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Tausende spurten im Spreewald

Volle Pulle vom Start an. Auch die Jüngsten haben sichtlich Spaß am Laufen. Der Mädchenlauf über 400 Meter war einer der emotionalen Höhepunkte am Samstag in Lübbenau.
Volle Pulle vom Start an. Auch die Jüngsten haben sichtlich Spaß am Laufen. Der Mädchenlauf über 400 Meter war einer der emotionalen Höhepunkte am Samstag in Lübbenau. FOTO: asd
Lübben/Lübbenau. Der Spreewaldmarathon hat am Wochenende Tausende Sportler in die Lagunenlandschaft gelockt. Von Lübben aus wurde geradelt, in Lübbenau gelaufen, gewandert und gewalkt. Andreas Staindl

Die Radler der 200-Kilometer-Runde waren die ersten, die am Samstag auf die Strecke gingen. Etwa 1000 Sportler haben sich morgens auf den Weg gemacht. Bis zum Mittag folgten rund 3000 weitere Radfahrer. Die Schlossinsel in Lübben wurde zum Radler-Mekka. Von dort aus starteten die Teilnehmer zu ihren Strecken rund um Lübben und quer durch den Spreewald.

"Eine tolle Atmosphäre und super Stimmung", sagt Lars Kolan (SPD). Lübbens neuer Bürgermeister war begeistert: "Das Radeln beim Spreewaldmarathon gehört unbedingt nach Lübben." An dreas Wetzel hatte sich für die 110 Kilometer entschieden - wie fast 1000 andere Radler auch. Der Berliner startete für das Corning-Race-Team - einer bunten Truppe mit Fahrern verschiedener Länder. Einer seiner Mitstreiter sei für den Spreewaldmarathon extra aus England, ein anderer aus den USA angereist. "Wir wollen gemeinsam Spaß haben", sagt Andreas Wetzel, der zum siebten Mal in Lübben dabei war.

Heike Lindenberg ist die 70 Kilometer geradelt. "Meine erste Teilnahme", erzählt die Leipzigerin. "Bisher war ich immer nur als Betreuerin dabei. Jetzt wollte ich mir endlich mal eine eigene Gurken-Medaille holen." Lindenbergs waren in Familie im Spreewald. "Mein Mann und meine Tochter sind die 150 Kilometer gefahren. Wir machen ein sportliches Wochenende, wollen uns Lübben und Lübbenau angucken, vielleicht auch paddeln."

Stammteilnehmer aus Lübben

Horst Karras ist in Lübben zu Hause. Der radsportbegeisterte Senior ist Stammteilnehmer des Marathons. "Ich bin zum elften Mal dabei", erzählte er, "und bis auf einmal immer die 45 Kilometer geradelt." Auch am Samstag war der 80-Jährige auf dieser Distanz unterwegs, gemeinsam mit etwa 500 weiteren Radlern.

Pechstein-Autogramm

Finn Graßmel hat beim Kinderradeln über einen Kilometer mitgemacht. Und sich anschließend ein Autogramm von einer fünffachen Olympiasiegerin geholt. Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hatte das Kinderradeln verfolgt und dem Nachwuchs die Sachpreise überreicht. Die Spitzensportlerin ist bei allen drei Skatewettbewerben des Spreewaldmarathons gestartet. "Ich bin gern hier ", sagte die Eisschnellläuferin, die auch exzellent skatet.

Finn Graßmel war eines von drei Kindern der Laufgruppe "Kornkäfer Luckau", die beim Kinderradeln mitgemacht haben. "Wir wollen unseren Kindern Lust aufs Laufen, aber auch aufs Radfahren machen", sagte seine Mutter Nadine Graßmel. Auch Ulrike Müller hatte Lust auf Radeln. Sie war eine der wenigen, die die 70 Kilometer mit einem normalen Damenfahrrad gefahren sind. "Ich bin damit diese Distanz schon mal am Männertag geradelt", erzählte die Lübbenauerin. Die 28-Jährige wurde am Samstag von Janine Lehmann aus Bersteland (Unterspreewald) sowie von Katharina Müller und Marcel Klauk begleitet, die aus Leipzig in ihre alte Heimat gekommen waren. Silke Scheack aus Proschim (Spree-Neiße) hat sich 400 Meter zugetraut. Die junge Mutter hat im Laufschritt ihre Zwillinge im Kinderwagen über die Strecke geschoben. Auch ihr Mann Andre und ihr Sohn Arne sind am Samstag mitgelaufen. Juliane Lehmann ist aus Beeskow nach Lübbenau gekommen, damit ihr Sohn Johannes Götze am 400-Meter-Lauf teilnehmen konnte.

Der Biosphären-Halbmarathon war gut besetzt. Rund 500 Sportler sind auf dem Lübbenauer Marktplatz gestartet. Heinz Jeschke aus Guhlen (Lieberose-Oberspreewald) ist die 22 Kilometer gewalkt. "Sport hält mich fit", sagte der 75-Jährige. Nach drei Stunden und 14 Minuten war er wieder im Ziel.