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| 15:31 Uhr

Baufeld Rewe in Vetschau
„Wir fühlen uns hier wie im Knast!“

Anwohner Herbert Wünsche zeigt die engste Stelle der ehemaligen Zufahrt beim Baufeld des neuen Rewe in Vetschau.
Anwohner Herbert Wünsche zeigt die engste Stelle der ehemaligen Zufahrt beim Baufeld des neuen Rewe in Vetschau. FOTO: LR / Rüdiger Hofmann
Vetschau. Anwohner nun mehr als zwölf Wochen ohne Zufahrt. Rechtskräftige Baugenehmigung wurde aber erteilt. Von Rüdiger Hofmann

Der Neubau des Rewe/Rossmann-Gebäudes auf dem Baufeld des ehemaligen Kulturhauses in Vetschau nimmt Gestalt an. Für die Anwohner aber ebbt der Streit um das Bauvorhaben nicht ab. Die ursprünglich vom Bauherrn Helmut Schmid beziehungsweise des Generalauftragnehmers Martin Neuß zugesicherten acht Wochen ohne Zufahrt sind nun schon deutlich überschritten. „Wir leben jetzt seit mehr als zwölf Wochen mit diesen Zuständen“, sagt Anwohner Herbert Wünsche. Seine Flüssiggasanlieferung ist immer noch gefährdet, und der Winter steht vor der Tür. „Wir fühlen uns hier wie im Knast.“ Im Grundbuch ist 2002 ein „erweitertes Wegerecht“ eingetragen worden – die Anwohner hatten damals eine etwa 4,50 Meter breite Zufahrt zu den Grundstücken zugesichert bekommen.

Davon können sie aktuell nur träumen. Die Verschattung der Grundstücke von Herbert Wünsche und Anneliese Siemon nimmt durch die Höhe des entstehenden Rewe/Rossmann-Objektes und der Nähe zu den Höfen zu. Beide zweifeln daran, dass die Abstandsflächen von drei Metern überall eingehalten werden. Anneliese Siemon kritisiert zudem: „Mein Grundstück hat deutlich an Wert verloren. Die Informationspflicht gegenüber uns Anwohnern wurde verletzt, das Problem der Rettungswege ist nicht geklärt. Ich bekomme schlechte Bewertungen für meine Pension im Internet, zumal die Parkplatzsituation katastrophal ist. Ich bin nicht gegen das Bauvorhaben, aber die Baugesetze müssen eingehalten werden.“

Die RUNDSCHAU fragte beim Landkreis nach. „Eine rechtskräftige Baugenehmigung für das Bauvorhaben Rewe und Rossmann wurde durch die untere Bauaufsichtsbehörde erteilt“, sagt Marlen Weser, Pressesprecherin des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. „Gemäß uns vorliegendem Absteckriss und dem amtlichen Lageplan sind die notwendigen Abstandsflächen von drei Meter eingehalten.“ Auch aus Sicht des abwehrenden Brandschutzes gäbe es zum Bauvorhaben laut ihrer Aussage keine Bedenken. „Beide Bauvorhaben werden über einen rechtskräftigen Bebauungsplan der Stadt Vetschau realisiert“, so Weser.