Diese Sau in Begleitung dreier Ferkel war der Hingucker beim SÜLL-Schülerkochpokals 2020. Genüsslich hob das Tier auf dem Speisetisch die Schnauze. Als wollte es mal nippen am Weinglas. Und dann war die Sau auch noch beschriftet mit der Speisekarte. Kalte Rote Beete Suppe stand da geschrieben, Kochklops nach Oma und Schwanen-See-Dessert. Köstliches, das die Schüler der Koch-AG der Oberschule Ehm Welk hier gleich servieren würden.

Noch drei weitere Tische waren am Dienstag im Speisenraum der Lübbenauer Schule schon eingedeckt, als in der Küche nebenan noch Hochbetrieb herrschte. Beim achten Schülerkochpokal der SÜLL herrschten die gleichen Spielregeln wie in den Vorjahren. In zwei Stunden haben die jeweils vier Schüler der Oberschulen in Lübbenau, Lübben, Luckau und Groß Köris ein Dreigänge-Menü zuzubereiten. Nur 25 Euro stehen für den Kauf der Zutaten zur Verfügung. Und es gibt Vorgaben. Diesmal sollte eine kalte Suppe, als Hauptgang eine „leckere Schweinerei“ und als Dessert etwas Süßes aus Backware auf den Tisch. Eine Profi-Jury vergibt die Punkte nicht nur für das Zubereitete. Bewertet werden auch Tisch-Deko, fachgerechtes Eindecken, richtiges Servieren, Hygiene am Arbeitsplatz, Präsentation und Kalkulation. Wieder zuständig für die Punktevergabe waren Otto Lehmann vom Lübbenauer Schloss-Restaurant, wo die Schüler zuvor auch wieder einen Workshop bekamen, außerdem Mietkoch Lutz Thiede vom Kantinenbetrieb „Zur Ratsecke“ in Lübben sowie Petra Kolkwitz von der „Schlemmerstube Kolkwitz“ in Goßmar.

Fünf Wochen Vorbereitung auf den Wettbewerb

Fünf Wochen, sagt Koch AG-Leiter Jörg Stiehl von der Oberschule Ehm Welk, in diesem Jahr Gastgeber, haben sich seine Schützlinge vorbereitet. Ziemlich schnell fand der Lehrer heraus, wer das Vierer-Team bilden sollte – und auch wollte. Insgesamt besuchen 25 Schüler die Koch AG. Josephine, Jonas, Alexander und Benedikt nahmen die Herausforderung an und kamen auch gut miteinander klar. Sie haben das Menü weitgehend selbst kreiert, so Stiehl. Die Idee mit dem Schwan aus Brandteig zum Beispiel brachte ein Schüler von einer Kreuzfahrt mit.

Die vier Lübbenauer Oberschüler besuchen die neunte beziehungsweise zehnte Klasse und waren damit beim diesjährigen Schülerpokal die ältesten. Vielleicht ein Vorteil, denn die Jury vergab für den Lübbenauer Vortrag 101 Punkte. Nur einen Punkt weniger verbuchte das Quartett von der Grund- und Oberschule Schenkenland Groß Köris, das als Hauptgang Fritzens Kartoffelburgervariation auftischte. Als Vorspeise gab es Kalte Tomatensuppe mit einem Parmensancracker, als Dessert gefüllte Crepes auf einem Bett von Mango und Himbeersoße. Diesem Menu entsprechend kam die Tisch-Deko eher edel daher.

Platz drei für Luckauer Schüler

Platz drei belegten die Luckauer Schüler mit ihrem Dreierlei vom Hack, Gurken-Avocado-Suppe und Schokoladensoufflee mit Kirschen. Noch etwas Lehrgeld zahlen mussten die vier Jungs von der Spreewald-Schule in Lübben, die aber auch erst die siebte Klassen besuchen. „Ihr habt im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder eine Chance“, hieß es tröstend von der Jury.

Apropos Jungs. Luise Jank von der Lübbenauer Stadtverwaltung fiel auf, dass bei dem Schülerpokal die männlichen Nachwuchsköche deutlich in der Mehrzahl waren und fand das interessant. Vielleicht, so ihre Hoffnung, wird einer ja mal zum Sterne-Koch, den hat Lübbenau noch nicht. Während es Mario Gollasch von der SÜLL zunächst mal schon toll findet, dass mehrere Partner den Schülerkochpokal nun schon zum achten Mal ermöglichen. Fachkräftemangel in der Gastronomie sollte eben nicht nur beklagt, sondern auch etwas dagegen getan werden. Wenn das dann allen auch noch so viel Spaß macht, umso besser. Zum Spaß gehört für alle teilnehmenden Schüler nun noch ein gemeinsames Essen dazu. Es stehe noch nicht fest, wohin es geht, so Gollasch. „Aber wir werden was Schönes finden.“