sei zunächst ein Grundsatzbeschluss. Den fassen zwar erst die Stadtverordneten in ihrer Sitzung im Februar. In der Ausschusssitzung Mittwoch wurde aber schon mal beschlossen, die Variante zwei zu empfehlen.

Dass Teilabriss und Neubau auch im Sinne der Boblitzer und der Erzieherinnen in der Kita "Storchennest" sind- daran ließen zustimmende Wortmeldungen in der Einwohnerfragestunde der Ausschusssitzung wenig Zweifel. "Damit können wir gut leben", sagte Ortsbürgermeisterin Ingrid Kurzweil. Auf ihre Frage nach der Fertigstellung vertröstete sie Rathaus-Mitarbeiterin Kerstin Schäfer jedoch. Das ließe sich erst beantworten, wenn die Entwurfsplanung vorliegt. Baubeginn sei 2018

Saal für die Gemeinde

Der Boblitzer CDU-Stadtverordnete Frank Jurisch war ebenfalls guter Dinge. Es sei "sehr schön", den historischen Teil zu erhalten. Jurisch hat auch schon klare Vorstellungen darüber, was in dem Altbau auf jeden Fall seinen Platz finden sollte: Versammlungssaal für die Gemeinde, Ortsbeirat-Büro, Räume für die Jugendlichen.

Zum Thema:
Im November 2014 erwarb die Stadt das ehemalige Kinderheim, um dort die Boblitzer Kita "Storchennest" unterzubringen. Studentenvorschläge und Architektenwettbewerb zur Ideenfindung schlossen sich an. 2016 bekam MKS den Planungsauftrag und hat nach der Vermessung von rund 6500 Quadratmetern Grundstücks- und 2500 Quadratmetern Objektfläche der Stadt drei Varianten vorgelegt.