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| 02:32 Uhr

Team schmiedet Pläne für Senioren

Sie bilden das Seniorenteam der GWG, von links: Hans-Joachim Vogel, Dieter Nitzsche, Grete Weckmüller, Inge Behrens, Christiane Rüffreck, Lydia Zach und Wolfgang Kleinschmidt. An der Spitze des Tisches sitzt Jürgen Große.
Sie bilden das Seniorenteam der GWG, von links: Hans-Joachim Vogel, Dieter Nitzsche, Grete Weckmüller, Inge Behrens, Christiane Rüffreck, Lydia Zach und Wolfgang Kleinschmidt. An der Spitze des Tisches sitzt Jürgen Große. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. Zehn Jahre gibt es nun schon das Seniorenteam der Gemeinschaftlichen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) in Lübbenau. Das achtköpfige Team schnürt Veranstaltungspakete, die viele Senioren nicht mehr missen wollen. Daniel Preikschat

Jürgen Große ist gern unter Menschen und in Gemeinschaft. Als Vertriebsinspektor bei der Lausitzer Rundschau waren die Zusteller sein Team, mit dem er täglich gern zusammengearbeitet hat. Doch auch als Rentner hat der Lübbenauer noch sein Team: Sieben Genossenschaftler der GWG, die sich ein Mal im Monat treffen. Dort, wo früher in der Otte-Grotewohl-Straße Verwaltung und Werkstatt der Genossenschaft untergebracht waren, haben sie ihren Beratungsraum mit kleiner Küche daneben.

Jüngste Zusammenkunft war am Dienstag. Lydia Zach stellte den Finanzplan für 2017 vor, Jürgen Große nannte Anmeldezahlen für die ersten Veranstaltungen im neuen Jahr. Acht Senioren wollen am 19. Januar kegeln, zehn Senioren einen Tag später Karten spielen. Kegel- und Kartennachmittag gehören zu den regelmäßigen Angeboten des Seniorenteams, ebenso wie Plauderstunde und Buchlesung, Yoga-Stunde und Verkehrserziehung, Tanznachmittag und Radtour. "Da werden schon mal 75 Kilometer am Tag gestrampelt", erzählt Hans-Joachim Vogel, ehemaliger Technischer Vorstand der GWG. Nicht ganz so weit geht es am 11. Mai beim Anradeln. Nur nach Burg und wieder zurück. Die Lübbenauer fahren aber beispielsweise auch mit der Bahn nach Senftenberg und umrunden dort den See. Die Frühlingstour über Groß Klessow nach Raddusch und wieder zurück über Leipe ist 65 Kilometer lang.

Vom Fernsehen wegholen

"Unser Ziel ist, die Senioren vom Fernsehgerät wegzuholen, etwas gegen drohende Vereinsamung zu tun", sagt Jürgen Große, der voriges Jahr die Teamleitung von Hans-Joachim Vogel übernommen hat. Dieses Ziel wird Jahr für Jahr zuverlässig erreicht. 60 Veranstaltungen können mittlerweile jährlich angeboten werden, an denen rund 1000 Senioren teilnehmen. Die Teilnehmerkosten halten sich in Grenzen. Die Genossenschaft stellt den Senioren neben den Räumen 3600 Euro im Jahr zur Verfügung für Fahrkosten, Eintritt oder Verkostung beim Grillnachmittag. Mitmachen dürfe, wer will, gern auch Nicht-Genossenschaftler, so Hans-Jürgen Vogel: "Wir sind da nicht päpstlicher als der Papst."

In den vergangenen Jahren hätten immer mehr Senioren das Angebot wahrgenommen, so Vogel. Er kann das gut beurteilen. Schließlich hat er das Seniorenteam mit begründet, das am 18. September 2016 zehnjähriges Bestehen feiern konnte. Im Team, erklärt der 82-Jährige, habe jeder seine "Branche". Jürgen Große etwa organisiert die Busfahrten. In diesem Jahr geht es nach Magdeburg, wo die Senioren eine Schleusenfahrt auf der Elbe unternehmen. Das Kegeln bereitet Wolfgang Kleinschmidt vor. Sein Motto: alle Neune für die gute Laune. Die Radtouren sind die "Branche" Dieter Nitzsches. Vogel selbst, von seinen Mitstreitern liebevoll Hansi genannt, ist verantwortlich für den "Lichtlabend" in der Adventszeit. Im Café Hanschick bleibe da nie ein Platz frei, sagt er.

Wünsche beim Lichtlabend

Beim "Lichtlabend" dürften sich die Senioren auch Veranstaltungen im neuen Jahr wünschen. Ob die Wünsche erfüllt werden können, sei noch immer die andere Frage, so Team-Leiter Jürgen Große. Neben den etablierten Angeboten versuche man schon, Neues auszuprobieren. Derzeit gesucht werde jemand, der sich mit Flora und Fauna auskennt. Denn dann könnten die Senioren den Forscherkahn Nautilus des Hauses für Mensch und Natur nutzen. Eine weitere gute Alternative zum Fernseher.

Zum Thema:
Die GWG will in der ehemaligen Gaststätte "Turbine" ein Senioren-Begegnungszentrum einrichten. Darüber hinaus sollen im Gebäude Appartements und Wohngemeinschaften angeboten werden. In fünf Jahren soll das Projekt realisiert werden. Im GWG-Seniorenteam begrüßt man das Vorhaben. Der neue Standort sei gut gelegen und biete mehr Möglichkeiten. So könnten dort unter anderem Werkstätten für Senioren entstehen.