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| 01:24 Uhr

Südgraben gegen Grundwasser

Blick über Altdöbern auf den Niederlausitzer Grenzwall. Foto: uhd1
Blick über Altdöbern auf den Niederlausitzer Grenzwall. Foto: uhd1 FOTO: uhd1
Altdöbern. Mit der Stilllegung des Braunkohletagebaus Greifenhain, seiner Flutung zum Altdöberner See und dem generellen Grundwasserwiederanstieg macht sich in der Ortslage Altdöbern Unsicherheit breit. Ein Graben zur Grundwasserabsenkung könnte künftig die Grundwasser-Bedrohung reduzieren. Von Uwe Hegewald

Ohne entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen drohen den Einwohnern feuchte Keller, sumpfige Garten- und Grünlandflächen sowie überforderte Kanalisationssysteme.

Aufgrund der Überschaubarkeit der Kosten und seiner vorausgesagten Wirtschaftlichkeit favorisiert die mit der Lösung beauftragte LMBV den Bau eines mächtigen Grabens. 1300 Meter Länge, 3,80 bis 10,6 Meter Tiefe und 18 bis etwa 50 Meter Breite soll dieser betragen und das Grundwasser aufnehmen, welches aus Seerichtung und dem Niederlausitzer Grenzwall im Süden in den Ort drückt.

Wie Holger Uibrig, LMBV-Leiter Planung Sonderprojekte, bei einer zurückliegenden Gemeindevertretersitzung mitteilte, habe das Bauwerk mit dem Arbeitstitel “Neuer Südgraben„ absenkende Wirkung und würde flächenhaft den Großteil des vom Grundwasserwiederanstieg bedrohten Bereiches entlasten. Für noch verbleibende 16 gefährdete Objekte müssten Einzellösungen gefunden werden, so der Diplomingenieur. Der zumeist über landwirtschaftliche Nutzflächen verlaufende Südgraben soll an seinem Ende in das Chransdorfer Fließ eingebunden werden.

Bei den Einwohnern von Altdöbern findet der beabsichtigte Bau des Grabens nicht nur Zustimmung. Ein massiver Einschnitt in die Landschaft, die Schaffung eines dauerhaften Gefahrenpunktes für Kinder und die zu erwartenden Eisenoxidfärbungen in den Wasserläufen sorgen für Skepsis. Zudem fürchten Grundstückseigentümer, dass durch die Trichterfunktion des Grabens der Grundwasserspiegel abfällt und das Wachstum von Bäumen und Sträuchern beeinflusst. Dazu Holger Uibrig: “Eine Umgestaltung der Landschaft wird es natürlich geben, jedoch sollte man hier eher die Chancen als die Befürchtungen sehen. Ein bis zu 10,6 Meter tiefer ,senkrechter' Einschnitt ist nicht zu erwarten. Die Trichterfunktion des Grabens ist gewollt, denn ohne diese könnten die rund 250 Gebäude in Altdöbern nicht gemeinsam vor dem aufsteigenden Grundwasser gesichert werden.„

Zum Thema:
Der Graben soll Böschungen und Zwischenbermen erhalten. Entstehen werde ein naturnahes Kleinod und gern genutztes Areal zur Erholung, kein Gefahrenherd für Kinder. In Hoyerswerda gebe es einen bis zu fünf Meter tiefen Graben zur Grundwasserableitung, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt und zum Spazierengehen oder Inliner- bzw. Radfahren genutzt wird.